Hubert von Goisern
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HUBERT VON GOISERN: FEDERN TOUR 2016

FEDERN TOUR 2016 >> Presse 1 2

Hubert von Goisern und Band in der Big Box Kempten

Allgäuer Zeitung 7. Oktober 2016 | Foto: © Christian Gögler
Hubert von Goisern

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Goisern brennt gut

Passauer Neue Presse 7. Oktober 2016 | Text & Foto: Christine Pierach

Alpinweltmusiker (63) rockt die von ihm ungeliebte Dreiländerhalle und knapp 2000 Fans

Severin Trogbacher und HvGKondition hat der alpine Weltmusiker Hubert von Goisern eingefordert am Mittwoch in der Dreiländerhalle: "Geht's no?", fragte der bald 64-Jährige nach gut einer Stunde Nonstop-Vollblutmusizierens schmunzelnd knapp 2000 Fans jedes Alters. Es ging. Grad noch einmal so lange. Und wie!

Passau ist ein Ort, in dem Hubert von Goisern, der selbst mit HvG kürzelt, regelmäßig auftritt. Nach dem grandiosen Konzert vor gut einem Jahr beim Dom stinkt die Stadthalle als Location bei dem Live-Profi ab: "Dreiländerhalle hoaßt des do? Die hätten besser die Namen derer draußen dran schreiben sollen, die das so ins Nirgendwo gestellt haben. Damit die keiner mehr fragt, dass sie noch eine bauen!" Applaus.

Vielleicht wegen der Nicht-Open-Air-Situation, vielleicht wegen der Architektur hatte HvG sich davor allerdings oft seinen Musikern zugewandt. Und auch dem Bühnenhintergrund offenbar noch lieber als dem Publikum. Wenn er aber spielt, ob Ziach, Gitarre, Alphorn, Keyboard, Trompete, Mundharmonika und mehr, und singt, lodert der Alpenrocker aus Oberösterreich ungeschmälert. Die Moderation dagegen ist ruhiger geworden, wirkt nach innen gekehrter.

Federn heißt die Tour, mit der HvG und seine kongeniale Band gerade durch Deutschland und Österreich ziehen. Federn, ein Mix aus Blues und Landler, Zwiefachem und Cajun, Jodler und Country ist das, was passiert, nachdem der experimentierfreudige und volksmusikalisch doch konservative Weltenbummler HvG den tiefen Süden Amerikas bereist hat. In Bassist Helmut Schartlmüller, Gitarrist Severin Trogbacher, dem feingeistigen Schlagzeuger Alex Pohn und dem Pedal-Steel-Kalifornier Bob Bernstein hat der kreative Marathonmusiker Begleiter gegefunden, wie er sich keine uneitleren und verständigeren hätte selbst schnitzen können. Kalifornier liegen Goisern also. Die Südstaatler weniger: "Die Musik da ist gut. Aber die Leut'..." Schon vermählt er seine Ziach wieder mit dem Blues, weil: "Blues – gut, dass es den gibt, der ist besser als Depression. Die ist schwarz. Der Blues hat eine Farbe." Hatten HvGs Temperament und Verspieltheit zuvor immer nur durchgeblitzt, ging bei den sehr politischen Zugaben die Post ab. Goisern brennt gut, sichtlich und hörbar.

Folklore als musikalische Brücke

Mannheimer Morgen 6. Oktober 2016 | Text: mav

Hubert von Goisern und Band im Rosengarten

"I hab den Blues und er hat mi manchmal", singt Hubert von Goisern in seinem Stück I kann wieder fliag'n. Dezidiert gesucht und gefunden hat er ihn auf einer Reise in den US-amerikanischen Süden, die den österreichischen Liedermacher nach Nashville, Louisiana und New Orleans führen und neben dem Blues auch mit Country und der musikalischen Cajun-Tradition vertraut machen sollte.

