Hubert von Goisern
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INTERVIEW

Vermischtes: 2006

"Ihr habt eine große Chance"

Kleine Zeitung 26. April 2006 | Text: Daniele Steflitsch und Ines Kuschnig

Das "Schüler machen Zeitung"-Projekt: Zwei Schülerinnen aus der Steiermark sprechen mit Hubert von Goisern

Hubert von GoisernIn offenen Briefen bist du schon öfter für eine offene, tolerante Gesellschaft eingetreten. Was für eine Botschaft steckt dahinter?

Europa ist auf dem richtigen Weg. Falsch ist aber noch immer unser Misstrauen gegenüber Fremden. Wir gehen oft noch immer davon aus, dass alle, die zu uns kommen, uns etwas wegnehmen wollen.

Gibt's da ein Beispiel?

Klar. Als ich jung war, wollte ich in Deutschland arbeiten. Das ging vor 30 Jahren noch nicht so einfach, wie es heute möglich ist. Eure Generation bekommt eine große Chance.

Und wie passt Musik für dich zum Thema Europa?

(Volks-)Musik ist doch das Bindeglied der Nationen und Kulturen! Das war schon vor Jahrhunderten so. Und heute findet man afrikanische oder amerikanische Melodien überall. Für Musik gibt es eben keine Grenzen.

Welche Gefahren siehst du für die Zukunft Europas?

Dass wir aus Europa eine Festung machen und niemanden mehr hereinlassen. Sobald wir beginnen, mit dem eigenen Wohlstand zufrieden zu sein, haben wir ein Problem.

Dein größter Wunsch für ein vereintes Europa?

Ich kann es nur noch einmal betonen: weniger Grenzen. Man darf nie zufrieden mit dem sein, was man errungen hat. Dazu gehört vor allem eines: Jeder soll die Möglichkeit haben, seine Meinung frei auszudrücken. Das ist eine wichtige Errungenschaft unserer Gesellschaft. Wir müssen einfach zuhören können.