Hubert von Goisern
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LÉHAR FILMTHEATER

Vermischtes: 2004

Rettungsaktion für das Lehartheater

OÖN 20. April 2004 | Text: Edmund Brandner | Foto: Josef H. Handlechner
HvG, Heide und Mounir

Hubert von Goisern, Hannes Heide und Mohamed Mounir vor dem Lehartheater, 2003

BAD ISCHL. Vertreter der Bad Ischler Kulturszene und renommierte Künstler schlagen Alarm: Wenn nicht bald etwas geschieht, verfällt das Lehártheater ganz. Schon jetzt ist das 177 Jahre alte Gebäude, das als Kino und Kulturveranstaltungsort genutzt wird, in einem tristen Zustand. Der morsche Schnürboden ist ein Taubenfriedhof, einsickerndes Wasser lässt den Verputz von der Decke rieseln, die Heizung funktioniert kaum noch, und die Einrichtung ist stark renovierungsbedürftig.

Doch für Erneuerungsarbeiten fehlt das Geld. Die vier Besitzer - die beiden Apotheker Georg und Heimo Hrovat, Kulturstadtrat Hannes Heide und der Steuerberater Franz Krippel - erwarben das Gebäude 2002 von der CA. "Aus Liebhaberei", erklärt Georg Hrovat im OÖN-Interview. "Wir wollten nicht, dass das Haus in die Hände von Spekulanten gerät, sondern seine Funktion behält."

Die Kreditzinsen können mit den laufenden Einnahmen gerade bezahlt werden, so Hrovat. Die Renovierung des denkmalgeschützten Hauses sei jedoch ohne öffentliche Unterstützung undenkbar.

5,5 Millionen Euro Bedarf

Der Investitionsbedarf liegt laut Angaben der Besitzer bei rund 5,5 Millionen Euro. Dafür könnte unter anderem auch der ursprünglich vorhandene dritte Rang unter dem Dach wieder hergestellt und das Platzangebot von 270 Sitzen auf 450 erweitert werden.

Das Land hat bereits eine fünfzigprozentige Unterstützung zugesagt, und auch das Denkmalamt und die Stadtgemeinde Bad Ischl würden einen Teil beitragen. Trotzdem fehlen noch rund 1,2 Millionen Euro. "Wir versuchen, an EU-Förderungen heranzukommen", erklärt Georg Hrovat. "Aber große Hoffnungen haben wir da nicht."

Inzwischen haben sich bekannte Künstler wie Hubert von Goisern, Josef Hader oder Kammerschauspielerin Susi Nicoletti dem Hilferuf der vier Theaterbesitzer angeschlossen. "Es gibt im deutschsprachigen Raum kein vergleichbares Theater mehr", mahnt Lokalmatador Hubert von Goisern.

Traditionstheater in Bad Ischl verfällt

Ö1 Inforadio 20. April 2004

Das Haus als "restaurierungsbedürftig" zu bezeichnen, wäre weit untertrieben. Jetzt soll neuer Glanz und neues Leben in das einstige Sommertheater des Kaisers einkehren: Ein Prominentenkomitee rund um Hubert von Goisern, Susi Nicoletti und den Burgschauspieler Robert Meyer macht sich für die Rettung des Lehartheaters stark.

Ein Theaterjuwel

Das Lehartheater in Bad Ischl ist ein echtes Theaterjuwel, ein bisschen erinnert es, wenn man den Zuschauerraum betritt, an das Theater in der Josefstadt. Ein intimer, mit Stuckarbeiten verzierter Zuschauerraum, drei Ränge, dazu die einstige Loge des Kaisers. Man kann sich vorstellen, dass hier einst erstklassiges Theater geboten wurde. Heute wird das Haus vorwiegend als Kino, aber auch als Gastspielstätte für Kabarett- und Konzert-Events genutzt.

Hannes Heide, parteifreier Kulturstadtrat von Bad Ischl, kann sich an den Schönheiten des Hauses nicht recht erfreuen. Vor einiger Zeit hat er gemeinsam mit drei anderen Ischler Bürgern in einer Art Notrettungs-Aktion das Lehartheater gekauft - jetzt kämpft er mit Wasserflecken und anderen Widrigkeiten.

Ruhmreiche Geschichte

Das Lehartheater kann auf eine große, eine ruhmreiche Geschichte zurückblicken: In seiner Glanzzeit lockte das einstige Sommertheaters des Kaisers Schauspiel- und Gesangsprominenz nicht nur aus Wien an: Johann Nestroy stand hier ebenso auf der Bühne wie Isadora Duncan, Karl Kraus trat im Ischler Theater genauso auf wie Alexander Girardi, Richard Tauber und andere Größen der Theatergeschichte. Auch Hubert von Goisern hat den Theaterraum schon öfter für seine Konzert-Gigs genutzt.

5,5 Millionen Euro für Restaurierung

Hubert von Goisern ist nur einer von vielen Künstlern, die sich für den Erhalt des Lehartheaters einsetzen. Kulturstadtrat Hannes Heide hat eine ganze Riege prominenter Kunstschaffender für seine Initiative zur Rettung des Lehartheaters zusammengetrommelt: Josef Hader und Georg Ringsgwandl sind mit von der Partie, Susi Nicoletti, Michael Heltau, Robert Meyer und viele andere. Wenn es nach Hannes Heide geht, soll das neue, das restaurierte Lehartheater als multifunktionales Kulturzentrum neuen kulturellen Glanz nach Ischl bringen.

Auch wenn's teuer wird, die Ischler scheinen jedenfalls fest entschlossen, um ihr Lehartheater zu kämpfen. Und die Menschen im Salzkammergut, das weiß man, sind ein sturer Menschenschlag.