23.
juni 2007 - wien, donauinsel
nachts finde ich keine ruhe. zu allem was passiert ist
lässt mich die von der donauinsel herüber klingende umpf-umpf-umpf
musik, die alles in stumpfsinn ertränkt, nicht schlafen. eigentlich
wollte ich nie hier spielen, ich halte nichts von dieser stimmung, von
der massenbelustigung, dem massenbesäufnis. ich bin unsäglich
wütend auf jenen wiener kulturpolitiker, der uns auf diese insel
lockte, weil er nur dann für die finanzielle absicherung sorgen
wollte. Er brach sein wort mit einem lächeln. jetzt fehlen €25
000,- in unserer tasche. wir wurden gelinkt von einem linken. "wean
du bist a taschenfeitl, unter an himmel voll schädlweh..." mein
team arbeitet die ganze nacht. Es hat sofort begonnen alle teile die
unter wasser standen - also das meiste - zu zerlegen, mit pressluft auszublasen
und trocken zu föhnen. Wir haben den plan das konzert morgen nachzuholen,
vorausgesetzt wir bringen alles zum spielen. Was einem glaubensbekenntnis
gleichkommt.
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