Hubert von Goisern
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ÄGYPTEN 2002

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Hubert von Goisern in Ägypten

ÄgyptenMit "alpiner Weltmusik" hat Hubert von Goisern etwa 15.000 ägyptische Konzertbesucher begeistert. Im Rahmen der Kulturtage der deutschen Länder in Assiut, 375km südlich von Kairo, reiste er mit dem Vorhaben kulturelle Unterschiede zu überwinden nach Ägypten. Als Höhepunkt der Kulturtage trat er gemeinsam mit dem populären nubischen Popstar Mohamed Mounir auf. Das Konzert war der Auftakt zu einer Konzertreise durch Afrika, wo Hubert von Goisern und Band unter anderem Konzerte auf Kap Verde, in Dakar und Burkina Faso spielten.

A neia Tag

25. Juni 2002 | Text: apa/Virgin

Hubert von Goisern auf Tournee

Hubert von Goisern ist weit mehr als ein Vertreter der Volksmusik. Der gebürtige Österreicher nimmt Vertrautes und Altbewährtes und stellt es in Kontrast zu Fremdartigem und ganz neuen Klängen. Sein neues Album Trad stellt dies unter Beweis. Am 24.06.2002 ist er im Konzerthaus in Wien und 21.07.2002 in Klam in der Burg Clam zu sehen.

Mit experimenteller Volksmusik und österreichischem Sprachwitz hat der Musiker Hubert von Goisern etwa 15.000 ägyptische Konzertbesucher begeistert. Lieder wie A Neia Tag und Afrika wurden in der oberägyptischen Stadt Assiut trotz der sprachlichen Differenzen bejubelt. Das vierstündige Konzert bestritt der 49-jährige Österreicher gemeinsam mit dem beliebten ägyptischen Pop-Sänger Mohammed Mounir. Höhepunkt des Abends war ein gemeinsames Duett.

Heimat und Fremde

Beide Musiker singen in ihren Liedern sowohl über Heimat und Herkunft als auch über die Fremde. Ganz zufrieden war der Alpenrocker allerdings nicht mit seinem Auftritt: "Ich habe mich über weite Strecken fehl am Platz gefühlt", meinte von Goisern nach dem Konzert. Er stammt aus dem Dorf Bad Goisern im Salzkammergut und heißt mit bürgerlichem Namen Hubert Achleitner.

Der österreichische Musiker wird seine Tour nun durch Westafrika fortsetzen. Das Konzert war Höhepunkt der "Kulturtage" der deutschsprachigen Länder. Sie werden zum ersten Mal seit neun Jahren wieder ausgetragen, als der Veranstaltungsreihe durch terroristische Anschläge um Assiut ein jähes Ende bereitet wurde. Die Veranstalter wollen damit ein Zeichen gegen den Terrorismus setzen und deutschsprachige "Präsenz zeigen", wie ein Sprecher des deutschen Goethe-Institutes in Kairo mitteilte.

Alpine Weltmusik am Nil

Bad Ischler Rundschau 21. März 2002 | Text & Fotos: Josef H. Handlechner

Noch knappe vier Stunden, dann beginnt für Assjut das Konzertereignis des Jahres. "Welcome in Egypt" sagt Husain. 20 Jahre ist er alt. Lehrer möchte er werden, in drei Jahren ist er fertig mit dem Studium. Ob ich mich nicht setzen möchte? Er zeigt auf einen Stuhl. Danke, aber ich stehe lieber; er vielleicht? "Solange Du stehst, werde ich mich nicht setzen. Das wäre gegen die Gastfreundschaft." Husain ist einer von hunderten junger Frauen und Männer, die der Dinge harren, die da kommen sollen. Ein paar Meter daneben gibt Hubert von Goisern ein TV-Interview.

"Der mit dem Safran" haben die Ägypter ihn seiner gelben Beinkleider wegen und ganz einfach der Einfachheit halber getauft. Noch brennt die Sonne auf den Vorplatz. Es ist heiß in Assjut.

Zwei Tage vorher, Flughafen Wien: Für Hubert von Goisern und Band beginnt eine Reise der besonderen Art. Ein gemeinsamer Auftritt mit dem zur Zeit umbestritten populärsten ägyptischen Sänger, Mohamed Mounir, im Rahmen der Kulturtage der deutschsprachigen Länder in Assiut steht als einer der Höhepunkte fest.

