Hubert von Goisern
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ALPINKATZEN

ALPINKATZEN >> Gold & Platin

Der goldige Kater

Quelle unbekannt 1993

Gold für Hubert von Goisern und seine Alpinkatzen

"Koa Hiatamadl" mog er net. Hubert von Goisern und die Alpinkatzen haben es geschafft. Mit dem Hiatamadl arbeiteten sie sich an die Spitze der heimischen Hitparade. Für ihr Album Aufgeigen statt niederschiaßn bekommen sie heute in der Ramsau die goldene Schallplatte.

Seit 1984 streifen die Alpinkatzen schon über Österreichs Berggipfel, Gold war dabei nie in Sicht. Gründer der Gruppe war Hubert von Goisern (40), gemeinsam mit Ministersohn Wolfgang Staribacher. Das erste Album der Beiden floppte. Staribacher verließ das sinkende Schiff. Hubert gab nicht so leicht auf. Er trommelte drei Musiker und das Jodelgenie Sabine Kapfinger zusammen und produzierte mit ihnen Aufgeigen statt niederschiaßn. Die erste Single (Sepp, bleib do) aus diesem Album veranlaßte gerade 1000 Käufer, die Brieftasche zu zücken. Mit der zweiten Single Koa Hiatamadl, kam der Erfolg. Plötzlich sahen sich die reudigen Kater als Glücksritter in der Hitparade ganz vorne. Das Album ging 25.000 mal über den Ladentisch - das bedeutet Gold!

Huberts Plattenfirma Ariola verleiht dem flippigen Volksmusikanten und seiner Truppe heute Abend in der Ramsau (Steiermark) die begehrte goldene Schallplatte.

Hubert von Goisern stammt aus dem oberösterreichischen Kurort Bad Goisern. Geboren als Hubert Achleitner, heißt er nun Hubert Sullivan, was auf eine gescheiterte Ehe mit der Kanadierin Kate Sullivan zurückzuführen ist. Demnächst will er sich wieder umbenennen lassen. Sein Lebenslauf liest sich abenteuerlich. Hubert wuchs in Bad Goisern auf und verdiente sich seine Brötchen in der örtlichen Blasmusikkapelle, wo man ihn rausschmiß, weil er lieber fetzigere Songs statt Blasmusik spielen wollte. Das engstirnige Provinzdenken veranlaßte ihn zur Flucht. Sieben Jahre war er in aller Welt unterwegs. Darunter vier Jahre in Afrika. Zuletzt auf den Philippinen. Er verfolgte dort, wie die Einheimischen wegen der Pop-Musik aus dem Radion ihre eigene Musikkultur vernachlässigten.

"Zurück zu den Wurzeln - ab in die Heimat!" dacht sich Hubert, denn er sah auch Österreichs musikalische Kulturgüter gefährdet. Volksmusik ist bei Hubert von Goisern ein weit gestreuter Begriff: "Ich verstehe darunter alles, wo die Leute mitsingen können" - dementsprechend seine Texte und sein Stil, dancefloor-reif die Rhythmen. Hubert konnte seine verrückten Ideen verwirklichen, auch wenn seine Gegner ihn "Nestbeschmutzer" nennen. "Der Alpenrock ist multikulturell und aufgeschlossen!" bietet der Sänger allen, die anders denken, die Stirn. So sieht sich Hubert - trotz seines wilden Stilgemischs - als Volksmusiker. Gott sei Dank!

Der Naturbursch bleibt, wie er ist

Quelle unbekannt 1993

"Doppelplatin" für Hubert von Goisern

Hubert von GoisernWeil er zuletzt infolge Tournee auf seine geliebten Berge verzichten mußte ("Noch hab' ich es nicht geschafft, daß meine zahlenden Fans auf d' Alm keman"), bittet Hubert von Goisern zur Verleihung von "Doppelplatin" 100.000 verkaufte "Hiatamadln" nur in Österreich heute, Dienstag-, in luftige Höh'. Nämlich zuerst ins Salzbergwerk Bad Ischl und hernach zu einem Drei Stunden - Marsch auf das Hütteneck. Stöhn!

Weshalb macht er das? Mag er vielleicht Journalisten nicht?

Meine Liadln handeln von Heimat, Brauchtum und Tradition. Dinge, die nun einmal mehr auf dem Lande denn in der Stadt zu finden sind. Was also liegt näher, als daß ich dorthin einlade, wo die - Basis für meinen Erfolg liegt: In die Berge...

