Hubert von Goisern
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Neue Töne aus den Alpen

Amazon.de | Text: Gunther Matejka

Über sechs Jahre war Hubert von Goisern, der Erfinder des Alpen-Rock, untergetaucht. Sechs Jahre, in denen der aus dem Tiroler Bad Goisern stammende Alpinkatzen-Chef Reisen nach Afrika und Tibet unternahm, zwei Ethno-Alben einspielte (Gombe und InExil), sich als Schauspieler versuchte und bei ausgedehnten Spaziergängen in der österreichischen Bergwelt wieder zu sich fand. Die Pause hat Hubert Achleitner, wie der braungebrannte Naturbursche laut Reisepass heißt, hörbar gut getan. Seine Comeback-CD Fön überzeugt durch stilistische Vielfalt, Kreativität und Spielfreude. Obwohl Hubert von Goisern darauf in den unterschiedlichsten Stilrichtungen experimentiert und keinen Neuaufguss seines Hits Hiatamadl anbietet, dürfte er seine alten Freunde dennoch zufriedenstellen. Amazon.de stand der nachdenkliche Sturkopf Rede und Antwort.

Vor sechs Jahren haben Sie behauptet, keine Lust mehr auf Touren und Konzerte zu haben. Jetzt sind Sie wieder zurück. Was ist der Grund für den Meinungswandel?

So ungefähr vor zwei Jahren hat es mich wieder erwischt. Da war ich in Wien in einem Sting-Konzert. Das hat mich tief drinnen berührt. Da wurde mir bewusst, dass es Sting mit seiner Musik geschafft hat, die Leute in eine bessere Stimmung zu versetzen. Da wusste ich, dass ich das auch wieder mal haben möchte.

Am Anfang war also der Wunsch, wieder live zu spielen?

Ja, das war zunächst das Wichtigste. Doch wie jeder weiß - keine Tour ohne neue CD.

Die Alpinkatzen sind nicht mehr mit von der Partie. Warum nicht?

Auf Fön spielen wir Jazz, HipHop, Soul, Blues, Rock - die Alpinkatzen hätte ich vergewaltigen müssen, damit sie so eine Musik spielen. Zum Beispiel der Titel Mercedes Benz, der Klassiker von Janis Joplin. Den habe ich schon vor acht Jahren umgetextet und mit den Alpinkatzen geprobt, aber das ging einfach nicht.

Warum nicht?

Ganz einfach, weil sie keinen Reggae spielen konnten.

Welche Musik haben Sie vor Ihrem Comeback gehört?

So quer durch den Gemüsegarten. Viele alte Sachen, von Bob Marley bis Sting, aber auch Queen, Miles Davis und Klassik.

Sie singen wieder im tiroler Dialekt -- dennoch hoffen Sie auf internationale Beachtung?

Ja, ich wollte einen Gesangs- und Musikstil entwickeln, der etwas absolut Eigenes hat. Etwas, das die Leute berührt, auch ohne dass sie jedes Wort verstehen. Außerdem: Selbst wenn ich in Hochdeutsch gesungen hätte, würde es wohl kaum jemand in Australien, Japan oder Afrika verstehen.

Mit den Alpinkatzen haben Sie es schon mal in Amerika versucht. Wie waren die Erfahrungen damals?

Das war super. Wir haben in New York und in Austin gespielt und wir waren total erfolgreich. Die Leute mochten es. Natürlich weiß ich aber auch, dass Amerika ein ganz hartes Pflaster ist, da sich dort so viel abspielt. Da ist es schon extrem schwer, dass man überhaupt wahrgenommen wird.

Sie waren 1994 ganz oben. Sie hatten Hits, spielten vor ausverkauften Häusern und waren ein Medienliebling. Was war der Grund für das plötzliche Aus? Das Bergsteiger-Wissen, dass es nur noch abwärts gehen kann, wenn man am Gipfel angelangt ist?

