hubert von goisern - die offizielle site DE / EN
 news biografie musik & projekte linz europa tour diskografie lyrics film fanclub vermischtes shop lexikon links kontakt linz europa tour site
 
 
MOHAMED MOUNIR

Mohamed Mounir
Foto: © Zymner
Mohamed Mounir ist in Aswan aufgewachsen. Seine poporientierte Musik hat unverkennbar ihre Wurzeln in den verschiedensten Genres arabischer und afrikanischer Musik. Und seine Texte sind durchweg gesellschaftsbezogen und politisch, wobei sich Mounir als Sprachrohr der kulturellen und religiösen Gemeinsamkeiten von Orient und Okzident sieht. Zu seiner Musik lässt es sich auch prima tanzen: Seine Songs werden in Ägypten gern bei Hochzeiten oder zu anderen Feiern eingesetzt, und so ist Mounir der Liebling der ägyptischen, säkulär orientierten Jugend.

Mounir hat, wie Hubert von Goisern, auch Erfahrungen beim Film gesammelt: Der Film Das Schicksal von Youssef Chahine, prominenter Außenseiter des ägyptischen Kinos und zugleich dessen international bekanntester Repräsentant, ist eine Abrechnung mit dem anwachsenden Fundamentalismus seines Landes. Mounir spielt den im 12. Jahrhundert lebenden Sänger Marwan, der einem Mordanschlag verhetzter Fanatiker beim ersten Mal noch entgeht, beim zweiten Mal erliegt - ein Verweis auf das Schicksal algerischer Rai-Sänger, aber auch ägyptischer Literaten wie Nagib Mahlus oder Farag Foda.

Nach dem Anschlag vom 11. September brachte er das Album Earth... Peace heraus. Das Video zu dem Titelsong Give Me Strength, O Messenger of God durfte lange Zeit nicht im ägyptischen Fernsehen übertragen werden. Vor ein paar Tagen gab Mohamed Mounir in Berlin ein Konzert. "Es sind traurige Tage für die gesamte Menschheit", sagte er in bezug auf den Irak-Krieg. "Aber wir sind die Mehrheit. Wir sind diejenigen, die Frieden, Gerechtigkeit und die Musik lieben." (www.hr-online.de)

Mohamed Mounir Offizielle Site

www.mshwarmounir.com

Superstar aus Ägypten on Tour mit Hubert von Goisern!

Virgin 16. Juni 2003

Mohamed Mounir ist mehr als die schillerndste Gestalt des ägyptischen Pophimmels. Mit seinen durchdachten und damit zwangsläufig auch provokanten Texten gibt er seine oftmals kontroversen Ansichten zur Politik und Philosophie wieder. Seine Karriere begann der ehemalige Kunststudent im Kairo der 70er und avancierte rasch, doch nicht ohne anzuecken, zum geachteten Künstler. Mit seiner Musik und deren Inhalten wurde er zum Synonym für eine liberale Denkweise und der Sehnsucht nach Reform. Und auch hierzulande ist Mohamed Mounir liberal denkende Muslime und linke Intellektuelle schon längst ein Begriff und zugleich Inbegriff für den Dialog zwischen den Kulturen.

Vom 19. Juni bis 6. Juli tourt der populäre Nubier mit Hubert von Goisern. Gemeinsam - im besten Sinn des Wortes - und nicht wie gemeinhin üblich ausschließlich "nacheinander" - werden Goisern / Mounir ihren Beitrag zum Thema "Interkultureller Dialog" vorstellen. Die Entscheidung zu dieser gemeinsamen Tournee fiel vor rund einem Jahr, unmittelbar nach einem vom Goethe Institut initiierten Konzert der beiden in der ehemaligen Fundamentalisten-Hochburg Assuit. Mehr als 17.000 Zuschauer bestätigten, was die beiden Künstler schon für sich entdeckt hatten: Die Musik ist eine Sprache, die kulturelle Unterschiede überwinden hilft. Nun, mehr als ein Jahr später und aktueller denn je, treten die beiden Grenzgänger zur Verständigung zwischen Orient und Okzident an. Anspruchsvoll und wichtiger denn je! - Die Presse sieht's genauso reagiert mit massiver Publicity auf Tournee und Tonträger.

Ana Albi Masakin Sha'biya

VÖ 16. Juni 2003

Ana Albi Masakin Sha'biya

Bestellen Sie jetzt!