Ihr Erfolg, Hubert, kam selbst für Fachleute überraschend. Was hat sich für einen Naturburschen und Familienmenschen, als der Sie sich ausgeben, mit "Doppelplatin" verändert?

A Menge. Da ist die Zeit, die mir für meine Freundin Hildegard und mein Buam Niki fehlt, ist die Popularität, die mich zwar g'freut, an die ich aber nur schwer gewöhnen kann. Wenn mich fremde Leut' im Wirtshaus um a Autogramm angeh'n kann's schon passieren, daß i momentan net weiß, was die von mir wollen!

Hunderttausend kaufte CDs bedeuten den Interpreten unter rein eine Menge Geld. Wann wird man Hubert von Goisern im Rolls vorfahren sehen?

Ich besitze bis jetzt kein eigenes Auto und denke auch nicht daran, eins anzuschaffen. Denn so wird mir der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen ist, hat mich auch das Geld nicht verändert. Höchstens, daß ich mir heute statt einem billigen T-Shirt ein teures kaufe.

Denn ich spar' auf ein auf ein Haus. Auf ein Haus hoch droben auf'n Berg. Und wenn eines Tages der Rubel nicht mehr rollt und es sich ausgegoisert hat, dann werde ich - Hüttenwirt....

Doppelplatin

Meine Woche (?) 1993 | Foto: Ingrid Fellner

Hubert von GoisernHubert von Goisern erhielt diese Woche für 100.000 verkaufte "Aufgeigen statt Niederschlassen" LPs Doppel-Platin

Dabei wäre schon fast Dreifach-Platin fällig gewesen: Denn verkauft hat er bis dato 140.000 Stück seiner Erfolgsscheibe. Auch diesmal - zur Gold-Verleihung hatte er auf den Dachstein geladen - war der Verleihungsort ein außergewöhnlicher: "Unter Tag", beim Salzsee im Bad Ischler Salzbergwerk in 700 Meter Tiefe. Grund genug, den Musiker zu fragen, was ihn in dieser Woche bewegt hat.

Das hat mich gefreut:

Daß ich von der Saline Austria AG den Schichtzettel vom 8. Juni 1983 als Geschenk bekommen habe. An diesem Tag bin ich dreimal mit "Glück auf", in den Stollen eingefahren. Ich war ja zwei Sommer lang in diesem Bergwerk Führer und hab' die Gäste mit dem Grubenhunt chauffiert.

Das hat mich nachdenklich gestimmt:

Daß ich mit meiner Mutter, die extra zur Feierstunde auf die Hütteneck-Alm gekommen war, kaum ein Wort reden konnte. So belagert wurde ich von den Journalisten. Mein Vater meint ja sowieso, ich werde derzeit durch - einen Fleischwolf getrieben, das sei gefährlich.

Das hat mich geärgert:

Daß ich zuwenig Zeit für meine Familie Hildegard und meinen Sohn Niki (5), habe. Aber ich habe den Erfolg gewollt. Jetzt muß ich damit leben. Ich bin fast nie zu Hause in Salzburg. Das ist der hohe Preis, den ich für meinen Erfolg bezahlen muß.

"Ich passe nicht in den Musikantenstadl"

Alles 1994 | Text: Brigitte Dumic

Heute sind seine Konzerte in Österreich, Deutschland und der Schweiz ausverkauft. Und seine Auftritte bei Festivals wie in Paris der Austin, Texas, viel umjubelt. Hubert von Goisern, einst Exot im eigenen Land, hat den Durchbruch endgültig geschafft und mit seinen Liedern eine "neue Volksmusik" geprägt. Die so überhaupt nicht ins "Musikantenstadl"Klischee paßt. Weil die von Karl Moik präsentierte "volkstümliche" Musik nimmt sich der gebürtige Goiserer kein Blatt vor den Mund zu gut 90 Prozent aus "akustischem Müll" besteht.
Mit 30 wurde der gelernte Chemielaborant zum Aussteigen um sein Leben ganz und gar der Musik zu widmen. Mit einer selbst vorgegebenen Bewährungszeit von zehn Jahren: "Wenn ich mit 40 immer noch am Hungertuch nage, höre ich mit der Musik wieder auf und versuche etwas anderes." Das Timing war perfekt. Am Vorabend seines 40. Geburtstages (vor eineinhalb Jahren) heimste Hubert von Goisern seine erste "Goldene" ein.