Ja, vielleicht. Jedenfalls habe ich es nie bereut, aufgehört zu haben. In diesen sechs Jahren sind so viele Dinge passiert, die mir bestätigt haben, dass es der richtige Entschluss war. Ich wäre nicht nach Tibet gekommen, nicht nach Afrika, hätte keine Filme drehen und keine Soundtracks komponieren können, hätte nicht die Bekanntschaft mit dem Dalaih Lama und mit der Schimpansen-Forscherin Jane Goodall gemacht. Das waren alles ungeheuer wichtige Erfahrungen für mich, die mich weitergebracht haben. Außerdem musste ich damals einfach wieder runter, Ruhe, Kraft und Ideen sammeln und mir ein neues Ziel setzen. Diese Geschichte mit den Alpinkatzen war für mich ausgereizt, habe in diesem Kontext alles erreicht. Klar hätte ich noch ein paar Platten produzieren können, aber das wäre nur noch eine Wiederholung gewesen.

Als alles plötzlich vorbei war -- ist Ihnen da der fast tägliche Adrenalinschub und Applaus nicht abgegangen?

Doch, das waren richtiggehende Entzugserscheinungen. Die ersten zwei Monate nach dem letzten Auftritt war ich von acht Uhr bis um Mitternacht immer putzmunter und adrenalingeladen und für meine Umwelt wohl ziemlich unerträglich.

Wie haben Sie sich dabei abreagiert?

Ich bin spazieren gegangen oder habe mich mit Leuten getroffen. Aber das ist nicht das Gleiche. Du spürst das Suchtverhalten des Körpers, doch das baut sich im Laufe der Zeit auch wieder ab.

Sie haben mit den Alpinkatzen auch eine Welle von (teilweise fragwürdigen) Nachahmern losgetreten. Tut Ihnen das Leid?

In dem Moment, wo es um Kommerz und Umsatz geht, ist der eigentliche Kern der Sache schon verloren. Es bleibt nur diese Hülle, die kommerzialisiert wird.

Das Brauchtum als Design zur Kaufaufforderung.

Genau, das hat mir auch Leid getan. Daran wollte ich nun wirklich nicht mitwirken.

Hätte es den Anton aus Tirol ohne Ihre Pionierleistung gegeben?

Kann ich nicht sagen. Karl Kraus hat einmal gesagt: "In Zeiten, in denen die kulturelle Sonne tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten." Und er hat Recht.

Österreich stand in den letzten Monaten politisch am Pranger. Ist der Zeitpunkt Ihres Comebacks ein Zufall?

Ich wollte einfach wieder auf die Bühne. Doch es stimmt. Die Umstände haben mich schon auch motiviert, wieder aktiv zu werden. Ich weiß, dass ich das Bild von Österreich im Ausland zwar nicht korrigieren kann, aber zumindest kann ich es ergänzen.

Wie haben Sie die Sanktionen gegen Österreich empfunden? War es das das richtige Stilmittel?

Das Unangenehme war, dass eine Anti-EU-Stimmung entstanden ist, die vorher nicht da war. Das finde ich schade. Durch diese Sanktionen sind die Leute noch enger zusammengerückt, noch nationalistischer geworden. Insofern war das eher kontraproduktiv.

Goisern kommt

Salzburger Nachrichten 22. August 2000 | Fotos: SN/ Christian Sprenger
Bernd Bechtloff und Hubert von Goisern

Stimmung gut. Arbeit fast fertig. In wenigen Tagen wird Hubert von Goisern mit Produzent Wolfgang Spannberg sein neues Album fertiggestellt haben. Am 6. November erscheint es. Fünf Jahre sind vergangenen, seit der Goiserer mit dem Live-Album Wia die Zeit vergeht und dem Soundtrack zu Schlafes Bruder musikalisch von sich hören ließ. Beim exklusiven SN-Fotoshooting im Studio wollte Hubert von Goisern über die musikalische Richtung des neuen Werks nur so viel sagen: "Wir suchen noch eine Jodlerin."

Hubert von Goisern: "Liebe ist Geborgenheit und Abenteuer!"

