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EIN ACHSENBRUCH IM BÖHMERWALD - MUSICALS MIT AUSTRO-POP-MITHILFE?

Der Standard 13. Februar 2004

Kathrin Zechner plant, den heimischen Pop zum Musical zu bringen - der will aber gar nicht

Hubert von Goisern
Foto: © Dachstein Tourismus

Wien - Musical-Intendantin Kathrin Zechner hat mit dem Ronacher ab 2007 bekanntlich Großes vor (DER STANDARD berichtete). Mit 18,4 Millionen Euro Jahressubvention seitens der Stadt Wien sollen dorthin und ins Raimundtheater frischer Wind und junge Leute ins angestaubte Genre gebracht werden.

Anlässlich diverser Pressegespräche brachte Zechner in der Vorwoche neben Plänen für ein "erwachsenes Schneewittchen" auch mehrere Namen ins Spiel, die aus der heimischen Popszene die Musik liefern sollen. Neben Hubert von Goisern wurden etwa auch die sperrigen Dialektminimalisten Attwenger und aus der Clubszene die etablierten DJ-Produzententeams Kruder & Dorfmeister und Pulsinger & Tunakan genannt.

Ein Rundruf brachte teilweise erstaunliche Ergebnisse: Mit Hubert von Goisern hat Kathrin Zechner im Sommer 2003 beispielsweise tatsächlich einmal gesprochen. Und Hubert von Goisern zeigt jetzt im STANDARD-Gespräch auch grundsätzlich Bereitschaft, sich mit Musiktheater auseinander zu setzen:

"Mich fasziniert diese künstlerische Form seit mehr als zehn Jahren. Der Stoff muss halt stimmen. Allerdings zucke ich beim Begriff Musical zusammen. Überhaupt in Verbindung mit Wien. Leonard Bernstein, gut und schön. Aber Rainhard Fendrich und Wake Up, das geht mir zu sehr Richtung Musikantenstadl."

Zechner habe ihm damals jedenfalls einen "Mozart-Stoff" angeboten, für den er sich "nicht wirklich erwärmen konnte." Hubert von Goisern, noch heute etwas aufgewühlt: "Mozart fährt mit der Pferdekutsche von Prag nach Graz. Im Böhmischen Wald hat die Kutsche einen Achsenbruch. Der Kutscher reitet weg, um Hilfe zu holen, und Mozart bleibt im Wald hocken. Dort trifft er dann eine schwarze Sängerin, die ihm den Blues und Soul beibringt. Ich habe gesagt: Kathi, was soll das, soll die dem Mozart im 18. Jahrhundert im Wald etwas auf der elektrischen Hammond-Orgel vorspielen?!" Laut von Goisern gibt es derzeit aber tatsächlich "ein ernsthaftes Angebot, das in ein, zwei Jahren spruchreif werden könnte. Allerdings nicht in Wien."

Christian Schachinger

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