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BAD ISCHLER TAGE ZUR VOLKSMUSIK 2001
"Jammernde Vereinsfunktionäre finden keine Nachfolger": Volksmusik-Debatte

OÖN 14. Mai 2001

... Diskussions-"Stargast" war Alpinrock-Guru Hubert von Goisern. Er ist der Beweis, dass Brüche in der Volkskultur - obwohl von Traditionalisten stets kritisiert - gleichzeitig ein Aufbruch zu Neuem sind, das selber bald zum Klassiker wird. Man dürfe nichts für absolut setzen.

"Stellt euch vor, alle wären so wie ich! Das wäre ned zum Aushalten", illustrierte Hubert die Notwendigkeit der Vielfalt. Er beutelte den Kopf über Professor Rudi Pietsch vom Wiener Institut für Volksmusikforschung, der am Vortag bei einer anderen Debatte gemeint hat, Huberts Klänge wären deshalb keine Volksmusik, weil keine zweite Stimme dabei sei ...

Helmut Wimmer

Autogramm am Promi-Löwen

OÖN 16. Mai 2001

Der Star der Bad Ischler Tage zur Volksmusik war natürlich Hubert von Goisern, der kürzlich mit dem Amadeus, dem österreichischen Schallplattenpreis in der Kategorie bester nationaler Künstler ausgezeichnet worden war. Wer den Sänger kennt, weiß, dass sich dieser kein Blatt von den Mund nimmt. In einer "Dankes"-Rede für die Auszeichnung sparte Hubert von Goisern auch nicht mit Kritik am öffentlich-rechtlichen rundfunk, vor allem am Programm von Ö3. Hörfunkintendant Manfred Jochum und Friedrich Urban, Intendant des Landesstudios Salzburg setzten sich mit der Kritik aber offen auseinander. Der Sänger und Vertreter einer "neuen" Volksmusik gab am Samstag Abend bei einem Konzert im Kongress & Theaterhaus unter anderem mit den Hundsbuam auch einige Lieder von seiner Trad-CD zum Besten und konnte nicht umhin auch auf den "Promi-Löwen" des Bad Ischler LIONS-Club sein Autogramm zu setzen.

© 2001 Medienhaus Wimmer

Siehe auch: Promi-Löwe

Kultur

Neues Volksblatt Mai 2001

Am vergangenen Wochenende gingen die 1. Bad Ischler Tage zur Volksmusik über die Bühne. Nach der würdigen Eröffnung im Kurpark, wobei die kleine Pass der Bürgerkapelle Bad Ischl für den musikalischen Auftakt sorgte, begann bei einer Podiumsdiskussion im Kongresshaus ein leidenschaftlich geführtes Streitgespräch. Vorigen Mittwoch erhielt Hubert von Goisern den Amadeus, den österreichischen Schallplattenpreis und sparte in seiner "Dankes"-Rede nicht mit Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk, im Besonderen an der Programmierung von Ö 3. Hörfunkintendant Jochum und Friedrich Urban, Intendant des Landesstudios Salzburg, setzten sich mit dieser Kritik sehr offen auseinander. Ja, und da war dann noch die Diskussion, warum Hubert keine Volksmusik mache: Weil Über d' Alma auf der Trad-CD nicht zweistimmig gesungen wurde, meinte Musikethnologe Rudi Pietsch und schaffte es so, sich ins Out zu stellen! Am Abend gab es im Lehártheater musikalische Höhepunkte im Viererpack: brachial mit den Hundsbuam aus Bayern, gefolgt von der sensiblen, feinen Variante von Bavario, ehe die heimische Volksmusik durch die Hohtraxlecker Sprungschanzenmusi vertreten wurde. Krönender Abschluss war dann der Auftritt von Hubert von Goisern, der von Burkhard Frauenlob am Klavier und Percussionist Bernd Bechtloff begleitet wurde. Hans Pammer vom OÖ. Volksbildungswerk und Dr. Alexander Jalkotzy vom Institut für Volkskultur sowie Stadträtin Christine Adle waren sich einig, dass diese Veranstaltung zu einem Fixpunkt im Bad Ischler Veranstaltungskalender werden sollte.

h.h.

