25.
juni 2007 - unterwegs stromaufwärts irgendwo in der wachau; zwei bis
drei stunden vor melk
eigentlich hätten wir schon vor sieben stunden am nächsten
spielort sein sollen. was sich schon auf der fahrt nach wien angedeutet
hat wird zur gewissheit: das schubschiff ist zu schwach. wir brauchen
ein stärkeres. gott sei dank ist das konzert erst morgen. wieder
geht ein tag verloren an dem wir gehofft haben die nötigen abstimmungen
der ton- und lichtanlagen machen zu können. ich wollte ein abenteuer
ich habe es bekommen. ich wollte meine grenzen ausloten, ich stehe vor
ihnen. es ist leicht solche kühnen behauptungen und strategien in
der sicheren stube zu formulieren. die umsetzung ist meist bedrohlich
wenn nicht gar beängstigend, auf jeden fall nervenaufreibend. wir
müssen trotz der widrigen umstände und überwältigenden
technischen wie logistischen probleme die inhaltlichen vorhaben und behauptungen
einlösen, d.h. künstler an bord nehmen, sie einbinden, gastgeber
sein mit allem was dazu gehört. diese vision wird wirklich auf die
probe gestellt. zurzeit haben wir claudia koreck, eine bayrische liedermacherin
und ihre band mit an bord. Sie proben gerade auf unserer eingefahrenen
bühne. draussen ziehen die terrassierten weinberge vorbei und ich
warte darauf endlich selber eine probe halten zu können; die erste
seit vier wochen. es wird abend bis die gäste ihre instrumente wegpacken
und wir im begriff sind zu beginnen. da kommt der dritte sturm dieser
reise auf; mit derselben plötzlichkeit und vehemenz wie schon am
vergangenen donnerstag und freitag in wien. jedoch wir sind auf der hut,
reagieren schnell und richtig, verzurren alles unter planen bzw. in container.
an ein proben ist natürlich nicht mehr zu denken, denn als das wetter
vorbei ist, steht die bühne abermals unter wasser. eine journalistin,
die uns an diesen schwierigen tagen begleitet, verfasst darauf hin einen
artikel der das ganze projekt als ein einziges, riesiges, unbewältigbares
problem darstellt. vielleicht ist es das ja, vielleicht ist es wirklich
etwas das misslingen wird. das potential ist immer da. aber bis jetzt
haben wir uns gut zur wehr gesetzt.
 |
|