Bild der Frau 2001 | Text: Rudolph Hertel

Er hat die Musik zum Kinofilm Schlafes Bruder komponiert, kann jodeln, spielt von Akkordeon bis Zither mindestens 15 Instrumente, ist Schauspieler - und ein super Ehemann und Vater.

Hubert von GoisernEr ist Vollblutmusiker und Intellektueller. Kämpfer gegen die Unterdrückung und Wissensdurstiger. Hubert von Goisern (48) liebt die Volksmusik. Aber die echte, ursprüngliche. Er mischt Lieder, die schon unsere Urväter gesungen haben, mit modernen Musiktrends und Instrumenten. Dazu kluge Texte im Dialekt des Salzkammergutes. Denn da, in Bad Goisern, ist er geboren - und nach seinem Heimatort hat sich Hubert Achleitner auch benannt. Bild der Frau traf den multitalentierten Künstler.

Außer Ihrer aktuellen CD Fön, auf der Sie eigene Lieder singen, gibt es jetzt noch Trad. Darauf sind nur alte Volkslieder. Was hat Sie daran gereizt?

Ich habe das Projekt Trad - heißt traditionell - schon fünf, sechs Jahre im Kopf. Die alten Volkslieder sind für mich fast heilig. Wei lsie wunderbare Geschichten erzählen! Und meist sind es sehr schlichte, aber meisterhafte Melodien. Es wäre schade, wenn die abhanden kommen. Durch diese Arbeit hab ich auch gemerkt, dass heute viel zu wenig gesungen wird. Früher konnten wir aus einem großen Repertoire an Liedern schöpfen, wenn wir singen wollten: Volkslieder, Gospels. Die Kinder heute singen kaum noch.

Woran liegt das?

Ich habe letztes Jahr mal an einer Schule Musik unterrichtet, um das herauszufinden. Ich hatte von Musiklehrern gehört, dass die Kinder nicht mehr singen wollen! Wenn Kinder sagen: Rechnen oder Englisch oder Deutsch interessiert mich nicht - aber Musik?! Und dann hab ich gemerkt, dass Kinder singen wollen, was sie im Radio hören. Mambo No. 5 zum Beispiel. Aber das ist viel komplizierter nachzusingen als ein Volkslied! Meist sind das keine singbaren Melodien, sondern eher monotone, auf drei Tönen basierende Sachen. Das macht das Singen natürlich sehr schwer. Was es braucht, um singen zu können, ist sowas wie ein musikalisches ABC - und das sind die Volkslieder.

Sie haben in Südafrika und Kanada gelebt, sind nach Tibet, auf die Philippinen und nach Amerika gereist - und jetzt leben Sie wieder in Österreich. Warum?

Ich finde die Welt einfach zu schön und zu vielfältig, als dass ich mich an einen Plaz festnageln muss, nur weil ich da geboren bin. Ich habe zusammengerechnet an die zehn Jahre im Ausland verbracht. Aber jetzt gehen meine beiden Kinder halt ins Österreich zur Schule. Da ist es wohl nicht gut, woanders zu leben.

Hubert und SabineNach Südafrika und Kanada sind Sie mit Ihren damaligen Frauen gegangen...

Ich bin jetzt zum dritten Mal verheiratet. Meine erste Frau kam wie ich aus Goisern. Kate, meine zweite Frau, ist Kanadierin. Beide Beziehungen haben sieben Jahre gehalten. Die Trennungen waren für alle Beteiligten sehr schmerzvoll. Es befreit zwar auch, weil man freier seinen eigenen Weg gehen kann. Aber trotzdem haben wir alle doch das Bedürfnis nach Sicherheit. Dass die Dinge unverändert bleiben.

Liebe heißt Sicherheit?

Sicherheit und Geborgenheit einerseits klar. Aber andererseits sucht man auch immer das Abenteuer, das Neue. Meist muss an eines von beiden abwürgen, weil man nicht beides gleichzeitig habe kann. Außer man ist total in seiner Mitte. Wenn du so eine Liebe erlebst - Geborgenheit und Abenteuer - dann bist du erleuchtet. Das ist das Erstrebenswerteste!