Mittlerweile hat er im deutschsprachigen Raum sein Album Aufgeigen statt niederschiassen fast 400.000 mal verkauft. Und vor einem Monat die logische Fortsetzung auf den Markt gebracht. Mit Omunduntn ein Titel, der gleichermaßen für Hochs und Tiefs im Leben steht sind der Musiker und seine Alpinkatzen einen Schritt weiter gegangen: "Wir haben nicht wiederholt, was uns erfolgreich gemacht hat. Denn Hits interessieren mich gar nicht. Natürlich müssen wir jetzt abwarten, ob das Publikum diesen neuen Schritt nachvollziehen kann. Ich setze allerdings voraus, daß diejenigen, die uns bisher auf unserem musikalischen Weg begleitet haben, auch weiter mit uns gehen werden!"

Schließlich erwartet sich Hubert von seinen Fans, daß sie sich Musik, die ihnen gefällt, immer wieder anhören. So wie er das selbst gerne tut. Denn gute Musik ist nicht immer so einfach, daß man sie schon beim ersten Mal voll und ganz versteht.

Wie er selbst kein einfacher Mensch ist. Aber ein ehrlicher, der offen zu seiner Meinung steht. Zum Beispiel zu seiner Feststellung, daß "der Moik kein Rückgrat hat." Hubert von Goisern versteht folgendes nämlich nicht: "Warum beschäftigt sich der Moik beruflich nicht mit jener Musik, die ihm persönlich gefällt. Beispielsweise dem Swing. Nur auf Einschaltquoten zu schielen und damit letztlich ans liebe Geld zu denken, ist für mich eben rückgratlos. Im übrigen finde ich, daß der Musikantenstadl zu gut 90 Prozent aus akustischem Müll besteht. Die dort verbrochene volkstümliche Musik hat nichts mit der wirklichen Volksmusik zu tun. Und auch nicht mit dem, was ich selber produziere."

Der inzwischen 41 Lenze zählende Herr der Alpinkatzen weiter: "Der Begriff Volksmusik hat sich genauso einer Wandlung zu unterziehen wie die für mich nicht nur regionale Identität, sondern auch zeitliche Qualität. In dem Moment, in dem viele Menschen eine bestimmte Musik akzeptieren, wird sie zur Volksmusik - wie auch einige meiner Lieder. Darüber bin ich natürlich sehr glücklich."

Wie mit seiner Freundin Hildegard und den gemeinsamen Kindern Nikolaus (6) und der vier Monate alten Laura. Am Stadtrand von Salzburg, wo sich der gebürtige Oberösterreicher vor fünf Jahren niedergelassen hat: "Die Natur und die Berge tun mir gut!" ist der stolze Vater überzeugt. "Allerdings bin ich im Moment zu selten daheim, was mir vor allem wegen Laura sehr leid tut!"

Doch so spielt das Leben. In jungen Jahren hatte er viel Zeit für seine Freunde, fürs Bergsteigen oder für Opernbesuche, dafür aber kaum Geld. Heute genießt er seinen Erfolg und den damit verbundenen Wohlstand, doch die Zeit für die Familie oder für Ausflüge in die Natur fehlt an allen Ecken und Enden.

Insofern trägt Hubert von Goiserns neuestes Werk Omunduntn durchaus autobiographische Züge. "Wie würden Sie Ihre neue musikalische Richtung beschreiben?" - "Ich bin ein Mensch, der sich mit Hilfe der Musik am besten ausdrücken kann. Wenn ich jetzt also umschreiben soll, was ich am besten kann, würde ich mir nur selbst ein Ei legen. Musikliebende Menschen sollen sich das Album kaufen - oder noch besser, zu meinen Konzerten kommen."

Alpen Hubert: Leinen statt TShirt

Quelle unbekannt 1994 | Text: M. Schütz

Felix Austria - Glückliches Österreich, denn in unserem Nachbarland bekommen die Popstars Platin für 50 000 verkaufte Alben. Diese Hürde hat der AlpenRocker Hubert von Goisern mit seinen Alpinkatzen und ihrem neuen Album Omunduntn mit links genommen.

Ein Grund zum Feiern, wie seine Plattenfirma Ariola fand und im Anschluß an sein ausverkauftes Konzert in "Live aus dem Alabama" zu einer Party in den benachbarten "Tempel" lud. BMGChef Thomas Stein verlieh der Band dann das begehrte Edelmetal. Immer an den Erfolg geglaubt hat der Münchner Konzertveranstalter Hage Hein ("Shitmann und Blau"), der inzwischen zum Experten für folkloristische Rockmusik gereift ist. Sein Engagement wurde ebenfalls mit Platin gewürdigt.

