Hubert von Goisern
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INTERVIEW

Vermischtes: 1995

Ein Mann ... Hubert von Goisern

Brigitte 21/ 95 | Foto: s.e.t.

HvGLängst haben wir den Tirolerhut eingemottet, der sich zu Hubert von Goiserns Alpin-Rock so famos schwenken ließ. Wissen wir doch: Der "Alpen-Zappa" ("Bunte"), die "Quadratur des Geißbocks" ("Frankfurter Rundschau") hat sich in seine ganz persönliche Kunstpause verabschiedet.

Zwölf Monate lang will der Mann nur noch eines sein: Hubert Achleitner, als der er vor 43 Jahren im österreichischen Luftkurort Bad Goisern geboren wurde. Mit viel Zeit für Freundin, Sohn (7) und Tochter (knapp 2). Und für die Berge natürlich. "Die Jahreszeiten erleben" möchte er, "nach Stille suchen, um Melodien in mir entstehen zu lassen".

Der Ruhm, bemerkte Hubert, hat ohnehin seine Schattenseiten. Ein Autogrammjäger verfolgte ihn sogar bis auf die Beerdigung seines Großvaters. Das war zuviel. Sei's drum, gönnen wir ihm den Trip in die Versenkung. Zumal Huberts Aus-Zeiten bislang überaus fruchtbar waren: Nehmen wir nur seine siebenjährige Travel-Tour in den 80ern. Enttäuscht von der Welt (aus der Goiserner, Blaskapelle war der langhaarige Rebell rausgeflogen, ein Gutteil Musik-Szene erschien ihm zu "zerkunstet"), landete er schließlich auf den Philippinen, wo er verzückt der traditionellen Nasenflöte lauschte - und sich vornahm, auch der heimatlichen Volksmusik auf die Sprünge zu helfen. Ergebnis: wunderbare Hits wie Hiatamadl oder Kuahmelcher. Vorbei, ach, vorbei.

Doch gerade rechtzeitig, bevor wir uns vollends der Sentimentalität anheimgeben, erreicht uns Huberts vorerst letztes Vermächtnis: die Musik zum neuen Vilsmaier-Film Schlafes Bruder. Dramatische Klänge, urige Laute vor einer klaren alpinen Kulisse. Wir schweigen, genießen und hauchen beim Abspann leise "Servus". Vielleicht sollten wir mal wieder in die Berge fahren. Zum Kraxeln. Irgendwo muß der schöne Hubert doch sein ...