Und nachdem sich von Goisern ohnehin bestens darauf versteht, Rock mit Elementen traditioneller Volksmusik zu verquicken, gelingt ihm auch der transatlantische Brückenschlag zwischen alpenländischer und Südstaaten-Folklore, zwischen Steirischer und Cajun-Harmonika, Pedal-Steel- und Rockgitarre, Jodel-Parts und Blues-Gesang ganz ausgezeichnet - wie auf seinem aktuellen Album Federn nachzuhören ist, das der Sänger und Multiinstrumentalist mit seiner Band im sehr gut besuchten Mannheimer Rosengarten präsentiert.

Wie sanfter Wind

Das schwungvolle Es is wahr etwa stammt von Country-Legende Hank Williams, der das Stück einst Jambalaya getauft hatte, So a Segn, über das sich Bob Bernsteins Pedal-Steel-Spiel wie ein sanfter Präriewind legt, hört in Übersee auf den Namen Amazing Grace, und das hochtourige Singa gang guat ist der neue arrangierte und getextete US-Klassiker Oh! Susanna. Doch auch die eigenen Kompositionen auf Federn sind gelungen, gerade Snowdown erweist sich als Herz- und Filetstück des rund zweieinhalbstündigen Auftritts: Ein wütend-wilder, aufrüttelnder Blues, in dem von Goisern mit kraftvoller Stimme den Mut zur Wahrheit besingt.

Leisere Töne schlagen der Sänger und seine Musiker (Alex Pohn: Schlagzeug, Helmut Schartlmüller: Bass, Severin Trogbacher: Gitarre) in einem ausgedehnten Balladen-Block an, bevor Hubert von Goisern dann mit dem furios alpenrockigen Brenna tuats guat die letzte Songrunde einläutet, die mit Heast as nit von seiner vormaligen Formation Die Alpinkatzen ihr gefühlvolles Ende findet.

Ein Mann hat den Blues

Weser Kurier 5. Oktober 2016 | Text & Foto: Lars Fischer

Hubert von Goisern in der Music Hall

Hubert von GoisernWorpswede. Dort, wo viele Musiker anfangen, ist Hubert von Goisern erst relativ spät in seiner Karriere gelandet: beim Blues. Für Federn, sein 16. Studioalbum in knapp 30 Jahren, hat sich der österreichische ­Weltenbummler, der schon Alben auf beinahe allen Kontinenten aufnahm, im amerikanischen Süden umgehört. Die Kooperation mit den Musikern dort verlief schwierig, berichtet er bei seinem Auftritt in der ausverkauften Worpsweder Music Hall. Er macht aus dem Scheitern eine lakonisch unterhaltsame Rahmenerzählung für seinen Auftritt, der natürlich beweist, wie er aus den Negativerfahrungen letztendlich etwas Positives schuf.

Natürlich ist die Stimmung dieses Programms, mit dem von Goisern seit zwei Jahren auf Tournee ist, weniger euphorisch als die musikalischen Gipfelstürme seiner Anfangstage. Damals verrockte er die Volksmusik seiner Heimat im Salzkammergut nicht nur einfach: Anderes als beispielsweise reaktionäre Vertreter wie Andreas Gabalier erfand er sie von allen Klischees befreit neu.

Hubert von Goisern – eigentlich Hubert Achleitner – ist, auch wenn ihm dieser Tage offenbar mehr nach Wehklagen als fröhlichem Jauchzen ist, ein Paradebeispiel ­multikultureller Strahlkraft. Ein Musiker, der nie an einer Stelle stehen bleibt; ein Konservativer, der meint, dass Bewahren nur darüber funktioniert, das Bestehende neu zu verknüpfen; und ein Progressiver, der so fest verwurzelt in seiner Bodenständigkeit und Überzeugung ist, dass er jedes Experiment wagen kann.

So kann es wenig verwundern, dass sein Auftritt trotz der für seine Verhältnisse eher gesetzteren Ausgangslage keine tieftraurige Angelegenheit wird. Denn so grenzenlos seine musikalische Weitsicht, so grandios seine multiinstrumentellen Fähigkeiten und die seiner Band mit Gitarrist Severin Trogbacher, Helmut Schartlmüller am Bass und Schlagzeuger Alex Pohn, die er um den kalifornischen Pedal-Steel-Spieler Bob Bernstein, Oskar-Preisträger für die Filmmusik zu Brokeback Mountain, brillant erweitert hat. Und so fügen sich Cajun oder ­Zydeco perfekt ein in den unkonventionellen Alpinrock.

