Hubert von Goisern
DE
EN
 

TIBET

TIBET >> Presse: 1 2 3 4 5 6 7 8

Hubert von Goisern und Tibet

HvGHubert von Goisern unterstützte und begleitete eine Konzertreise tibetischer Künstler und Musiker, des im nordindischen Dharamsala ansässigen Kulturinstituts der Exil Tibeter (TIPA). Fasziniert von der tibetischen Musik und interessiert an den Lebensumständen der Tibeter reist er 1995 mit Tseten Zöchbauer (Betreiberin des Tibetischen Kulturhauses Wien) nach Tibet. Hubert von Goisern nutzte seine Popularität und stellte diese in den Dienst der tibetischen Sache. Er verurteilt die militärische Besetzung Tibets und setzt sich nach wie vor, für die Befreiung des Landes ein. Nach mehreren Reisen nach Tibet und Nordindien entstand, unter Mitwirkung der vier TIPA-Musiker sowie österreichischen und südamerikanischen Freunden, das Album "Inexil".

Losar in Wien: Tibetisches Neujahr 2143 des Feuer-Affen

W24 15. Februar 2016

Der Dalai Lama wird 80 - ich gratuliere

8. Juni 2015

tashi delek

am 6. juli feiert der dalai lama seinen 80. geburtstag.
ich nehmen das zum anlass, ihnen dieses soeben erschiene büchlein ans herz zu legen. es ist kostenlos herunterzuladen.
für jene, welche diesen inspirierten text gerne gedruckt in händen halten möchten, besteht die möglichkeit es in papierform zu kaufen, oder zu bestellen. etwa bei www.rupertusbuch.at oder beim buchhändler ihres vertrauens.

hvg

Der Appell des Dalai Lama and die Welt

Der Appell des Dalai Lama an die Welt

Der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, feiert am 6. Juli seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass erschien am 1. Juni 2015 ein Gespräch zwischen dem weltweit populären Friedensnobelpreisträger und dem Fernsehjournalisten und Bestsellerautor Franz Alt in Buchform. Unter dem Titel Der Appell des Dalai Lama an die Welt ruft er zu einem weltumspannenden und religionsübergreifenden Bekenntnis zur Ethik auf und erklärt: "Ethik ist wichtiger als Religion."

"Dieser zunächst kurze und prägnante Leitsatz hat ein gewaltiges Potenzial, denn er birgt neben der spirituellen Komponente auch politische, wissenschaftliche und soziale Elemente und inspiriert zu einem grundlegenden Diskurs über den Stellenwert der Weltreligionen", erklärt Franz Alt, der seit Jahrzehnten ein intimer Kenner und Freund des Dalai Lama ist und ihn regelmäßig trifft.

In dem Buch geht der Dalai Lama sogar noch einen Schritt weiter: "Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn wir gar keine Religionen mehr hätten. Alle Religionen und alle Heiligen Schriften bergen ein Gewaltpotenzial in sich. Deshalb brauchen wir eine säkulare Ethik jenseits aller Religionen", so der Dalai Lama.

Der Appell des Dalai Lama an die Welt - E-Buch: Deutsch | Englisch

S. H. der Dalai Lama beim Talk in Hangar-7 Spezial

ServusTV 20. Mai 2012
Hubert von Goisern und der Dalai Lama

Der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, exklusiv bei ServusTV: Im Rahmen seines Österreich-Besuchs war der Friedensnobelpreisträger in einem hochkarätig besetzten Talk im Hangar-7 Spezial zu Gast, und sprach dabei über die großen Themen seines Lebens und seine Lehre.
Moderation: Heinz Nußbaumer; Gäste: Hubert von Goisern, Paul Zulehner, Marianne Birthler, Alfred Gusenbauer und Kelsang Gyaltsen.

Besuch des Dalai Lamas: EU-Delegation in Tibet gefordert

Vienna Online 15. Mai 2012 | Text: APA/Red. | Foto: © Vienna.at/ Alexander Blach

HvGAnlässlich des Besuches des Dalai Lamas fordern heimische Tibeter-Organisationen, sich zur "repressiven Politik in Tibet" zu äußern. So auch Unterstützer Hubert von Goisern. Zudem solle eine EU-Delegation nach Tibet reisen, um sich selbst ein Bild von der sich "drastisch verschlechternden Situation" zu machen, so der Tenor bei der Pressekonferenz am Dienstag in Wien.

