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HUBERTS LOGBUCH

 24. juli 2007 - galati

(galatz gesprochen und in alten österr. publikationen auch so geschrieben)

Gleich nach dem konzert fahren wir das dach ein, die bühne herunter und sind um 2h bereit zum ablegen. Sdob si Sdub aus moldavien sind an bord und auf geht’s zum nächsten spielort, nach galati wo wir zwei stunden später ankommen. Als ich ins bett gehe hat meine kabine 25°C; das ist fast schon kühl.

In der nacht gab es beinahe ein unglück – unsere moldavischen gäste begaben sich an den bug der barge und öffneten während der fahrt aus jux oder versehen die vertäuung zu unserem wohnschiff. Gott sei dank wurde es bemerkt und wieder in ordnung gebracht, sonst wären wir mit dem wohnschiff gekippt, unter die barge gezogen worden und damit alle die dort untergebracht sind im schlaf jämmerlich ertrunken. Der schock sitzt bei allen noch tief. Gott sei dank!

11h, gerade am spielort gewesen. Der schweiss rinnt in bächen über gesicht, brust und rücken. Es sind schon wieder über 40°C. angekündigt sind 45 - wann wird das je ein ende haben? Und wann wird es je einen gut vorbereiteten auftritt geben? Auch hier keinerlei präparationen. Unsere agentin aus bukarest die alles vorbereiten hätte sollen hat so gut wie nichts getan, verlangt dafür geld und auch noch dauernd, dass man sie lobt. Wir kümmern uns mehr um sie als sie sich um uns. Auch wenn sie nervt, sie tut mir irgendwie leid, denn alle gehen ihr aus dem weg.

Um der hitze etwas zu entfliehen lasse ich mich mit der zille auf die rechte seite der donau übersetzen. Dort ist eine art wiese mit bäumen in deren schatten ich für das konzert am abend wenn schon nicht kraft tanken, so wenigstens sparen will. Denn sich gegen diese vulkanische glut zu stemmen kann zermürben.

So einladend der platz aus der ferne war, so enttäuschend ist er aus der nähe. Jede form von dreck die man sich vorstellen kann. Das wasser aber ist sauber, nur schwebstoffe machen es trübe. Die donau fließt gemächlich und breit in einem lehmbett dahin. Es ist als würde sie sich zeit lassen um den letzten teil der strecke noch zu genießen. Zum meer sind es noch 150 km, aber man kann es erstmals spüren.

Hubert von Goisern

 

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