Zum Ende der weit über zweistündigen akustischen Weltreise sind die fünf Musiker wieder in Oberösterreich angekommen, rocken den größten Hit Brenna tuats guat und spielen mit Heast as nit und Weit, weit weg zwei der schönsten Balladen. "Jetzt sind die Tag schon kürzer word'n und Blattln falln a von die Bäum" – das könnte selten besser in die Zeit passen. Und zur letzten Zugabe jodelt Hubert von Goisern den Küahsuacher ganz allein und lässt dazu die Firebird-E-Gitarre trotzig rückkoppeln.

Hubert von Goisern - Live in Worpswede

4. Oktober 2016 | Foto: © Rene Pfluger

Haldern 2016 – bewegende Vielfalt

Das Blättchen 12. September 2016 | Text: Wolfgang Hochwald

[...] Anschließend ein weiterer abrupter Stilwechsel, der wiederum hervorragend funktioniert: Hubert von Goisern, inzwischen Mitte 60 und seit Jahren als Alpenrocker unterwegs, spielt die steirische Harmonika, bläst das Alphorn, hat einen hervorragenden amerikanischen Steel Guitar Player in seiner Band und bringt uns mit seiner rasanten Musik zum Tanzen. Und überzeugt auch aufgrund seiner (politischen) Haltung, die ihn weit über viele seiner Musikerkollegen hinaushebt.

Live in Spielberg

6. September 2016 | Foto: © Irmi Sinnesbichler
Hubert von Goisern

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Brenna tuat's guat - Live beim Spielberg Musikfestival

31. August 2016

 

Hubert von Goisern & LaBrassBanda rockten Open Air am Red Bull Ring

Projekt Spielberg 28. August 2016 | Foto: © Irmgard Sinnesbichler

Hubert von GoisernGrenzenloser Musikgenuss beim 4. Spielberg Musikfestival

Mit dem Open Air am Red Bull Ring erreichte das 4. Spielberg Musikfestival am Samstag seinen Höhepunkt. Die Auftritte von Hubert von Goisern, LaBrassBanda, den Musikern des Herbert Pixner Projekt und von folkshilfe bescherten den Fans einen erstklassigen Konzert-Abend und sorgten für ausgelassene Stimmung auf der Formel-1-Rennstrecke.

[...] Mit einem beeindruckenden Hörerlebnis verwöhnte der Volksmusik-Rebell Hubert von Goisern die Fans. In seinem Programm bot er den Besuchern Alpenrock vom Feinsten – mit schwungvollen Country-Songs, über herzschwere Balladen, bis hin druckvollen Rocknummern. Nach dem Motto "alles Goisern" überzeugte der musikalische Botschafter Österreichs das Publikum voll und ganz. Tausende Fans sorgten für eine sensationelle Kulisse am Red Bull Ring und spätestens bei Brenna tuat's guat war die Stimmung ausgezeichnet. Hubert von Goisern verabschiedete sich mit "Recht schean Dank für's Zuhean" und einem seiner schönsten Lieder – Heast as nit, bevor er das Zepter an eine ganz besondere Band aus Bayern übergab.

Heast as nit - Live in Spielberg

29. August 2016

 

Viel Atmosphäre auf dem Red Bull Ring

Kleine Zeitung 29. August 2016 | Text: Sam Schlagenhaufen

Die vierte Auflage des Spielberg Musikfestivals auf dem Red Bull Ring erlebte am Samstag mit dem Auftritt von Hubert von Goisern seinen Höhepunkt. Samt dem vielfältigen Rahmenprogramm konnte man 21.000 Besucher anlocken.

