Hubert von Goisern
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HvG & DIE GRÜNEN

Vermischtes: 2004

Hubert von Goisern über die Wahl, die Kandidaten und die Grünen

Kurier 25. Februar 2004 | Text: Brigitte Kirchgatterer

Eigentlich ist der Salzburger Musiker Hubert von Goisern lieber auf Auslandsreisen und widmet sich mit Leib und Seele seiner Musik. Dass er in diesem Wahlkampf auch auf der politischen Bühne in Salzburg zu finden ist, ist eine Ausnahme.

"Ich könnte mir nicht vorstellen, so etwas zu tun. Ich hätte nicht den Mumm dazu", meint der Alpenrocker über den Beruf Politiker. Hätte er die Möglichkeit, politisch umzurühren, dann würde das der 51-Jährige zuerst in der Kulturpolitik tun: "In Salzburg ist in dieser Hinsicht alles so bewahrend, so rückwärts gewandt."

Der Grund, warum sich der Musiker nun doch zu Wort meldet, ist, dass er sich "was Neues in Salzburg wünscht". "Ich hätte gerne, dass die Grünen in die Regierung kommen. Wenn ich dazu etwas beitragen kann, tu ich es gerne. Allerdings gibt es Grenzen", meint der Musiker.

Dass SP-Chefin Gabi Burgstaller bei der Bevölkerung so gute Karten hat, kann er in gewisser Weise nachvollziehen. "Sie hat Charme - aber ich weiß nicht, was sie tut." Die Entscheidung der ÖVP, Wilfried Haslauer vor der Wahl ins Rennen zu schicken, hält Hubert von Goisern für "fair gegenüber dem Wähler". Obwohl er hinzu fügt: "Mal sehen, ob dieser Schachzug bei der Endabrechnung auch aufgeht."

Grüne Frische

"Die anderen Parteien haben sicher auch gute Leute. Aber der Lagerdruck ist dort einfach zu groß", meint der Musiker weiter. "Bei den Grünen mag ich die Frische. Bei den anderen Parteien habe ich oft den Eindruck, dass sie zu resignativ sind."Salzburgs Grüne sind in ihrer Politik ruhiger geworden. "Ich beurteile das positiv. Man braucht eine ausgewogene Sachpolitik, um eine breite Basis zu finden. Man muss dafür aus dem Stadium des jugendlich-aufmüpfigem raus wachsen", meint Hubert von Goisern.

Sollte Grün tatsächlich in der Regierung vertreten sein, gibt der Musiker - wie auch 13 Prozent der Salzburger - einer Kombination mit Rot den Vorzug: "Ich glaube, dass das doch besser als Grün-Schwarz zusammen passt.

Wahlkampfauftakt

Tiroler Tageszeitung 14. Februar 2004

[...] Der renommierte Salzburger Künstler und bekennde Grün-Unterstützer stand wenige Minuten zuvor selbst auf der Wahlkampf-Bühne und musste sich einem Kreuzverhör stellen. "Wie gehen die Leute in Tibet mit den Ressourcen um?", wollte die Listendritte Martina Berthold wissen. Von Goisern: "Die Leute kommen dort gar nicht in die Versuchung, zu urrassen!" Und sein Wunsch für die Salzburger Grünen? "Sie sollen die Wahl gewinnen. Kommt's eini (in die Regierung, Anm.), dann kann ich in Ruhe meine Konzerte spielen."