Alpine Weltmusik für 15.000 Besucher

Noch vor dem Abflug die erste Überraschung: Die ursprünglich für das Konzert vorgesehene Nilhalle mit 1700 Plätzen sei zu klein. Ob man etwas dagegen habe, die Veranstaltung als Open Air abzuwickeln? Hat man nicht. Man rechne mit 7000 bis 10.000 Besuchern, sagt uns Enzio Wetzel vom Goethe-Institut Kairo, als er uns am Flughafen abholt.

Vor dem Attentat von Luxor 1998 hatte es diese Kulturtage regelmäßig gegeben. Der Neubeginn sollte nun auch einen Brückenschlag nach außen hin bringen - keine Veranstaltung für elitäre Zirkel, sondern eine Begegnung zwischen Kulturen mit Breitenwirkung.

"Künstler" sagt Huberts Manager Hage Hein, "können erzählen, wie das ist: Weggehen und doch zuhause bleiben." Brauchts noch mehr an Definition? Oder bräuchte es eher mehr an "Künstlern", die zu solcher Offenheit fähig wären? "Viele sind es nicht" sagt Hage, "aber zum Glück gibt's den Hubert..."

Als er, "Der mit dem Safran", dann die Bühne betritt, da warten nicht 7000, sondern gut 15.000 - ein unüberschaubares Menschenmeer. Knapp eineinhalb Stunden wird gespielt, dann übernimmt Mohamed Mounir. Und beide beweisen zwischendurch mit ihrer gemeinsame Präsenz auf der Bühne, wie einfach ein Brückenschlag zwischen noch so unterschiedlichen Kulturen sein könnte - wenn man ihn nur haben will.

"Ma'a as-salam" ruft Hubert von Goisern dem Publikum zu: "Auf Wiedersehen." Oder aber, tourismusgeschädigt und noch etwas schlampiger übersetzt: "Tschüss." Dabei wäre doch "Der Friede sei mit euch" schon genug an Übersetzung ... und zudem viel passender.

Am Sonntag geht's nach Westafrika

Ägypten war nur der Auftakt, bereits am Sonntag geht es für Hubert von Goisern und seine Musiker weiter in Richtung Westafrika. Drei Wochen werden sie dort unterwegs sein und u. a. Konzerte auf Cap Verde, Dakar und Burkina Faso spielen.

Jodleiri Huidiridi

Stuttgarter Zeitung 18. März 2002

Goethe macht's möglich: Hubert von Goisern in Ägypten

Es gibt eigentlich keinen einzigen Grund, der für Assiut spricht. Die Stadt liegt mühselige sechs Autostunden nilaufwärts von Kairo entfernt, verfügt über keine nennenswerten Sehenswürdigkeiten und präsentiert sich auch sonst recht trist. Kulturelles Leben findet allenfalls an der 60 000 Studenten zählenden Campus-Universität statt, einem Mitte der neunziger Jahre großflächig erbauten Betonareal, das von Süden und von Norden zwei Zufahrten besitzt, die vom Militär bewacht werden. Hier, wo es seit Jahrzehnten zu Konflikten zwischen Kopten und Muslimen kommt, wo Anfang der neunziger Jahre die Auseinandersetzungen international Schlagzeilen machten und heute noch immer die meisten Ägypter davon überzeugt sind, dass die Stadt eine, wenn nicht die Hochburg der Fundamentalisten ist, will man einfach nicht, dass etwas passiert.

Zumindest sollen keine Ausländer oder gar Touristen beteiligt sein. Da eskortiert man diese dann lieber schwerbewaffnet auf den Straßen und schickt ihnen für den Spaziergang durch die Stadt Soldaten als Begleitschutz mit. Doch gerade weil eigentlich nichts für diese Stadt sprechen mag, spricht so unglaublich viel dafür, sich gerade deswegen ihrer anzunehmen. So sahen und sehen das auch die Entsandten am Goethe-Institut in Kairo, die zusammen mit den diplomatischen Vertretungen der Schweiz, Österreichs und der Bundesrepublik sowie der Universität Assiut diese Woche zu den hiesigen Kulturtagen luden. Und so kam es dann, dass vor ein paar Tagen der ägyptische Popstar Mohamed Mounir und der österreichische Alpinweltmusiker Hubert von Goisern im Niltheater vor knapp 15 000 Menschen zusammen auf der Bühne standen.