Ja, brenna tuats guat, wo HvG auftaucht. Der Multiinstrumentalist aus Bad Goisern bewies unter anderem mit Harmonika, Gitarre, E-Piano, Flügel- und Alphorn einmal mehr, dass er die Konzertbesucher dank stilistischer Bandbreite in eine stimmungsvolle Atmosphäre versetzen kann. Nicht nur die bekannten heimisch-volksmusikalischen Wurzeln, sondern zunehmend Blues- und Country-Beigaben aus verschiedenen nordamerikanischen Regionen sorgen bei Hubert von Goisern für dynamische Abwechslung. Dank des charismatischen Auftretens des 63-jährigen Salzburgers und seiner hervorragend eingespielten Band blieb das Publikum auch bei komplexeren Stücken abseits der Hits ganz Ohr.

Hubert von Goisern: Live beim Spielberg Musikfestival - 27. August 2016

28. August 2016 | Fotos: © Philip Platzer & Ben Leitner / Red Bull Content Pool

Konzert voll Wärme trotzte dem Regen

Niederösterreichische Nachrichten 17. August 2016 | Text: Leopold Kogler

Konzerthighlight: Hubert von Goisern begeisterte auf Burg Clam mit alten und neuen Hits

Er macht sein Ding ganz großartig – und weiterhin kompromisslos. Das hat Hubert von Goisern auf der Burg Clam wieder bewiesen. 7.500 Fans fanden den Weg ins Burgareal, um den grandiosen Livemusiker mit seiner Band zu erleben. Geboten wurde erstklassige Unterhaltung mit Altbekanntem, Frischem und Kritischem. Hubert nahm das Regenwetter locker und wusste seine Fangemeinde zu Begeisterungsstürmen hinzureißen. Locker nehmen, das ist ohnehin sein Credo, und mit aller Kraft seine Botschaft vermitteln. Vital, beweglich und kraftvoll agierte er auf der Bühne, intonierte blockweise seine Stücke – Klassiker und neue Kracher im Mix. Neben den knalligen Hits wie Brenna tuats gut und Jambalaya gab es auch Heast as ned, wia die Zeit vergeht und Snowdown. Hubert von Goisern weiß, was von ihm erwartet wird. Er lieferte ein einzigartiges Konzert voller Wärme und Virtuosität. Auch wenn an diesem Sommerabend die Nässe durch die Kleidung kroch, die Lieder wärmten und berührten das Herz. Frenetische Reaktionen der Zuhörer.

Interview auf dem Doppel-Decker-Festivalbus

Einsfestival 16. August 2016

Interview mit Hubert von Goisern

WDR 15. August 2016

Haldern Pop Festival 2016

15. August 2016

[...] Mit Hubert von Goiserns "Alpenrock" wurde deutlich, dass die Macher vom Festival nicht an einem Genre festhalten. Mit der Mischung aus österreichischen Texten, Akkordeon und rockigen Elementen sorgte der Österreicher für Feierstimmung. "Wir buchen die Künstler, auf die wir Lust haben. Die Intention dahinter ist wichtig, nicht die Musikrichtung", so Stefan Reichmann. (Rheinische Post)

[...] Das Neue kann aber auch althergebracht sein: Hubert von Goisern beispielsweise spielt seine Haldern-Premiere, als habe er schon immer hierher gehört. Volksmusik mit weltmusikalischem Anspruch, tief gegründet im Blues. Das passt. Denn Haldern Pop ist immer auch die Suche des ländlichen Raums nach sich selbst. Wo Kuh sein näher liegt als cool sein, muss Heimatstolz eine eigene Sprache finden, einladend, nicht ausgrenzend. Wie in der Musik, wo jeder "Stoansteirisch" spricht, so wie der Goisern. (Der Westen)

Unplugged: Hubert von Goisern - Jodler Medley

WDR 15. August 2016

Live beim Haldern Pop Festival

WDR 13. August 2016 | Foto: © WDR / Thomas von der Heiden
Hubert von Goisern beim Haldern Pop Festival

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Hubert von Goiserns furioses Hafensommer-Finale

Main-Post 9. August 2016 | Text: Alice Natter | Foto: © Ulisses Ruiz

Notiz 1: Ein Boot bringt die Band. Wenn die Bühne schon schwimmt, dann können die Künstler auch übers Wasser kommen. Und Hubert von Goisern war mal zwei Jahre lang von der Donau aus mit einem kleinen Schiffsverband inklusive Bühne auf europäischen Flüssen unterwegs. Dass er am Sonntagabend mit der Jacht in den Alten Hafen schippert – das passt.