1. So Ya So 7. Shie'a Min Ba'eed
2. Beteb'edini 8. Okhrog Min El Biban
3. Hikayati Ma'a El Zaman 9. Dairat El Rehla
4. Ana Albi Masakin Sha'biya 10. El Nawassi
5. Lamma El Naseem 11. So Ya So
6. Ayneek Hilween  

Iftah Albak

VÖ 16. Juni 2003

Iftah Albak

Bestellen Sie jetzt!

1. Yaba Yaba 5. Iftah Albak
2. Ganninni Toul El Bea'Ad 6. Alb El Watan Magrooh
3. Eyneki El Amar 7. Sah Ya Badah
4. Law Battalna Nehlam Nemut 8. Ya Hal Tara

Fi Isjk El Banat

VÖ 16. Juni 2003

Fi Isjk El Banat

Bestellen Sie jetzt!

1. Talab El Samah 7. Syedi
2. Fi Isjk El Banat 8. Daowar
3. Khayef 9. Wa Ashri
4. Ya Tayer Ya Tayer 10. Rabbak Lamma Yereed
5. Hawen Ya Layel 11. Fi Isjk El Banat (Remix)
6. Ana Bashak El Bahr  

Earth ... Peace

Earth ... Peace

Bestellen Sie jetzt!

1. Madad 7. Absheru Ya Shabab
2. Salli Ya Waheb Al Safa 8. Ashraka Al Badru
3. Allahoo Ya Allahoo 9. Madad
4. Salatun Fi Sirri Wa Gahri 10. Salli Ya Waheb Al Safa (Instrumental)
5. Salatullah Ya Mawlay 11. Salatullah Ya Mawlay (Instrumental)
6. Salatun Ala Al Mustafa 12. Allahoo Ya Allahoo (Instrumental)

Der ägyptische Popstar Mohamed Mounir untersucht den Islam und sein Verständnis im Gesang

Yahoo! News 31. Jänner 2003

Mohamed Mounir ist für seine durchdachten und manchmal provokativen Texte bekannt, ein Popstar, der sich für mehr als Musik interessiert.

Mohamed Mounir
Foto: AP

KAIRO (AP) - Nach den Anschlägen vom 11. September trieb es den Sänger an, mehr über den Islam zu erfahren, von dem er befürchtete, dass er im Westen als Ursache von Terrorismus und Intoleranz angesehen werden würde. Deswegen begab sich Mounir letzten Winter zum ersten Mahl auf die Hajj, die Pilgerreise zum Herzen des Islams. Er kam mit einer kritischen Einstellung zurück, sowohl gegenüber den Moslems, von denen er sagt, daß sie kein wirkliches Verständnis ihres Glaubens suchen, als auch gegenüber einem Westen, der das mißversteht.

Mounir veröffentlichte das Album Earth...Peace, mit dem Song Give Me Strenght, Oh Messenger of God, den er zusammen mit Kawthar Mustafa geschrieben hat. In diesem Lied singt er: "Das Vergießen von jedem Blut wird von Gott als Sünde verurteilt."

Das Album erschien einigen als überraschen religiös für einen Künstler, der als der Held des Säkularismus angesehen wurde. Für andere war es nicht religiös genug; das Video zum Song wurde von den meisten arabischen Satellitenkanälen boykottiert.

"Meine Rolle, und die Rolle eines jeden Arabers, der diese Nation, ihre Würde und Ehre liebt, ist uns und unsere Ideen zu rekonstruieren. Wir sollten gegen fundamentalistische Gedanken kämpfen, weil der Islam nicht nur die Botschaft eines Propheten ist, sondern vielmehr eine blühende Gesellschaft mit schönen Werten", sagte Mounir in einem Interview.

"Nach den Anschlägen habe ich gesehen, daß die arabische Welt ängstlicher geworden ist und den den Glauben an sich verloren hat." In den Zwischenzeit "unterscheidet" die westliche Welt "nicht mehr zwischen einem menschlichen Moslem und einem Terrorist, zwischen einem Extremisten und einem Künstler und zwischen einem gemäßigten Bürger und einem Reaktionären."

Der Videoboykott ergab sich Berichten zufolge weil Mounir "maddad" sang, ein umgangssprachliches Wort, dessen grobe Bedeutung "gib mir Kraft" ist, das aber auch als eine Anrufung des islamischen Propheten übersetzt werden kann, im Auftrag der Menschen mit Gott zu verhandeln. Strenggläubige Moslems sagen aber, dass niemand zwischen Gott und den Gläubigen vermitteln kann.