Traditionenen: Brüche / Bad Ischler Tage zur Volksmusik / 11. bis 13. Mai 2001

11. Mai 2001, 19.30 Uhr im Kongreßhaus Bad Ischl

Grüßworte

Helmut Haas, Bürgemeister der Stadt Bad Ischl
Dr. Josef Pühringer, Landeshauptmann von Oberösterreich (angefragt)
O. Univ-Prof. Dr. Adolf Haslinger, Rektor der Universität Salzburg

Einleitung der Tagung:

Edgar J. Forster, Universität Salzburg

Podiumsdiskussion

Ziel
* Einführung in das Tagungsthema
* Darstellung der unterschiedlichen Positionen in der Volksmusik
* Volksmusik und Volkskultur in ihrer Vitalität erlebbar machen

Didaktik
* Inhaltlicher Einstieg: Prof. Dr. Gerlinde Haid: "Traditionen:Brüche" (Fachreferat)
* Ev. Auftakt oder Zwischenrede mit Kurzlesung (E. Jelinek)
* Zwischendurch Präsentation von Seminar-Ergebnissen
* Aktive Beteiligung der TeilnehmerInnen
* Volksmusik sinnlich erfahrbar machen: Zur Podiumsdiskussion werden eingeladen: Blasmusik, klass. Volksmusikgruppen, Hubert von Goisern; sie alle spielen (viel Improvisation und Adhoc-Reaktionen von Podium)
* Miteinander singen (Caroline Koller und Hubert von Goisern)
* Interventionen: Die schweren Jungs (Volksmusik-Kabarett, Bad Goisern)

TeilnehmerInnen am Podium
* Hubert von Goisern (folk musician)
* Gerlinde Haid (Professor at Institute for Folk Music Research, Vienna)
* Gerard Mortier (Salzburg Festival)
* Elfriede Jelinek (Author)
* Bogdan Roscic (Ö3)
* Sepp Forscher (TV presenter)
* Presenter: Barbara Rett (ORF)

12. Mai 2001, 9.30 Uhr, Kongreßhaus in Bad Ischl

09.30 Eröffnung durch Helmut Haas, Bürgermeister von Bad Ischl
10.00 Volksmusik - Traditionen : Brüche mit Hubert von Goisern
11.00 Pause
11.30 Präsentationen zur Volksmusik (Universität Salzburg)
12.30 Mittagspause
14.00 Volksmusik erfahrbar machen - mit Hubert von Goisern und Caroline Koller (ORF)
15.00 Pause
15.30 Workshops

Schreibwerkstatt (Hubert von Goisern)
* Wie schreibt man Liedtexte in der Volksmusik? Worauf kommt es an? Wie kann ich mich am besten ausdrücken? Wir probieren im Workshop unterschiedliche Schreibformen aus.

Singen (Caroline Koller)
* Wie wurde früher gejodelt und welche Jodler gibt es heute? Alte Lieder - wieder - entdecken, neue Singweisen ausprobieren, ist das Ziel des Workshops. Dabei soll die Freude am gemeinsam Singen im Mittelpunkt stehen.

Biographien erkunden - Alltagsgeschichten erzählen (Heinz Blaumeiser/ Elisabeth Wappelshammer)
* Musik dieseits von Oper und Konzertsaal: Welche Musik prägte unsere Kindheits- und Jugenjahre? Nach einer kurzen Einführung in die Methodik lebengeschichtlicher Gruppengespräche wollen wir am Beispiel unserer persönlichen Musikerfahrungen herausarbeiten, wie Menschen als Generationen geprägt sind und in unterschiedlichen sozialen Räumen und Milieus Lebenserfahrungen machen.

Vereinskulturen, Generationen, Geschlecht (Hans Pammer, OÖ Volksbildungswerk und NN)
* Traditionen und Brüche prägen auch die Kultur der Vereine. Diese Werkstatt bearbeitet vor allem das Verhältnis der Generationen: Welche Bedeutung hat Volksmusik für das Mit- oder Gegeneinander von Alt und Jung? Was erwarten die Alten von den Jungen und die Jungen von den Alten? Was stößt Jüngere ab, was ärgert die Älteren? Wann ist Volksmusik ein alter Zopf, wann verbreitet sie einladende Aufbruchstimmung? Was heißt das alles für die Zukunft der Vereinsbart?

20.00 Uhr Konzert, Lehar Kino, Bad Ischl

* Blasmusik spielt auf dem Vorplatz auf
* Unterschiedliche Gruppen spielen (5 bis 6 Gruppen)
* Präsentation eines neuen Volksmusik-Labels

13. Mai 2001, ab 9.00 Uhr im Kongreßhaus Bad Ischl

ab 9.00 Uhr: Musikalisches Frühstück
10.00 - 12.00 Uhr: Workshop-Präsentationen
12.00 - 13.30 Uhr: Abschluß: Wie geht's weiter? Volkskultur und Erwachsenenbidung: Round table mit OÖ Volksbildungwerk, lokalen Verein und PolitikerInnen
Ab 14.30 Uhr: Musikalischer Ausklang am Siriuskogel

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