Notiz 2: Der Gong, der zum Platznehmen ruft, ertönt schon eine Viertelstunde vorher. Und Blumen gibt es auch schon vorab. Denn Muchtar al Ghusain will Dank sagen am letzten von 17 Hafensommer-Abenden. Dass das Musikfestival am Kulturspeicher in diesem Jahr überhaupt stattfinden konnte – im Februar hätte der Würzburger Kulturreferent das nicht gedacht. Doch alle vorgebrachten organisatorischen und personellen Hemmnisse wurden überwunden. So dankt der Kulturreferent vielfach seinem (neuen) Team, allen voran der organisatorischen Leiterin Judith Ritzel, und verteilt Sonnenblumen. Fünf Abende mit leichtem bis heftigem Regen, 9600 Besucher insgesamt, positive Rückmeldungen auf Umgestaltungen und das musikalische Programm – die Macher sind zufrieden.

Hubert von GoisernNotiz 3: Kaum geentert, fegt am wunderbar schönen Sommerabendsonnenabend ein Orkan über die Bühne. Hubert von Goisern und seine Mannen lassen es mit Stromgitarren, Bass und Schlagzeug zur Goisernen Ziehharmonika schräg und mächtig jodeln und krachen. Gut geölte Musikmaschine! Wuchtige (Volks-)Musik und brachialer Country-Sound, rockig-dampfend-metallisch, als säße man nicht vor dem Heizkraftwerk, sondern mitten drin in den Turbinen. Oberösterreichische Gstanzln treffen Hardrock.

In Würzburg spielt der 63-jährige Liedermacher, Weltmusiker und Alpenrocker seine Federn-Tournee. Die Songs des gleichnamigen, des jüngsten Albums sind auf und nach einer Reise durch die Südstaaten entstanden. Er hätte sich "die Zähn ausbiss'n" an den Leuten dort. "In dem Moment wo's Traditionalisten sind, kannst mit ihnen nicht reden." Aber Country-Cajun-Jazz-Blues aus den Sümpfen Louisianas und Steirische Volksweisen – das taugt rhythmisch gut zusammen. Seit dem Aufenthalt in New Orleans und Louisiana groovt und orgelt Hubert von Goisern seine Volksmusik im archaischen Blues. Im Frühjahr hat er seine würzige Mischung in New York, Washington und Austin präsentiert. Jetzt 20 Mal in Österreich, Südtirol und Deutschland – Juchzer und Jodler inklusive.

Notiz 4: Was Janis Joplin wohl dazu gesagt hätte, dass ein Oberösterreicher vier Jahrzehnte später ihren Mercedes Benz covert? "Geh Herrgott, jetzt kauf ma an Mercedes Benz, i brauchat a Auto, aba bittschen a schens". Auch Amazing Grace, Jambalaya, Corinna oder Oh Susanna taugen als Alpinrock-Nummern erstaunlich gut. Was gar nicht mal allein am Frontmann liegt, sondern den großartigen Mitmusikern: dem Kalifornier Bob Bernstein an der Pedal-Steel-Guitar, Schlagzeuger Alex Pohn, Bassist Helmut Schartlmüller und Gitarrist Severin Trogbacher. Luftsprünge inklusive!

Notiz 5: Erstaunlich. Für Hubert von Goisern ist Hubert von Goisern wirklich ruhig, wenn auch nicht leise, an diesem Abend. Redet und erklärt gar nicht so viel. Ist nicht grantig oder nervös wie früher gern, nicht wild und aufgeregt, schreiend oder krachend. Sondern einfach aufrecht und gelassen, innig und präsent. Nach dröhnendem Anfang und schön schrägem Blues wird es fast bedächtig und beschaulich im Hafenbecken. Kein Vergleich zum Brachialrockkonzert im Festungsgraben vor ein paar Jahren, als die Burgmauern ob der Schallwellenwucht bebten.

