Hubert von Goisern
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FLÜCHTLINGSHÄUSER

Vermischtes: 2016

Spatenstich für Flüchtlingshäuser in Salzburg

Salzburger Landeskorrespondenz / Österreich hilfsbereit 29. April 2016 | Fotos: © Franz Neumayr

Hubert von Goisern ist Schirmherr des neuen Flüchtlingsprojekts

Hubert von Goisern Für sechs neue Flüchtlingshäuser am Flussbauhof-Areal in Salzburg erfolgte am 29. April, der Spatenstich. 500.000 Euro aus der Spendenkampagne "Ein Dach mehr. 5 Flüchtlinge weniger" ermöglichen, dass auf dem Gelände des ehemaligen Flussbauhofes in Salzburg in der Alpenstraße 155 nun das erste von insgesamt sechs Holzhäusern für Flüchtlinge in errichtet wird. Die Baukosten für alle sechs Häuser belaufen sich auf 3 Millionen Euro.

Pate für das erste Haus ist Liedermacher und Weltenmusiker Hubert von Goisern: "Die akute Flüchtlingssituation lässt sich nicht wegmeditieren oder aus-der-welt-beten. Darüber nachdenken ist notwendig, ebenso darüber reden. Aber irgendwann muss man auch handeln und einen Beitrag zum Frieden leisten. Denn Solidarität mit Menschen in Notlage ist unumgänglich, wenn wir unser eigenes Menschsein ernst nehmen."

Die Errichtung und den Betrieb für die temporären Unterkünfte übernimmt das Rote Kreuz. Ermöglicht werden die neuen Häuser durch "Österreich hilfsbereit" und die zahlreichen Österreicherinnen und Österreicher, die für das Projekt gespendet haben.

Die sechs Holzhäuser für bis zu 243 Bewohnerinnen und Bewohner werden nach Vorbild der Flüchtlingsquartiere in Seekirchen am Wallersee und Tamsweg errichtet. Die intensive Betreuung mit Integrationsmaßnahmen umfasst 24-Stunden-Betreuung, Selbstversorgung und gezielte Integrations-Maßnahmen wie Sprach- und Orientierungskurse, Freizeitangebote und Beschäftigungsangebote.

Projekt in Salzburg soll Anstoß für weitere Initiativen sein

Für Christian Konrad soll das Projekt in Salzburg "ein Anstoß für weitere Initiativen sein. Wir brauchen möglichst viele Einzelpersonen und Unternehmen die sich bereit finden Projekte zu verwirklichen. Denn noch immer sind Flüchtlinge in Österreich teilweise in zu großen Quartieren untergebracht und noch immer kommen Menschen auf der Suche nach Schutz über die österreichische Grenze. Über 17.000 Menschen haben in diesem Jahr bereits einen Asylantrag gestellt, pro Woche sind es aktuell rund 1000 Anträge."

Das Rote Kreuz Salzburg hat ein Konzept für die längerfristige Unterbringung von Asylwerbern entwickelt. Aus dem Auftrag des Landes Salzburg, ein Konzept für Containerdörfer zu erstellen, entstand die Idee anstelle der Container Holzfertigteilhäuser einzusetzen. Gemeinsam mit einem renommierten Salzburger Holzbau-Unternehmen – der Firma Meiberger aus Lofer – und der Salzburger Architektin Melanie Karbasch, entwickelte das Rote Kreuz Salzburg dieses Konzept.

Die Holzhäuser werden innerhalb kürzester Zeit aufgestellt und können auch genauso zerlegt, wieder aufgebaut und weiter verwendet werden. Das Rote Kreuz Salzburg konnte in Tamsweg und Seekirchen bereits für mehr als 150 Personen, die auf die Bewilligung ihres Asylantrags warten, eine menschenwürdige Unterkunft schaffen.

Spatenstich für Flüchtlingshäuser

Neue Großquartiere für Flüchtlinge in Salzburg

Salzburger Nachrichten 30. April 2016

240 Flüchtlinge ziehen in die Alpenstraße. Hubert von Goisern ist Pate des Rotkreuz-Quartiers.

Das Thema Flüchtlinge polarisiert wie kein anderes. Wie erleben Sie die Situation?

Da gibt es einerseits die Aussagen von den Regierenden. Die machen keinen Mut. Wenn ich das Bild von Kanzler Faymann vor Augen habe, als er das neue Asylgesetz mit gesenktem Kopf präsentiert hat: Eigentlich hat er sich dafür geschämt. So etwas vermittelt keine Kompetenz. Jetzt ist das Gesetz durch und er ist nicht glücklich – was soll das? Andererseits gibt es viele, die sich für Flüchtlinge einsetzen. Da sind genug dabei, von denen man nichts hört, weil sie einfach anpacken.

Den ersten Wahlgang für den neuen Bundespräsidenten sahen viele auch als Flüchtlingsabstimmung. Wie sehen Sie das Ergebnis?

Es wurde zwar immer vom Asylwahlkampf gesprochen. Aber das war nur eines von vielen Themen. Das Ergebnis ist ein Zeichen für die generelle Unzufriedenheit mit der Regierung. Das Positive an dieser Situation ist, dass es nichts nützt, wenn Rot und Schwarz sich auf Blau umfärben wollen. Das wollten die Wähler auch nicht. Wenn sie die generelle Ablehnung von allem Fremden wollen, dann wählen sie ohnehin den Strache.

Die Leute gehen zum Schmied und nicht zum Schmiedl . . .

So heißt es. Aber wenn die Leute Schuhe wollen, müssen sie zum Schuster, wenn sie etwas anziehen wollen, das ihnen passt, zum Schneider. Du brauchst nicht für jeden Schas einen Schmied.

Gibt's von Ihnen eine Wahlempfehlung?

Ich selbst wähle Alexander Van der Bellen. Aber jeder soll sich selbst ein Bild davon machen, wen er wählt. Die Leute sollen sich überlegen, wer Österreich repräsentieren soll: Wollen wir wieder eine Situation der internationalen Isolation wie unter Waldheim oder der schwarzblauen Regierung? Also ich will das nicht. Aber wenn die Mehrheit der Österreicher für so etwas stimmt, dann muss man auch sagen: Das wird auch wieder vorbeigehen.

Was macht ein Pate für Flüchtlingshäuser?

Ich gehe einmal davon aus, dass ich Sympathiewerte habe und dass die auch übertragen werden auf so ein Projekt. Ich will dazu beitragen, dass dieses Haus nicht nur auf Ablehnung stößt. Butterbrote werde ich sicher keine für Flüchtlinge streichen. Aber ich werde öfter hier vorbeischauen, wenn das Quartier einmal bezogen ist. Es sind spannende Zeiten.