Doch der Reihe nach. Nachdem man beim fusionierten Goethe-Institut Inter Nationes, wie es so schön heißt, umstrukturiert hat und derzeit immer mehr Menschen begreifen, dass ein Dialog zwischen den Kulturen sehr wohl was bringt, können sich die Mitarbeiter wieder der Sacharbeit zuwenden. Zwar könnten die 128 Institute in den 76 vertretenen Ländern mit ihren mehr als 3100 Mitarbeitern nach wie vor ein bisschen mehr Geld gebrauchen, doch andererseits: es könnte schlechter laufen, es ist ja auch schon schlechter gelaufen. Weil die Sprachfortbildung bei den Goethe-Instituten nicht alles ist und und man sich als Kulturvermittler sieht, durchziehen das Programm Lesungen, Vorträge, Theateraufführungen, Konzerte, Filmvorführungen oder Workshops. So wie etwa bei den Kulturtagen in Assiut, die man ja ganz bewusst in der vernachlässigten Provinz abhalten will. Über die Beziehungen zwischen Europa und Ägypten wird da doziert, Tom Tykwers Kinosensation Lola rennt gezeigt, eine Fotoausstellung eines Schweizers eröffnet - oder eben, sozusagen als Höhepunkt, ein Freiluftkonzert organisiert. Aber wieso um Himmels willen kommt das federführende Goethe-Institut da ausgerechnet auf den österreichischen Musiker Hubert von Goisern?

Und ob das interessiert. Es ist nämlich ein wunderschönes Beispiel, wie der Dialog zwischen so unterschiedlichen Kulturen wie der arabischen und der westeuropäischen Welt funktionieren kann. Da sich Hubert von Goisern längst über sein Alpinkatzenimage hinaus entwickelt hat, da er zwei Alben mit westafrikanischer und tibetanischer Musik aufgenommen hat und immer wieder bewiesen hat, dass er in seiner Musik anderen Kulturen sehr aufgeschlossen ist, schien er den Planern beim Goethe-Institut mit Recht der Richtige. Und wie verhält es sich mit dem ägyptischen Popstar Mohammed Mounir? Er ist in Aswan aufgewachsen - und zeigt, dass man auch außerhalb Kairos Erfolg haben kann. Seine poporientierte Musik hat unverkennbar ihre Wurzeln in den verschiedensten Genres arabischer und afrikanischer Musik. Und seine Texte sind durchweg gesellschaftsbezogen und politisch, wobei sich Mounir als Sprachrohr der kulturellen und religiösen Gemeinsamkeiten von Orient und Okzident sieht.

So weit zu den beiden Künstlern, die sich bis wenige Stunden vor dem Auftritt nie begegnet sind. Wenn es dumm gelaufen wäre, dann hätten beide hintereinander ihren Auftritt absolviert und wären wieder nach Hause gefahren.

Aber beide wussten, dass es kein normales Konzert ist, dass es eben vor allem um Begegnung geht - und dazu muss man sich eben auch begegnen. So traf man sich vor dem Auftritt im Hotelzimmer, um sich schon mal ein bisschen warm zu spielen, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es ist, miteinander zu musizieren. Schneller als gedacht fanden die beiden nicht nur in musikalischer Hinsicht eine gemeinsame Tonart. Der eine war von der steirischen Ziehharmonika begeistert, der andere von der Aufgeschlossenheit des großen ägyptischen Popstars, der ihn später ausführlich auf der Bühne vorstellen sollte und mit ihm zusammen zwei Lieder spielte. Und weil"s so schön war, bastelt man jetzt an einem gemeinsamen Auftritt in Wien - noch diesen Herbst.

Und wie reagiert das Publikum, das weder die Sprache von Hubert von Goisern versteht noch seine Musik kennt und eigentlich nur wegen Mohamed Mounir gekommen ist? Natürlich jubelt und kreischt es nicht so wie bei Mounir. Doch bei rund der Hälfte der Lieder des Österreichers ist klar, dass das nicht so wichtig sein muss: Rhythmen, Melodien und Stimmen kommen an, die Texte sind dann nicht mehr so wichtig - was etwa bei dem Lied Heast as nit ("Hörst du es nicht") zu beobachten ist. Ob Araber oder Europäer, niemand hat eine Ahnung, was der Refrain Huidiei jodleiri Huidiridi zu bedeuten hat - und doch sind die Menschen an dieser Stelle berührt. Ein Potenzial, mit dem die Organisatoren vom Goethe-Institut arbeiten können.

