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"Vielleicht auch erzieht die Kultur der Donau, die sich so
offen und kosmopolitisch gibt, zu eben dieser Angst, der inneren Verschließung;
es ist eine Kultur, die über allzu viele jahrhunderte hinweg besessen
war vom Gedanken der Eindämmung und der Abschottung gegenüber
anderen?" am rechten ufer gelegen, linksufrig: serbien. Das stadtbild, eine grosse verkrustete wunde. Narben die vielleicht nie vergehen werden, auch wenn die zerschossenen bauten irgendwann einmal abgetragen oder wieder hergestellt sein werden. Bei jedem gesellschaftlichen wetterwechsel werden sie jucken und schmerzen. In der stadt selber spürt man den nachhall des krieges wenn man in kontakt mit den leuten tritt. Wenn sie überhaupt lächeln ist es scheu und unsicher. Ein älterer mann, der im schatten eines baumes am boden auf einer ausgebreiteten zeitung sitzt erzählt mir trotz mehrmaliger hinweise, dass ich ihn nicht verstehen würde, eine lange geschichte in der ich immer nur die wörter motorbike heraushöre sowie serbische polizei. Dabei weist seine rechte hand auf die andere seite der donau. Irgendwann verabschiede ich mich von ihm und gehe zurück aufs schiff. Gegenüber der bühne steht, mahnender noch als die zerstörten bauten ringsum, ein verkohlter baum, wahrscheinlich eine linde. Er wurde tagelang beschossen bis er endlich in flammen aufging. Welch unvorstellbare zerstörungswut; die sogar vor pflanzen nicht halt macht. Unbeeindruckt von alldem, brennt die sonne auf alles was ihre strahlen erreichen. schon ab 11h hält man es nur mehr im schatten aus. Ich geh mit der hälfte von uns auf eine insel baden. Das wasser, schlammig-trüb aber erfrischend.
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