Der 48jährige Künstler hat mit diesem Schritt die Kontroversen übernommen. "Es ist dieser Kampf gegen starre Gedanken, der etwas aus einem macht," sagt er.

Diese Philosophie erfaßt einen seiner bekanntesten Charaktere. In Destiny, einem 1997 entstandenen Film von Youssef Chahine, einem führenden ägyptischen Regisseur, spielte Mounir Marwan, einen Sänger in dem von arabischen- und Berberdynastien in Spanien errichteten islamischen Staat des 12. Jahrhunderts. "Marwan und ich sind ein und derselbe", sagt Mounir und beschreibt den Charakter als einen "begabten Künstler, der nicht glaubt, daß es in der Kunst irgendetwas gibt, das als Sünde verdammt werden muß."

"Singt laut, nichts soll Euer Singen beenden," sang Mounir als Marwan in einem weiteren Mustafa-Hit.

Mounir, der auf den Soundtracks von neun Chahine-Produktionen gesungen und bei einigen mitgewirkt hat, sagt, daß er stolz darauf sei, Chahines "Stimme in den Filmkunst" zu sein. Ihre Zusammenarbeit in dem Film An Egyptian Tale resultierte in einem bekannten Lied mit dem selben Titel, den einfache Ägypter sich als Hymne zu eigen gemacht haben. Die Musik wurde vom späten Ahmed Mounib geschrieben, einem nubischen Volksmusiker, der Mounirs Mentor war. Der Text von Abdel Reheim Mansour beinhaltet:

Wer wird für Euren Erfolg gebeugt?
Eure armen Bauern.
Wer wird für Euren Wohlstand gebeugt?
Eure gütigen Arbeiter.
Wer ist derjenige, der sein Gewissen verkauft und dafür Zerstörung bekommt?

Mounir war auch in sieben Filmen für andere Regisseure zu sehen - beinahe alle mit patriotischen Themen - und trat auch in Fernsehserien und -spielen auf.

Er begann seine Karriere als Künstler in den 1970er Jahren, nachdem er aus der südlichen Stadt Aswan an die Universität von Kairo gekommen war, um Kunst zu studieren. Er war von Anfang an etwas anderes. Seine Musik bezog im Gegensatz zu der meisten ägyptischen Popmusik, die von arabischen Klängen dominiert wurde, Rhythmen und Volksmelodien aus der nubischen Kultur mit ein, der Region, wo sich Afrika und Ägypten treffen.

Am Anfang, in einer Zeit, in der Sänger oft Anzüge trugen und mit Orchestern auftraten, erregten Mounirs bequeme Outfits und sein Auftrittsstil Verachtung. Er wiegte sich, sprang und tanzte in einer Art, wie sie dem ägyptischen Publikum unbekannt war. Aber sie sahen ihn als Genie an, und er wurde bald ein respektierter Star, der den Weg für andere nubische Musiker ebnete.

Über die Jahre wurde er dafür bekannt, Worte zu finden, die seine Auffassung zu Politik und Philosophie wiedergaben; seine Musik wurde für viele Ägypter zum Synonym für liberale Gedanken und die Hoffnung und das Verlangen nach Reform.

Manchmal arbeitet er eng mit Lyrikern zusammen und schreibt mit an Songs.

Eine Schüssel traditionellen nubischen Räucherwerks brannte während eines kürzlich geführten Interviews in seinem Kairoer Apartment. Der Sänger erschien entspannt, in bequemer Kleidung - einem cremefarbenen, weiten Shirt, Leinenhosen und Halskette - zeigte aber auch die Zurückhaltung, für die er bekannt ist.

Mounir, der selten Interviews gibt, wollte nicht über das Schicksal seiner Heimatregion diskutieren, ein sensibles Thema in Ägypten. Die Nubier wurden gezwungen, das Gebiet zu verlassen, als Ägypten 1972 den Damm von Aswan erbaute.

Er wollte aber über andere Dinge sprechen.

Eine kürzliche pro-palästinensische Welle sah beinahe jeden anderen ägypischen Sänger, der Lieder aufnahm, als Unterstützer der Palästinenser an; Mounir sang schon seit Jahren über sie.

"Ich habe den Traum von einem besseren menschlichen Wesen, von besseren Lebensstandards," sagt Mounir, und er fügt hinzu,"ich hasse Korruption, ich hasse Angst und ich liebe Träume, die auf Logik basieren."

Rawya Yageh

<< GRENZENLOS 2003 ::
DE EN