Notiz 6: Die positive Schlussbilanz des Hafensommerteams dürfte auch an diesem Finale gelegen haben. 1000 Zuhörer auf den Stufen, lange im Vorhinein ausverkauft, perfektes Wetter – ein Musikfestival braucht solche Zugnummern und Erfolgsabende.

Notiz 7: Kleine Publikumsschelte: "Ihr hobt's es versemmelt", sagt Hubert von Goisern milde lächelnd, als die Würzburger Zuhörerschaft an einer entscheidenden Stelle mit absichtlicher Gesangspause nicht den Spontanbeifall spendet, der anderswo hier immer aufbrandet.

Notiz 8: 140 Minuten! Volle 140 Minuten ohne Unterbrechung spielt und singt und bluest und jodelt Hubert von Goisern an Gitarre, Piano, Trompete, Zieh- und Mundharmonika. Das längste Set des Hafensommers 2016. Gerade, als es etwas zu bedächtig, zu beschaulich zu werden droht nach langsameren Nummern, hauen die Alpenrocker noch einmal rein. Beim Radiohit Brenna tuats gut krachen wieder die Gitarren, beim politischen Snowdown brennt die Bühne auch.

Notiz 9: Das längste Instrument des Festivals bekommt Hubert von Goisern von hinten gereicht, und er bläst es mit erhabener Größe: ein Alphorn.

Notiz 10: Ein Finale, das 1000 beglückt. Zu den schönsten und liebevollsten Von-Goisern-Liedern singen und summen die Zuhörer innig mit. Heast as ned, wia die Zeit vergeht und Jetzt bist so weit, weit weg. Von der Bühne geht Hubert von Goisern unter viel, viel Beifall und Jubel dann zu Fuß.

10. Würzburger Hafensommer

TV Touring 9. August 2016
HvG - Würzburg

TV Touring Bericht anschauen (30 Sek.)

Echter Alpenrock trifft Südstaatenblues

Neues Volksblatt 8. August 2016 | Text: Eva Hammer

Bewährtes, Tiefschürfendes und Archaisches von Hubert von Goisern auf Burg Clam

Das schlechteste Wetter der ganzen Woche hat er sich ausgesucht, der Hubert von Goisern, als er Freitagabend die Konzertbühne von Clam betritt. "Aber Buama stehts zaum im Kroas!" Er sagt uns, was er weiß: "In Zeiten, wo alle streiten, ob Serb oder Krowod, um an jeden is schod."

Hubert von Goisern beginnt sein Konzert mit seinen unverkennbaren Ziehharmonika-Stromgitarren-BrachialVolksliedern. Die Texte schürfen in der Tiefe, sind trotzdem voller Humor und manchmal fast andächtig. All seine Kraft fährt in die Stimme, ein Vollton der nach Genuss und Trauer immer wieder in Juchitzer und Jodler ausbricht. Stoasteirische Gstanzln treffen multiinstrumentalen Hardrock. Der Bühnenprofi bietet live ein Vielfaches seiner Tonaufnahmen. Seit einem Aufenthalt in New Orleans und Louisiana durchsetzt archaischer Blues die Volksmusik des Goiserers. "Groovt wie die Sau", sagt er, und recht hat er. Locker covert er amerikanische Urgesteine, etwa Mercedes Benz als "Geh Herrgott, jetzt kauf ma an Mercedes Benz, i brauchat a Auto, aba bittschen a schens". Janis Joplin sel. hätte wahrscheinlich ihre Freud' damit gehabt. Ähnlich läuft es mit weiteren Hadern wie Amazing Grace, Jambalaya, Corinna und Oh Susanna: Alpinrock und Blues als eineiige Zwillinge, maßgeblich inszeniert von Begleitmusiker Bob Bernstein an der Pedal-Steel-Guitar. Alle anderen Musiker der grandiosen Band kommen aus Oberösterreich: Alex Pohn (Schlagzeug), Helmut Schartlmüller (Bass) und Severin Trogbacher (Gitarre).