Auch der langjährige Tibet-Unterstützer Hubert von Goisern zeigte sich "frustriert", dass bei der Selbstbestimmung der Tibeter sogar "Rückschritte" gemacht werden. Während seiner Schilderungen über eine kürzlich erfolgte Reise in die Region war der Alpenrocker den Tränen nahe: "Es ist sowas von absurd".

Er schäme sich außerdem "seit Jahrzehnten" für die heimischen Politikern und deren "Umgang mit dem Problem des Status Tibets".

Einen Seitenhieb gab es für Bundespräsident Heinz Fischer, der als "deklarierter Freund Chinas", wie ihn der Sänger nannte, ein Treffen mit dem Dalai Lama verweigere. Es wäre ihm lieber, wenn sich der "Bundespräsident einbringen würde", er sitze hier, weil es Fischer nicht tue, so von Goisern.

Tibet-Organisationen rufen zur Kundgebung am 26. Mai 2012 in Wien auf

15. Mai 2012 | Foto: Europe for Tibet
Hubert von Goisern und Tibet

Wien – Vertreter der Tibeter in Europa und Österreich riefen heute im Rahmen einer Pressekonferenz die Parteien und die Bevölkerung Österreichs auf, sich mit Tibet und seinen Menschen solidarisch zu zeigen und an der Kundgebung vom 26. Mai 2012 in Wien auf dem Heldenplatz teilzunehmen. An der Kundgebung werden der Dalai Lama wie auch der neugewählte Premier der tibetischen Exilregierung Dr. Lobsang Sangay sprechen. Hubert von Goisern, Amadeuspreisträger 2012, bekräftigte den Aufruf zur Solidarität mit Tibet bei der Pressekonferenz.

Anlass der Kundgebung ist der aktuelle Besuch des Dalai Lama in Österreich und die eskalierende Menschrechtssituation in Tibet, die sich in letzter Zeit massiv verschärft hat. Tibet-Gruppen aus ganz Europa wollen mit der Kundgebung ein geeintes und unüberhörbares Zeichen der Solidarität an die Tibeter in Tibet senden. An der Kundgebung werden diverse bekannte Persönlichkeiten aus der Politik sprechen. Auch Künstler aus ganz Europa unterstützen das Anliegen mit musikalischen Beiträgen. Die Teilnahme und Rede Seiner Heiligkeit dem 14. Dalai Lama wird den Höhepunkt der Kundgebung darstellen.

Hubert von Goisern, langjähriger Unterstützer der Menschen in Tibet erklärte: "Wir alle haben am 26. Mai eine Chance Tibet und dem Dalai Lama unsere Solidarität zu zeigen. Es ist eine Sache des Anstandes, angesichts der Menschenrechts-Verletzungen das Schweigen zu brechen! Die Tibeter in Tibet brauchen jetzt unser aller Unterstützung als Zeichen der Hoffnung und der Ermutigung!"

Hubert von Goisern: 10. März 2009

10. März 2009 | Text: Hubert von Goisern

HvG - TIBET

vor 50 jahren
auf den heutigen tag genau,
wurde ein gewaltloser tibetischer aufstand gegen die chinesische besatzungsmacht blutig niedergeschlagen.
eine nicht enden wollende blutspur markiert bis heute diese gewaltherrschaft.
wie soll man damit umgehen? ausser ohnmächtig zu verzweifeln!
der umgang mit dem dalai lama hat mich gelehrt gewaltfrei zu sein,
in gedanken, sprache und tat.
wenn diese haltung aber seit 50 jahren keine früchte trägt, und kein vorwärts-kommen in der sache bewirkt,
ist die frage berechtigt, ob es nicht der falsche weg ist?
allein ich weiss keinen anderen.

kann man trotzdem was tun?
können wir was tun?
ja!
wir können dafür sorgen, dass tibet nicht in vergessenheit gerät.
indem wir nicht aufhören darüber zu reden.
indem wir unsere politiker daran erinnern,
tibet, vor allem im umgang mit china zu thematisieren,
immer und immer wieder.

das kapitel tibet ist eine schande für china.