Abenteuer und Geborgenheit: Was heißt das?

Geborgenheit ist das intensive Gefühl, das man bei Menschen hat, mit denen man ein langes Stück Weg gemeinsam gegangen ist. Gleichzeitig brauche ich aber die Möglichkeit des Abenteuers. Das heißt die Freiheit, dass ich weiß: Ich kann etwas machen, was ich noch nie gemacht habe, ohne dass mein ganzes Umfeld es mir ausreden will.

Wie zum Beispiel Ihre Tibetreise '96, wo Sie sich gegen die Unterdrückung durch China eingesetzt haben?

Ja. Wir haben nur ein Leben, und dieses Leben ist wunderbar, wertvoll. Wir sollten das Beste daraus machen. Jeder für sich.

Warum ist es für Sie wichtig, zu heiraten?

Bei den ersten beiden Ehen waren die äußeren Bedingungen einfach so, dass wir heiraten mussten, um zusammen bleiben zu können. Das hing mit Visa und Aufenthaltsgenehmigungen zusammen. Mit meiner jetzigen Frau Hildegard bin ich seit 15 Jahren zusammen, unsere Kinder sind jetzt 12 und 7 Jahre alt. Vor zwei Jahren haben wir geheiratet, weil wir unser Miteinander mit einem Ritual zelebrieren wollten. Durch eine Hochzeit bekennt man sich, rückt die Beziehung anders ins Bewusstsein.

Sabine und  HvGWas macht Ihre Frau so besonders?

Hildegard ist Sonderschul-Lehrerin, eine begnadete Lehrerin. Sie ist einfach eine ganz tolle Frau. Uns verbindet die Erkenntnis, dass jeder seinen Lebensweg zu gehen hat. Dass es nicht darum geht, zusammen zu gehen. Eigentlich ist jeder allein. Selbst wenn man jemanden 15 Jahre kennt, glaubt man nur, ihn zu kennen. Ich weiß nicht wirklich, was in ihr vorgeht. Wir sitzen am selben Tisch, trinken denselben Kaffee, frühstücken - aber jeder empfindet sein Leben anders. Manchmal, in ganz besonderen Augenblicken, hat man die Chance, die Welt durch die Augen des anderen zu sehen. Das ist dann wie ein Blitz, unglaublich bereichernd.

HvG + Rudolph HertelSeelenverwandtschaft?

Nein, das heißt ja, dass jemand dieselbe Sicht der Dinge hat. Ich meine Andersartigkeit, mit der es einen Austausch gibt. Das ist bei Hildegard und mir so. Trotzdem weiß ich nicht, was geschieht, wenn ich mich total in eine andere Frau verknallen würde. Ich kann es mir zwar nicht vorstellen - aber wenn es passiert, werd ich darüber nachdenken müssen, ob ich aufgeben will, was mir so lang so viel bedeutet hat.

Sind Sie gläubig?

Ich bin katholisch erzogen, und wenn man so aufgewachsen ist, ist Gott immer da. Aber ich fühle mich keiner Kirche zugehörig. Vielleicht gerade, weil ich an Gott glaube. Denn das Gottesbild der Kirche - das rein maskuline, entweder verzeihend oder zornig strafend - ist nicht meines. Ich glabe an eine Kraft, die uns Menschen beseelt. An ein großes Bewusstsein, das sich nicht nur auf die Erde beschränkt.

Hubert von Goisern

Hubert von Goisern

NP 2001 | Text: Matthias Halbig

Hubert von Goisern (47) ist wieder da. "Fön" ist eins der schillerndsten Pop-Alben des Jahres.
Mit der NP sprach der Österreicher über die Lust aufs Abenteuer Musik.

Ist österreichische Mundart keine Hemmschwelle für nichtösterreichische Hörer?