Zum Konzert sind mehr als doppelt so viele Menschen gekommen als erwartet; sowohl zwischen dem Publikum und dem Künstler als auch zwischen den beiden Künstlern springt der Funke über, trotz des immensen Aufgebots an Soldaten und bewaffneten Sicherheitskräften gibt es keinen Zwischenfall. Wenn das nicht Mut zu mehr gemeinsamen Veranstaltungen dieser Sorte macht!

Bis zum Wochenende haben die österreichischen Musiker zusammen mit arabischen Musikern in Workshops alle möglichen und unmöglichen Sachen ausprobiert, ein Flügelhorn mit einer afghanischen Flöte kombiniert, begleitet von der Oud, der arabischen Kurzhalslaute. Und vielleicht ergeben sich daraus Kontake, Bekanntschaften, neue Projekte, wie schon so oft bei Begegnungen dieser Art. Vielleicht sieht man aber einfach nur, dass da auf der anderen Seite, der der Araber, der der Europäer, ganz normale Menschen sind. Ganz bestimmt ist man dann da angelangt, wo man so gerne vom Dialog der Kulturen und der Zweibahnstraße spricht. Und dieser soll ja seit einem halben Jahr ganz besonders wichtig sein. Zumindest sprechen sehr viele davon. Glücklicherweise tun ja auch einige was dafür.

Ein Jodler in der Wüste - Hubert von Goisern in Ägypten

Pipeline 15. März 2002 | Text: Antje Glück
Mohammed Mounir und Hubert von Goisern

Kairo/Assiut (dpa) - Erschöpft und verschwitzt steht Hubert von Goisern im Gästehaus der Universität Assiut in Oberägypten. Der Folk-Rocker aus Österreich und seine fünf Bandmitglieder haben gerade ihren ersten Auftritt im Orient hinter sich. "Für mich war das ein historisches Ereignis, und ich bin sehr dankbar, dass ich dabei sein durfte", sagt Von Goisern nachdenklich.

Zwar ließ sich nur ein Bruchteil der insgesamt 15 000 meist jugendlichen Konzertgäste von seinen Jodlern und Akkordeon-Improvisationen zum Tanzen animieren. Doch hatten viele der Zuhörer trotzdem ein offenes Ohr für die fremden Klänge aus dem Alpenland. "Die Musik fand ich echt toll, aber ich habe die Lieder nicht verstanden", sagt der 20-jährige Ahmed nach dem Konzert. Besonders angetan hat es ihm und seinem Freund Mahmud die Ziehharmonika des Sängers. Auch das Flötensolo beim afrikanischen Lied Akipenda hat ihn beeindruckt.

Mehr als ein "erstes gegenseitiges Beschnuppern" hatten sich die Veranstalter der "Kulturtage" der deutschsprachigen Länder in Assiut - das Goethe-Institut Kairo, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Botschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz - ohnehin kaum erhofft. Denn Assiut gilt als Hochburg der islamischen Fundamentalisten in Ägypten. Nach mehreren Terroranschlägen in den 90er Jahren hat es in der 380 Kilometer südlich von Kairo gelegenen Stadt kaum noch ausländische Besucher gegeben.

Auch während der "Kulturtage", bei denen in dieser Woche neben Musik auch Theater, Vorträge und Filme geboten wurden, waren die Ägypter um die Sicherheit der ausländischen Gäste besorgt. Jedem Deutschen, der sich außerhalb des Universitätsgeländes aufhielt, stellten die Sicherheitskräfte einen Begleiter zur Seite. "Ich wusste, dass diese Stadt ein Zentrum von Gewalttätigkeiten war. Aus diesem Grund ist ein Auftritt hier für mich viel spannender als ein Konzert in Kairo", meint Von Goisern.

Heiß her geht es bei dem ägyptisch-österreichischen Konzertabend am Dienstagabend vor allem, als der ägyptische Superstar Mohammed Mounir die Bühne betritt. Das Publikum drängt von allen Seiten so heftig, dass die Polizei Hubert von Goisern mit Holzstöcken den Weg freimachen muss, damit der Österreicher zusammen mit Mounir zwei Lieder spielen kann. "Wenn man es nicht kennt, dann jagt einem die Art und Weise, wie die Sicherheitskräfte mit dem Publikum umgegangen sind, einen Schrecken ein", meint Von Goisern später.