machen wir uns nichts vor, china sitzt am längeren hebel, aber sie sind ein stolzes volk und da muss man ansetzen. das heutige china hat diese situation geerbt, von mao tse-tung.
als mao tse-tung 1949 an die macht kam, war eine seiner ersten untaten, in tibet einzumarschieren um das land, wie er es nannte - zu befreien. (von den tibetern?).
maos herrschaft über china hat vorsichtigen schätzungen zu folge 20 millionen menschen das leben gekostet. manche behaupten es waren doppelt so viele. egal - es sind unvorstellbar viele.

und noch unvorstellbarer, dass mao noch immer verehrt wird. weil in china keine aufarbeitung der geschicht stattfindet. gemessen an der zahl der opfer unter chinesen, lesen sich die der tibeter fast überschaubar: allein in tibet starben über 150.000 durch hinrichtungen und noch mal 200.000 in gefängnissen und arbeitslagern. 

die schande tibet ist nicht wegzuleugnen, nicht wegzuschweigen und,
leider auch nicht wegzumeditieren.
tibet ist nicht china und die tibeter sind keine chinesen.
tibeter haben eine eigenen sprache, eine eigene schrift und eine eigene lebensart.

eine politik, die aus ihrer militärischen und wirtschaftlichen stärke das recht ableitet,
ein friedfertiges volk wie das der tibeter zu unterdrücken, ist unmenschlich,
ist unzivilisiert.

hubert von goisern

Hubert von Goisern: Kommentar

24. März 2008 | Text: Hubert von Goisern

Während 2008 für die Chinesen das Jahr der Ratte ist, spricht man in Tibet vom Jahr der Erdmaus.

Als ich vor einigen Jahren Tibet bereiste, las ich in der Lobby meines Hotels in Lhasa ein chinesisches Propaganda-Magazin in englischer Sprache. Darin fand ich, in einem Artikel über Lenin, dessen unglaubliche Aussage: "ein Volk, das nicht bereit ist mit Waffengewalt um seine Freiheit zu kämpfen, verdient die Sklaverei." Dieser Satz macht mir Lenin extrem unsympathisch. Ebenso wie die chinesische Nomenklatura, die offensichtlich aus der Friedfertigkeit der Tibeter, ganz im Sinne Lenins das Recht ableitet, diese zu unterdrücken und das Land auszubeuten. Aus der Geschichte lässt sich nämlich, trotz aller Behauptungen kein Anspruch Chinas auf Tibet ableiten.
Je nachdem auf welche Epoche man blickt, waren die Grenzen mal da und mal dort gezogen. Im 7. Jhdt. war z. B. so gut wie das gesamte heutige China ein Teil Tibets und aus dem Jahre 1794 gibt es einen in Stein gemeisselten Vertrag der in beiden Sprachen die Souveränität beider Länder klarstellte. Als 1949 Mao Tsetung an die Macht kam, war eine seiner ersten Untaten, in Tibet einzumarschieren und das Land zu annektieren; oder wie er es nannte - zu befreien. (Von den Tibetern?) Im Laufe seiner Herrschaft hat Mao vorsichtigen Schätzungen zu Folge 20 Millionen Menschen das Leben gekostet. Manche behaupten es waren doppelt so viele. Sowohl Lenin wie Mao sind noch immer nicht begraben, weder im übertragenen noch im wörtlichen Sinn. Beide sind einbalsamierte Pilgerstätten. Es ist höchste Zeit für sie, unter die Erde zu kommen.