Glaub ich nicht, hab ich so auch nicht erfahren. Ich bin ja in erster Linie Musiker, da läuft alles erst mal ohne Worte. Ich kann mir Musik aus Afrika anhören, die ich textlich nicht verstehe. Trotzdem passiert da etwas. Worte umschreiben die Wahrheiten ja oft nur, und manchmal sind sie sogar nur Hindernisse.

Ist Text zweitrangig?

Nein, Worte nehm ich schon sehr ernst. Das ist auch ein unglaublicher Stress für mich. Weil es nicht zu voll werden soll. Weil da Luft sein soll, Platz für den Hörer, seine eigene Erfahrung draufzulegen.

Ihre Stimme geht über Worte weit hinaus. So sehnsüchtiges, quälerisches Jodeln hat man zuvor nie gehört.

Ich experimentiere da sehr viel. Das muss unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Weil ich mich schäme, weil vieles unerträglich ist. Manchmal gehe ich zu einem Wasserfall, singe da. Das ist so laut, das geht noch viel tiefer als Hören. Man hört die Töne nicht, aber man spürt das Vibrieren, die Kapazität der Stimme. Es tut richtig weh.

Sie sind als junger Mann in die Welt gezogen, weil man Sie Ihre Musik nicht machen ließ.

Ich wollte nicht anecken, nur meinen Weg gehen. Ich hab das immer empfunden als "Ich verletze die Leute" - mit den langen Haaren, mit der Stromgitarre. Und weil ich nicht den Mut hatte mich durchzukämpfen, bin ich weg.

Und Sie sind zurückgekehrt.

Weil ich gemerkt hab, dass es überall auf der Welt intolerante Menschen gibt, und zu Hause ganz wunderbare Freunde.

Auf dem Höhepunkt mit dem Volksmusikrock der Alpinkatzen zogen Sie die Bremse. Das wäre doch eine Wohlstandsmaschine gewesen.

Es war ein langer, schwerer, lustvoller Weg zum Erfolg. Ich hab mich auf die Lust der Hürden gefreut. Als sie weg waren, war auch die Spannung raus. Und dann wollte ich fort von diesen rockigen, geraden Beats. Es sollte funkiger, souliger sein, karibischer, gnadenlos auf dem Off-Beat. Der Widerstand der Alpinkatzen war so groß, das war mit ihnen undenkbar. Aufzuhören war schmerzvoll, aber ich bin ein Abenteurer. Und wenn mir jemand sagt, "auf diesem Weg geh ich dir nicht nach, das ist nicht meiner", kann ich das verstehen.

Ging das Gefühl auf der Bühne flöten?

Das wäre so gekommen. Die Bühne ist mein Areal, wo Du 100 Prozent im Hier und Jetzt bist. Es gibt nur die Musik. Ist wie beim Bergsteigen. Wenn die Konzentration nachlässt, bist Du in Gefahr, abzustürzen.

Wofür steht der Titel des neuen Albums - Fön?

Fön steht für das Kreative. Trotz eines Tiefdruckgebiets herrscht schönes Wetter, man sieht die Dinge sehr nahe, transparent, aber es tut auch weh, man muss es aushalten. So ist es, wenn man komponiert und dichtet. Manchmal ist der Druck so groß, dass man davonlaufen möchte.

Mit dem Song Kalt wenden Sie sich gegen den FPÖ-Rechtspopulisten Jörg Haider. Was fühlten Sie, als die FPÖ in die Regierung ging?

Enttäuscht, entsetzt war ich. Man hats weggeredet, wegdiskutiert. Das kommt eh nicht so weit. Dann wars so weit. Ich möchte jetzt nicht so wuchtig dagegen anwettern. Wenn ich den Leuten sage, was sie zu tun haben, begebe ich mich auf die Ebene von Haider. Ich möchte ihnen Mut geben, auf ihre innere Stimme zu hören. Und vertraue auf ein gutes Ende. Dass Haider ein österreichischer Franz Josef Strauß bleibt - ein Problem auf Landesebene. Und das ist ja schlimm genug.