Gestern flog Hubert mit seiner Band nach Paris, um dort ein Konzert zu geben. Anschließend geht es dann übern Teich nach Austin/Texas und nach New York. Bleibt abzuwarten, was die Amerikaner zum "YoodleRock from Austria" sagen, aber Musik ist schließlich international.

Wem die feschen Leinengewänder von Hubert schon aufgefallen sind, dem sei versichert, daß der Meister jetzt eine Kollektion mit moderner Tracht plant. Gemeinsam mit der Laufener Textilfirma Meindl sollen die Gewänder auf den Markt gebracht werden. Das ist mal eine Abwechslung zu all den TShirts.

Ziehharmonika goes Rock'n' Roll

MUSIK-Woche 1994 | Text: Hans Hartel

Während die Alpinkatzen in Köln bereits ihr neues Album aufnehmen, geht dessen Vorgänger, der Anfang 1992 auf den Markt kam, noch immer weg wie warme Semmeln.

Wien/Köln (ha) Der Gipfelsturm reißt nicht ab, und vielleicht sind wir im Alpenland nun endlich einmal imstande, eigenständige und gleichzeitig internationale Popmusik zu entwickeln. Anlaß zu dieser vagen Hoffnung gibt Hubert von Goisern mit seinen Original Alpinkatzen. Ihr aktuelles Erfolgsalbum Aufgeigen statt Niederschiassn boomte derart, daß es zum Zeitpunkt der Goldverleihung bereits auf Platinstatus stand, und nun ist es mit rund 140 000 verkauften Einheiten bereits auf dem besten Weg zu Tripleplatin. Dabei waren unsere relevanten Medien zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht gerade verschwenderisch mit Lob umgegangen, um es schließlich nach dem Senkrechtstarter Hiatamadl immer schon gewußt zu haben.

Hubert und seine Alpinkatzen zelebrieren "unverschämte Volksmusik" frei nach dem Motto "Ziehharmonika goes Rock'n'Roll". Sie streuen mit der Steirischen (Knopfziehharmonika) und dem ominösen BeefHorn "schräge Volksmusik unter die Leut". Zur Zeit stecken die Musiker in der Nähe von Köln in Studioklausur und erholen sich bei der Produktion der kommenden CD von den Anstrengungen der letzten Konzertmonate.

Gold für Hubert von Goisern

Alles 15. März 1994 | Text: Eva Deissen und Nikolaus Schrefl

HvGDer Erfolgsboom des Hubert von Goisern geht steil bergauf: Nach dem sensationellen Erfolg mit Aufgeigen statt niederschiassen haben's er und seine originalen Alpinkatzen wieder einmal geschafft: Sein brandaktuelles Live-Album Omunduntn wurde gestern nacht in München nach dem Auftritt "Live aus dem Nachtwerk", mit Platin veredelt. Und das bedeutet, daß die Platte innerhalb der letzten 14 Tage unglaubliche 50.000-mal über die österreichischen Ladentische ging. Somit wurde die goldene Grenze von 25.000 quasi auf Anhieb überjodelt. Und daß das österreichische Platin gerade in der Bayernmetropole überreicht wurde, ist für den Hubert gewissermaßen eine Nachbarschaftshilfe, um demnächst auch auf dem deutschen Markt aufzugeigen. Für die "alpine Lawine" ist Arbeit angesagt: Morgen geht's nach Paris zum Festival "Les Eurofolies". Danach über den großen Teich ins texanische Austin zum "South by Southwest"-Festival, wo die rustikalen Austro-Rock-Klänge unter die "Cowboys" gemischt werden. Am 22. März wird der US-Trip in New York im Club "The Cooler" finalisiert, kurz darauf beginnt die Österreich-Tournee, die bis Ende Mai dauern wird.

Salzbergwerk Bad Dürrheim

1995
Hubert von Goisern und die Alpinkatzen

Hubert von Goisern, Wolfgang Maier, Stefan Engel, Reinhard Stranzinger und Sabine Kapfinger im März 1995 bei der Übergabe einer Gold-Disc für Aufgeigen statt Niederschiassen im Salzbergwerk Bad Dürrnberg.