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| DIE FERNSEHSAGA - EINE STEIRISCHE FERNSEHGESCHICHTE | ||||||
Für diese TV-Produktion 1995 schrieb Julian Pölsler das Drehbuch und führte Regie. Hubert von Goisern war für die Musik verantwortlich und am Anfang und Ende des Filmes hört man Heast as Net. Der Film erzählt die Geschichte des Fernsehens von der Perspektive eines kleinen abgelegenen steirischen Dorfes. Der Film ist ein Koproduktion von ORF und BR und wurde Anfang November 1996 zum erstenmal ausgestrahlt.
Kurier 24. Juni 1996 Der Hit im ORF-Herbst: Julian Pölslers "Steirische Fernsehgeschichte"
Was täten ein Goiserer und ein Steirer ohne die Kärntner Straße? Hubert von Goisern und Julian Pölsler jedenfalls hätten sich vielleicht nicht bereits 1987 kennengelernt, schulterte der Volksmusik-Erneuerer nicht damals sein Akkordeon auf der Wiener Prachtmeile. Denn: Hoit aus, dachte sich da der vorbeiflanierende Filmemacher. Und machte abrupt halt. Natürlich, das war lange bevor das "Hiatamadl" die Hitparade erklomm. Lange auch, bevor Pölsler die Standesbeamten-Serie Auf immer und ewig drehte. Aber Naturburschen haben eben einen Blick füreinander. Bis Hubert von Goisern, der schon in Hölleisengretl einen passablen Schauspieler abgab, auch auf Julian Pölslers Regieanweisungen hört, wird noch ein Jahr ins Land ziehen. Doch eine Musik hat er dem Freund mittlerweile komponiert: für Die Fernsehsaga - eine steirische Fernsehgeschichte. Der ambitionierte Zweiteiler wird am 30. 10. und 2. 11. in ORF 2 ausgestrahlt. Und die Vorpremiere im steirischen Trautenfels, einem der Drehorte, macht sicher: Diese amüsant-melancholische Erinnerung an die Frühzeit der TV-Ära wird ihr Publikum bis weit über die Landesgrenzen hinaus finden. 1. August 1955, Punkt 17 Uhr. Der Österreichische Rundfunk startet sein Fernsehversuchsprogramm, vorerst auf wenige Stunden am Tag beschränkt. Aber das reicht, um das Leben in einem abgelegenen steirischen Dorf völlig umzukrempeln. Bald wird der "Kinski-Blick" aus den Edgar-Wallace-Filmen zum Dorfgespenst, die Kinder wollen schwarze Haare wie Winnetou, und Der Abschied von Lassie rührt alle zu Tränen. "Woody Allens Radio Days hat mich dazu inspiriert", sagt Pölsler, Jahrgang 1954. Und ORF-GI Gerhard Zeiler, bei der Premiere ebenfalls anwesend, weiß, warum er zur "Fernsehsaga" eine besondere Liebe hegt: "Nach der Alpensaga ist das erneut ein großes TV-Projekt." Außerdem wurde der "kleine Gerhard Zeiler 12 Tage und 7 Stunden vor dem 1. August 1955 geboren." Falls Zeiler im Herbst auch die Fernsehsaga-Quote gefällt, gibt es weitere Folgen. Hoffentlich. Bernhard Praschl
Kleine Zeitung 1995 Eine Landeshauptfrau, der Generalintendant und Hubert von Goiserns Hund zelebrierten die Premiere eines bemerkenswerten TV-Filmes
Schloß Trautenfels an den Zehenspitzen des steirischen Grimmings. Hunderte Einheimische scharen sich auf den Treppen. Im Festsaal unterhält sich Landeshauptfrau Waltraud Klasnic mit ihren Bürgern. Hubert von Goiserns leutseliger Labrador-Huskie-Mischling holt sich Streicheleinheiten in Serie. ORF-General Gerhard Zeiler quält sich noch im Stau um Liezen. Filmproduzent Dieter Pochlatko schleppt Sessel im Viererpack, um den Ansturm zu kanalisieren. Und Bürgermeister Kurt Tasch gibt einleitende Orientierungshilfe: Pürgg-Trautenfels sei eine der größten Gemeinden des Landes und die schönste der Welt. 1. August 1955. Monatelang hatten der Regisseur Julian Pölsler und sein Team in der Gegend gedreht; nun kamen sie zurück, um das Ergebnis zu präsentieren: Die Fernsehsaga - Eine steirische Fernsehgeschichte erzählt in zwei Teilen und insgesamt drei Stunden die Geschichte eines kleinen Dorfes in den fünfziger Jahren. Den dominierenden Hintergrund bildet das Österreichische Fernsehen, das am 1. August 1955 (Zeiler: "Zwölf Tage und sieben Stunden nach meiner Geburt") seine Sendungen aufnahm. Pölsler, 1954 in der Region geboren, erzählt das Ganze sehr autobiographisch gefärbt und mit viel Humor. Hubert von Goisern - eben von einer Tibet-Tour zurück - schrieb die Musik. Was ORF-Kunden voraussichtlich am 30. Oktober und 2. November sehen werden, begeisterte in Trautenfels: "Der Film war für mich ungemein bewegend", meinte etwa die Landeshauptfrau, "jeder hat darin einen Teil seiner eigenen Geschichte erblickt." Frido Hütter |