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| HUBERT VON GOISERN - WIENER FESTWOCHEN 2007 | |||||||||||||||||||||||||||||||
Kurier 12. Mai 2007
ORF 12. Mai 2007 Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny gab mit seinen Begrüßungsworten das Thema vor. Integration wurde also groß geschrieben: Mit Künstlern, die in ihrer Arbeit immer wieder kulturelle Grenzen überschreiten. Hubert von Goisern etwa, der in seine neue Volksmusik Elemente aus Tibet, Afrika oder dem arabischen Raum einfließen lässt. Freitagabend führte er nicht nur durchs Programm, sondern improvisierte auch mit dem Stimmakrobaten Bobby McFerrin:
www.oe24.at 11. Mai 2007 Anlässlich der Wiener Festwochen-Eröffnung, bei der Hubert von Goisern nicht nur musizieren, sondern auch moderieren wird, sprach der Künstler mit ÖSTERREICH über Jodeln mit Bobby Mc Ferrin, seine Bühnenschiff-Tour, die Möglichkeiten der Integration - und die Lust am Böse-Sein. Sie singen heute Abend mit Bobby Mc Ferrin, was wird das? Wir singen einen Jodler aus dem Salzkammergut. Mich freut das sehr, dass er da mitmacht und einen Zugang gefunden hat. Obwohl, ich hab’s mir eh gedacht, weil er stimmlich mit dieser Art von Vokalakrobatik sicher was anfangen kann. Was ist eigentlich der Zugang zum Jodler, den man finden sollte? Es ist einfach eine Form, die Stimme einzusetzen. Und man muss die Lust haben, mit der Stimme Sachen auszuprobieren, auszuloten. Das Jodeln ist eine Form davon, die bei uns über die Generationen kultiviert worden ist. Aber ja nicht nur bei uns, z. B. auch in Afrika gibt’s die Pygmäen, die jodeln, in Ost-Tibet, in Lappland bei den Samen, in der Südsee gibt’s auch eine Insel, wo sie jodeln. Jodeln ist ja schon schwer genug, aber es gibt da einen afrikanischen Dialekt, der Klacklaute hat, von denen man sagt, die können wir Europäer nicht nachmachen. Können Sie? Ich kann’s faken, aber nicht ganz perfekt. Aber es gibt nix, was man nicht lernen kann. Gar nichts? Nein, gar nix. Es gibt natürlich Menschen, die haben Talente, die sie auf ein Höchstniveau bringen können. Aber das heißt nicht, dass Menschen ohne das Talent das nicht auch lernen können. Haben Sie ein Talent für Moderation? Nein. Aber Sie machen’s heute. Ich mach’s heute, aber ich hab darüber nicht nachgedacht, weil ich so begeistert war, von der Aussicht, mit Bobby Mc Ferrin zusammen zu arbeiten. Inzwischen bereu ich’s ein bissl. Aber es ist ja nicht so, dass ich nicht moderieren kann. Ich kann halt meine eigenen Shows moderieren. Das bin ich gewohnt und da hab ich bei einem Konzert doch 2-3 Stunden Zeit um einen Spannungsbogen zu spannen. Außerdem bin ich's gewohnt, bei meinen Moderationen auch manchmal ein bissl böse zu sein. Und das kann ich ja hier nicht machen, das ist hier fehl am Platz, das ist ja nicht mein Publikum. Also mir fällt’s ein bissl schwer, lieb und nett zu sein. Also ausschließlich lieb und nett zu sein. Was bewundern Sie an Bobby Mc Ferrin? Seine außerordentliche Musikalität, die in der Stimme so einen unmittelbaren Ausdruck findet, die so ungefiltert rauskommt. Und die Flexibilität in seiner Stimme und die Präzision, mit der er die Töne trifft. Das alles verströmt so eine Lebensfreude. Der ist überhaupt nicht böse. Der passt ja dann eigentlich gar nicht zu Ihnen. Schon, weil ich mag ja nicht böse sein. Aber wenn man halt Geschichten erzählt, z. B. Märchen... Märchen sind ja teilweise abgrundtief böse. Eben! Und nur liebe Sachen, das ist dann fad, da wird’s langweilig, und dann wird’s aus anderen Gründen als Boshaftigkeit unangenehm. Alexandra Zawia
ORF 11. Mai 2007
ORF 11. Mai 2007
Der Standard 11. Mai 2007 Hubert von Goisern erröfnet heute, Freitag,
die Wiener Festwochen.
[...] Hubert von Goisern sieht die Einladung, am heutigen Freitag live am Wiener Rathausplatz und zeitgleich auf ORF 2 als Moderator und Musiker gemeinsam mit Bobby McFerrin oder Joe Zawinul die Wiener Festwochen im Rahmen eines bunten Abends zu eröffnen, zwar mit gemischten Gefühlen entgegen – von denen mit Sicherheit eines mit der Angst zu tun hat. Andererseits wächst man mit der Aufgabe. Hubert von Goisern: "Ich habe absolut keine Ahnung, wie das werden wird. Ich bin zwar wie die meisten anderen Menschen schon auch immer auf Sicherheit bedacht und möchte mich nicht gern auf unbekannten Straßen und Wegen 'überfahren' lassen. Andererseits lasse ich mich auf solche unabwägbaren Vorgaben aus reinem Trotz ein. Erstens habe ich schon immer mit großer Freude improvisiert und vertraue auch Bandproben nur bedingt. Zweitens ist doch gerade auch das eventuelle Scheitern in der Kunst immer eine große Versuchung. Erzwingen kann man sowieso nichts! Und was ich so auf dem Regieplan gesehen habe, muss ich während der zwei Stunden, außer drei Lieder zu singen, ohnehin nur vier G'satzln sagen, nachdem ich mir die Ziehharmonika abgeschnallt habe." [...] "McFerrin wollte immer schon einmal jodeln. Und für mich ist das natürlich eine große Ehre, wenn ich ihm diesen Wunsch erfüllen kann. Außerdem kommt mir seine ähnliche Einstellung, eher ungern durchzuplanen und lieber zu schauen, was sich live ergibt, sehr entgegen. Da McFerrin erst am Vorabend einfliegt, lege ich ihm einfach drei Jodler zur Auswahl vor. Und wir schauen, was passiert." Christian Schachinger
8. Mai 2007
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