Hubert von Goisern
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INTERVIEW

Vermischtes: 2004

Hubert von Goisern im Gespräch über Tiere

Hubert von Goisern und Bongo

Hubert und Bongo

Was war Ihre erste Erfahrung mit einem Tier?

Ich bin auf dem Land aufgewachsen, also mitten in der Natur. Mit Rehen, die im Frühjahr die Rosenknospen fraßen, Singvögeln, die im Herbst die Ribislernte dezimierten und Kaninchen, die wir fütterten und zu festlichen Anlässen verspeisten. Das war alles wunderbar normal.

Haben Tiere in Ihrem Leben jemals eine Rolle gespielt? Wenn ja, welche?

Wir hatten auch Hauskatzen, die aber wegen der Nähe der Landstraße allesamt nicht sehr alt wurden. Ich mag Katzen sehr, wohl in erster Linie ihrer Selbstständigkeit wegen. Die Anhänglichkeit der Hunde hat mich immer abgeschreckt.

Lassen sich Karriere und eigene Tiere überhaupt vereinbaren? Wenn ja, wie?

Es kommt auf das Tier, die Wohnsituation, die Art der Beschäftigung, der man nachgeht, etc. an, diese Frage ist zu allgemein formuliert. Man sollte natürlich generell verantwortungsbewusst mit der Welt und ihren Geschöpfen umgehen. Aber, bei allem Respekt, Tiere sind keine Kinder, auch wenn sie im weitesten Sinn zur Familie gehören. Ich habe also kein Problem, meinen Hund - wenn es nicht anders geht - einem Freund in Obhut zu geben.

Was halten Sie von den Hundehaltegesetzen?

Ich kenne die Gesetze ehrlich gesagt nicht wirklich. Ich muss aber sagen, dass ich - obwohl ich seit nun 8 Jahren selber einen Hund habe - der Meinung bin, dass es zu viele Hunde bei uns gibt, die vor allem im städtischen Raum eine Belastung sind. Auch die Tiere tun mir leid.

Engagieren sie sich in irgendeiner Weise für Tiere?

Mein persönlicher Beitrag ist, selber kaum Fleisch zu essen und wenn, dann vom Bauern zu kaufen, wo die Tiere artgerecht gehalten werden. Ich kauf auch die Eier nicht aus dem Kühlregal.

Ich lehne Massentierhaltung und die damit verbundenen Tiertransporte entschieden ab. Ich bin aber bei keinem Verein, ich habe die meisten Tierschützer als besessen, ja militant erlebt, als unfähig, eine differenzierte Haltung einzunehmen oder wenigstens zuzulassen.

Denken Sie, dass Menschen etwas versäumen, wenn sie niemals mit Tieren zusammenleben?

Ich denke, man muss nicht mit Tieren zusammen unter dem selben Dach wohnen. Haustiere sind sowieso nicht das selbe wie freilebende, wilde Tiere. Das ungezähmte ist die wahre Natur; diese zu erleben, in all ihrer Schönheit aber auch Grausamkeit, ist eine Erfahrung, die ich jedem ans Herz legen kann.

Glauben Sie, dass das Zeitalter die Hunde verdrängt?

Es hat doch noch nie so viele Hunde gegeben. Wie kommen sie auf diese Frage?

Hunde fördern erwiesenermaßen die Gesundheit und erhöhen die Lebenserwartung, d.h. es kommt eine wichtige Perspektive dazu, gerade wenn Mann/Frau älter wird. Denken Sie, dass sich die Bedeutung von eigenen Tieren und im besonderen Hunden mit dem Alter ändert?

Nein, soweit ich das beurteilen kann nicht. Aber ich sehe Hunde und Tiere im allgemeinen als eine Bereicherung für die Welt und damit auch für uns. Ich glaube aber nicht, dass ich nach meinem jetzigen und bisher einzigen Hund noch mal die Verantwortung für so ein Tier übernehmen will. So sehr ich meinen Hund liebe und schätze, er geht mir auch oft auf die Nerven mit seiner Anhänglichkeit und Liebesbedürftigkeit.

STECKBRIEF

Geboren: 17.11.52
Sternzeichen: Skorpion
Familienstand: Verh., 2 Kinder
Traumurlaub: Zu Hause
Auto: VW-Bus
Lieblingsschriftsteller: Max Frisch
Lieblingsmusik: Gute Musik, inspiriert gespielt
Lieblingsschauspieler: Sean Connery
Lieblingsfarbe: grün
Größte Schwäche: die Liebe
Größte Liebe: die Liebe
Laster: die Musik
Lebensphilosophie: Die Wahrheit leben, keinen Illusionen nachweinen, aber trotzdem utopisch denken
Gibt es ein Tier das sie nicht mögen? nein
Liebstes Tier? Mein Hund