Der nächste Konzertabschnitt führt in das persönliche Innere des Musikers: Beschauliche Gedanken und Liebeslieder. Als Hubert von Goisern auch am Alphorn unglaublich erhabene Töne produziert, steigt die Begeisterung noch einmal. Für das Finale greift er in die sichere Kiste: Heast as ned, wia die Zeit vergeht und Jetzt bist so weit, weit weg begleiten das vollends beglückte Publikum nach Hause.

Hubert von Goisern auf Burg Clam

OÖN 7. August 2016 | Foto: © Alexander Schwarzl
Hubert von Goisern

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Hubert kam und der Regen war egal

OÖN 8. August 2016 | Text: Nora Bruckmüller | Foto: © Volker Weihbold

Burg Clam: Hubert von Goisern und Band wärmten mit Herz, Hirn und grandioser Musik die Konzertbesucher

HvG"Es is scho a Waunsinn, wenn ma den anzigen schirchen Tag in da Wochn dawischt", sagte Hubert von Goisern Freitagnacht beim OÖN-Konzertsommer auf Burg Clam. "Stimmt!", hätte man ihm noch vor seinem heiß ersehnten Erscheinen auf der Bühne zurufen wollen. Schritte quietschen im Gatsch. Das Leuchten der riesigen LED-Wände zeigte an, dass es nicht bloß tröpfelte, sondern zwischendurch flesselte. 7500 Besucher einte der Look der Regenhäute. Aber als "der Hubert" die Wetterlage zusammengefasst hatte, war diese nasskalte Widrigkeit bereits vergessen, unwichtig geworden.

Jedes Zupfen zelebriert

Er schmunzelte darüber. Im Wissen, dass längst nicht mehr Plastik in allen unansehnlichen Formen sein Publikum überzog, sondern Stärke, Wärme und Botschaft seiner Musik. Das Wetter war egal, weil man den Goiserer und seine Band hatte.

Bei jedem Griff des Florianer Gitarristen Severin Trogbacher und des Steyrer Bassisten Helmut Schartlmüller spürte man, wie sie die Melodien auf Händen trugen. Der Innviertler Alex Pohn wusste, wann es Zeit war, über die Drums richtiggehend herzufallen oder sie zart zu bespielen, um sich klassisch konzertant an die Zuhörer heranzuschleichen. Der Kalifornier Bob Bernstein war schon rein optisch ein Ereignis an der Pedal-Steel-Gitarre. Jedes Zupfen zelebrierte er mit genussvoll verzerrter Mimik. Zusammen lieferten sie ein musikalisches HvG-Paket ab, das perfekt war, aber nie anbiedernd.

Was sie so virtuos aufspielten, hatte alles Charakter, weil es Heimisches feierte, genauso wie den HvG-typischen Geist des Kosmopolitischen. Es gab Ruhiges (I kann wieder fliag'n), rockig-krachend Dampfendes (Brenna tuats gut). Es gab Schmäh (Jambalaya), stets Echtes (Iawaramoi) und Politisches (Snowdown). Dabei erinnerte Hubert von Goisern einmal mehr daran, dass er ein begnadeter Live-Sänger ist.

Gesegnet mit einem G'spür für das Harte, Fordernde, Frech-Derbe ("De Falotten soll der Teufel hol'n!") und das Weiche, Umarmende im Dialekt ("Will zu mein Buam, will zu meiner Kloan / Mechat g'spürn a Hand von dir auf mir"), das Mythisch-Klare im Jodeln und das Pfiffige beim Juchitzen. Dabei geht es nie nur um den Effekt des Klangs, der die Seele der Hiesigen streichelt, sondern um Botschaften. In Texten, die Dummheiten aufdecken, tief hineinspüren, voller Idealismus sind. Mit ihnen zeigte er auf Clam, wie gut es uns geht. Und dass es bei so einem fantastischen Konzertabend absolut egal ist, wenn die Nässe durch die Schuhsohlen kriecht.

OÖN Bewertung: ★★★★★★