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15. August 2003
Fotos © Peter Ernszt | Klick zum Vergrößern
Augsburger Allgemeine 28. Juli 2003 Hubert von Goisern und Haindling begeisterten beim Gipfeltreffen in Kaltenberg Kaltenberg. "Ihr versteht's des oane genauso wenig wia des andere", spöttelt der Achleitner alias Hubert von Goisern in sein Mikrofon. "Is wuascht, ob's as versteht's. Was eich einfallt, des gült." Hat er nun ein Kommunikationsproblem mit seinem Publikum oder hat er es nicht? Gemessen an der Begeisterung seiner 12000 Anhänger in der Arena von Kaltenberg: Er hat es nicht. Genauso wenig wie Haindling. Im Schulterschluss traten die beiden am Wochenende zum Gipfeltreffen der progressiven Volksmusikszene an. Ein Cross-over aus bairischer Mundart, bodenständigem Alpinsound und Weltmusik war die Qualitätskonstante für eine genüssliche Alternative zur Tümlichkeitsfront. Schunkeln und Samba Freilich: Verboten ist nichts. Es darf geschunkelt werden, wenn Hubert von Goisern seine Ziach bearbeitet, im Hintergrund der E-Bass dröhnt und zum Samba-Salsa-Reggae-Mix temperamentvoll die Hüften gewippt werden. "I wollt, i wär' a wengerl mehr katholisch", poltert der Österreicher ironisch über die Lautsprecher, um aus seinem Weltenwanderer-Rucksack ein um den anderen Jodler in den Abendhimmel über Kaltenberg zu entlassen. Die Zeit mit den Alpinkatzen liegt weit zurück. Seine musikalische Botschaft ist umfassender geworden. Die "Hiata-Madl"-Rock-Rebellion ist in eine Art Alpen-Ethno-Pop gemündet. Lässiges Karibikflair verbreitet Hubert von Goisern in der alten "Long-Song-Tradition" mit Akipenda, Funk und Landler umschlingen sich, Afrika und diatonischer Hintergrund verschmelzen in der Musik des globalen Instrumenten-Tausendsassas. Zweifellos ein Höhepunkt seines Auftritts: Wia die Zeit vergeht, mit dem der Klangtourist von seiner transkontinentalen Tour wieder in Mitteleuropa einschwebte - romantisch, schwermütig und einfach mitreißend. Das Publikum bedankte sich für die faszinierende Stilmixtur mit begeistertem Applaus. [...] Angela Häusler Danke Mary
5. August 2003
Fotos © E & H Christl | Klick zum Vergrößern
Süddeutsche Zeitung 29. Juli 2003 Musikalisches Gipfeltreffen in Kaltenberg "I wollt I war a bisserl mehr katholisch", gesteht Hubert von Goisern seinem Publikum. Warum er diesen Wunsch hegt? "Wegen der Absolution", erklärt er und schwärmt, wie großartig es doch sei, mal eben schnell mit ein wenig Beichten seine Sünden los zu werden. Jeder tibetanischer Buddhist müsse da neidisch werden, weil er dazu mindestens drei Monate brauche. "Wann er schnöi is." Als er das sagt, steht er seit einer halben Stunde auf der Bühne beim Kaltenberger Gipfeltreffen in der voll besetzten Arena vor 12000 Menschen. Die hat er zu dem Zeitpunkt schon auf seine Seite gebracht und kann sich ein paar ketzerische Worte gegen Rom und den Papst erlauben. Ganz am Anfang wäre das etwas schwieriger gewesen. Das Publikum war da nämlich noch auf Distanz und hat ziemlich verhalten Beifall gespendet - er und seine sechs Bandkollegen mussten erst beweisen, wie breit ihr musikalisches Spektrum ist. Kostproben von alpenländischer Polka mit Akkordeon oder Mundharmonika bis zu weltläufigem Funk haben aber doch für Stimmung gesorgt. Nun folgt das Publikum also fasziniert der Tour durch die Musikstile dieser Welt. Da besingt von Goisern ewiges Schädelweh im Blues, durchdringt die Köpfe der Zuhörer mit einem sirenenhaften Jodler, spielt dann wieder "was vo weiter weg" und zeigt seine Kenntnisse in Kizuaheli. Dabei spielt er Trompete und Querflöte, und beim Salsa-Percussion-Stück seiner Band trommelt er kräftig mit. Die Stimmung wird erst wieder bedächtiger, als er Heast as net anstimmt und jeden einzelnen daran erinnert, wie schnell sie doch vergeht, die Zeit. [...] Michael Tibudd
www.ritterturnier.de 28. Juli 2003
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