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die begrüssung unserer gäste fand gestern spät abends nach unserer ankunft statt. sie griffen auch gleich zu den instrumenten und geigten eine stunde lang auf. trotz der grossen anzahl sind sie die angenehmsten gäste bisher, helfen beim putzen und aufräumen, sind nicht überdreht oder unmässig. leider sind auch in vidin die lokalen vorbereitungen des konzerts ziemlich schlecht. diesmal ist zwar plakatiert worden, dafür existiert der platz an dem wir hätten spielen sollen als spielort nicht mehr. ich hab ihn vorigen herbst zusammen mit dem vizegouverneur ausgesucht, jetzt liegt da ein restaurantschiff fix vertäut. ich schlage als alternative den etwa 1km vom zentrum entfernten strand bei der alten burg vor. das will aber die stadt nicht. ihr angebot, neben dem restaurant-schiff in die kaimauer hineinzuspielen ist ein witz. na das wird wieder was. hoffentlich wird's was! Es gibt eine kurzer diskussion mit der vom magistrat eingeteilten beamtin die schon bevor das erste wort gewechselt eine verbitterte miene zur schau trägt. zu lange habe ich daran gearbeitet und ganz andere, viel grössere hürden habe ich genommen, als dass mich eine frustrierte beamtin ausser tritt bringen könnte. ich schlucke wohl oder übel die kröte und entscheide mich mangels einer alternative für die gegen-die-wand variante. kapitän Peter Werners idee eines partisanen akts hätte mir zwar besser gefallen, nämlich das schiff auch ohne dem segen der stadt vor die burg zu stellen (die schifffahrtsbehörde hat uns dazu freie hand gegeben). ich möchte aber unseren bulgarien-abschnitt nicht mit einer konfrontation beginnen. zu mittag gibt es eine pressekonferenz im rathaus, mit einem dutzend medienvertretern, dem bürgermeister und sogar dem österreichischen botschafter, der eigens aus sofia dazu angereist ist. die dame mit dem grimmigen blick ist gott sei dank nirgends zu sehen. als ich wieder ins freie trete hat es 43°C im schatten! das wasser der donau ist hier nicht besonders einladend, trotzdem gehe ich hinein um etwas linderung zu erfahren. als Karandila um 21h zu spielen beginnen, liege ich apathisch herum, aber mit den ersten tönen der "soliden alm" erwachen meine geister und wir spielen das beste konzert der tour bisher. die beiden stücke mit unseren gästen sind ein hammer: als wir "poika" und "I bi ån" anstimmen, steigt der rauch auf. insgesamt spricht man von über 2000 zuschauern, bzw. -hörern, denn tatsächlich können uns leider nur jene, die in den ersten beiden reihen stehen, sehen. das konzert ist trotz der schwierigen bedingungen ein grosser erfolg, sogar der bischof der hiesigen orthodoxen kirche ist gekommen und bis zum letzten lied geblieben.
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