Hubert von Goisern
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INTERVIEW

Vermischtes: 2005

3 Fragen an ... Hubert von Goisern

OÖN 21. April 2005 | Foto: Handlechner

"Emule" ist eine der beliebtesten MP3-Tauschbörsen im Internet. 72 Musikdateien findet das Programm, wenn man nach dem Künstler Hubert von Goisern sucht. Während die Musikindustrie über rückläufige Umsätze - verursacht durch Raubkopieren - klagt, sieht der oberösterreichische Musiker den Trend gelassen.

Hubert von GoisernBietet das Internet für Musiker nicht auch den Vorteil, mehr Bekanntheitsgrad zu erlangen? Wenn Musik gratis ist, könnte die Wahrscheinlichkeit steigen, dass jemand in ein Album hineinschnuppert, das er im Laden nicht kaufen würde ...

Ich freue mich grundsätzlich über jeden, der meine Musik hört.

"Spüren" Sie als im deutschsprachigen Raum erfolgreicher Musiker den Schaden, den Downloader anrichten?

Ich interessiere mich nicht für die Buchhaltung oder Bilanzen der Musikindustrie. Ich weiß, dass ich vor zehn Jahren mehr Platten verkauft habe als in den letzten Jahren. Aber, das dem Downloaden in die Schuhe zu schieben, halte ich für eine unbewiesene Hypothese.

Hat die Musikwirtschaft den Trend zum Musikdownload im Internet "verschlafen"?

Ich denke, die Musiklandschaft ist viel diverser geworden. Kleinere Einheiten sind anpassungsfähiger und können daher auch subversiver agieren. Das finde ich belebend. So manches Unkraut hat sich im Nachhinein schon als Heilpflanze entpuppt.