Die ägyptischen Fans nehmen das Vorgehen der Polizei dagegen völlig gelassen, und das Duett wird zu einem vollen Erfolg. Als von Goisern zum Akkordeon greift und dann auch noch zu Mounirs mitreißenden nubischen Rhythmen jodelt, feiern die ägyptischen Massen ihn begeistert. Die beiden Sänger haben sichtlich Spaß zusammen. "Seht ihr, die Musik ist eine gemeinsame Sprache, die können wir alle verstehen, das ist viel besser als Krieg und Blut", ruft Mounir seinen Fans zu.

15 000 begeisterte Studenten jubelten Mohamed Mounir und Hubert von Goisern in Assiut zu

Goethe Institute 14. März 2002 | Fotos: © Alex Schütz

Als einen der Höhepunkte der Kulturtage in Assiut organisierte das Goethe-Institut Kairo/Alexandria ein Gemeinschaftskonzert von Hubert von Goisern und Mohamed Mounir. Von Goisern, einer der erfolgreichsten Rock-Exporte aus Österreich, wurde durch seinen einzigartigen Alpin-Rock-Sound in den 90er Jahren bekannt. Mit seiner Band, den Original Alpinkatzen, verband er erfolgreich traditionelle österreichische Musikelemente mit modernem Rock. 1999 löste sich die Formation auf und von Goisern widmet sich seitdem voll und ganz der Weltmusik und läßt die exotischsten Klänge in seine Musik einfließen. Eine seiner unzähligen Reisen durch die Welt führt von Goisern nun nach Mittel-Ägypten, wo er auf den ägyptischen Pop-Star Mohamed Mounir traf.

Vor 15.000 Zuschauern in Oberägypten: Hubert von Goisern trifft Mohamed Mounir

Goethe Institute 14. März 2002

Beim Abschiedskonzert der vom Goethe-Institut Inter Nationes veranstalteten Kulturtage im oberägyptischen Assiut bejubelten am Dienstagabend über 15.000 Menschen die beiden Sänger Hubert von Goisern und Mohamed Mounir. "Ich gebe zu, ich hatte weiche Knie, als es so weit war und ich auf die Bühne ging. Umso größer das Gefühl des Glücks, als ich die Freude und Zuneigung spürte, die mir von allen entgegengebracht wurde." Mit diesen Worten schilderte Hubert von Goisern seine Eindrücke nach dem Konzert im "Niltheater".

Die musikalische Begegnung des bekanntesten ägyptischen Popsängers Mohamed Mounir und des österreichischen Musikers und Sängers Hubert von Goisern wurde als deutliches Zeichen gegen kulturelle Engstirnigkeit gewertet. Der Veranstaltungsort des Konzertes, die oberägyptische Stadt Assiut, erlangte Anfang der neunziger Jahre traurige Berühmtheit als Zentrum des gewalttätigen islamischen Fundamentalismus. "Ich bin dankbar für diese Begegnung mit dem Land, der Stadt, den Menschen, der Kultur, mit Mohamed Mounir und seinen Musikern. Ich bin dankbar für die Brücke, die das Goethe-Institut geschlagen hat", sagte ein begeisterter Hubert von Goisern.

Heute abend (14. März) trifft der österreichische Liedermacher in Kairo mit ägyptischen Musikern zusammen, mit der Band Downtown, dem Oud-Spieler Nasseer Shama und dem Geiger Abdou Dagir. Ein weiterer Auftritt des Pop-Alpinkünstlers ist für den Oktober 2002 beim "Modern Folk Festival" in Kairo geplant.

Volksmusiker Hubert von Goisern präsentiert neues Album in Ägypten

dpa 13. März 2002

Hubert von GoisernKairo/Assiut (dpa) - Mit experimenteller Volksmusik und österreichischem Sprachwitz hat der Musiker Hubert von Goisern am Dienstagabend etwa 15 000 ägyptische Konzertbesucher begeistert.

Lieder wie A Neia Tag und Afrika wurden in der oberägyptischen Stadt Assiut trotz der sprachlichen Differenzen bejubelt. Das vierstündige Konzert bestritt der 49-jährige Österreicher gemeinsam mit dem beliebten ägyptischen Pop-Sänger Mohammed Mounir. Beide Musiker singen in ihren Liedern sowohl über Heimat und Herkunft als auch über die Fremde.

Ganz zufrieden war der Alpenrocker allerdings nicht mit seinem Auftritt: "Ich habe mich über weite Strecken fehl am Platz gefühlt", meinte von Goisern nach dem Konzert. Sein neues Album ist bislang namenlos und soll voraussichtlich noch in diesem Jahr erscheinen, hieß es. Von Goisern wird seine Tour nun durch Westafrika fortsetzen.