Und es ist höchste Zeit die Tragödie in Tibet zur Kenntnis zu nehmen. Ich bin erschüttert aber nicht überrascht über die jüngsten Entwicklungen, denn es war vorhersehbar und kein Geheimnis, dass die olympischen Spiele für die Tibeter Anlass sein würden auf die Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land hinzuweisen. Nach mehr als 50 Jahren Unterdrückung durch China, ist die Verzweiflung am Dach der Welt ebenso allgegenwärtig wie die Unfreiheit und Benachteiligung der einheimischen Bevölkerung. Dass also der eine oder andere seine Faust ballt und Steine zu werfen beginnt kann nicht verwundern. Gemessen an den tibetischen Opfern in der Vergangenheit (über 150.000 starben allein durch Hinrichtungen, an die 200.000 in Gefängnissen und Arbeitslagern) sind ein paar zerbrochene Fensterscheiben und in Brand gesteckte Autos eine Lappalie. Und selbst dies wäre wahrscheinlich nicht geschehen, wenn man jenen Menschen nicht penetrant desavouierte, der wie kaum ein anderer für Gewaltverzicht und Dialog steht.
Die Dämonisierung des Dalai Lama, vom offiziellen China als "Wolf im Schafspelz" bezeichnet, ist eine Unerträglichkeit sondergleichen. Unerträglich ist auch die Haltung der meisten österreichischen Politiker zu diesem Thema. Bis hinauf zum Bundespräsidenten gibt es nur ein entwürdigendes Buckeln vor der Wirtschaftsmacht China um nur ja den Handel nicht zu gefährden. Und bei jedem Staatsbesuch aus dem "Reich der Mitte" demonstriert man vorauseilenden Gehorsam indem das Innenministerium mit Polizeigewalt jegliche Kritik im Keim erstickt.

Dem olympischen Komitee wird der Vorwurf gemacht, bei der Vergabe der Spiele an Peking ausschließlich wirtschaftlich gedacht zu haben. Das mag so sein, aber seien wir mal ehrlich, wenn man nach den hehren Idealen des olympischen Gedanken handeln würde, wohin könnten die Spiele guten Gewissens vergeben werden? Jedenfalls keinem Land, das sich auch die Durchführung leisten könnte.
Peking hat sich die Spiele nicht weniger "verdient" als Berlin, Moskau, Los Angeles oder London. Einen Boykott halte ich aus diesem Grund für falsch.
Was ich mir aber sehr wünsche, sind Funktionäre und SportlerInnen mit dem Bewusstsein, dass olympische Spiele eine politische Dimension haben. Sie dienen seit der Antike auch als politisches Forum. Vielleicht finden einige die Courage die tibetische Fahne hochzuhalten.
Die Annexion Tibets ist nicht wegzuleugnen, wegzuschweigen und leider auch nicht wegzumeditieren. Tibet ist nicht China und die Tibeter sind keine Chinesen. Sie haben eine eigenen Sprache, eine eigene Schrift und eine eigene Lebensart. Möge es also nicht nur das Jahr der Ratte werden, sondern auch das der Erdmaus.

Können wir einzelnen Menschen zur Lösung des Konflikts beitragen? Ja. Schreiben Sie an ihre Regierungsvertreter, an die europäische Kommission, an das olympische Komitee..., dass man sich der Problematik annehmen möge und nicht mit dem Argument davonschleichen soll, das sei nicht die Aufgabe einer Sportveranstaltung.

Hubert von Goisern, Salzburg - Ostern 2008

LOSAR 2007 - Hubert von Goiserns Neujahrswunsch für Tibet

19. Februar 2007 | Fotos: © Hannes Heide
Losar 2007

Tseten Zöchbauer, Schauspieler Ralf Bauer, Prof. Heinz Nussbaumer (Journalist und Redakteur der "Furche"), Madeleine Petrovic (Die Grünen) und Hubert von Goisern

Mit tibetischen Essensständen, Filmen und Volkstänzen wurde das tibetische Neujahr am 17. Februar 2007 in Wien gefeiert. Die Feierlichkeiten wurden durch Gebete der tibetischen Mönche eingeleitet und Prominenten wie Hubert von Goisern und Ralph Bauer machten ihre Neujahrswünsche für Tibet bekannt.

"Alles was man über Tibet sagen kann ist schon gesagt worden, wieder und wieder...
Und trotzdem muss es immer wieder gesagt werden:

TIBET IST EIN BESETZTES LAND
DIE TIBETER WERDEN UNTERDRÜCKT
SCHANDE DEN EINDRINGLINGEN

Die Situation in TIBET ist das Erbe eines Mannes der viel Schmerz, Ungerechtigkeit und Tod über China selbst gebracht hat: Mao Tsetung.

Das Kapitel TIBET gereicht China nicht zur Ehre, und die Dämonisierung des Dalai Lama, der wie kaum ein Anderer für Gewaltfreiheit, Toleranz und Dialog steht, ist die Herabwürdigung eben jener Tugenden selbst.

LANG LEBE TIBET
LANG LEBE TENSIN GYATSO
der 14. Dalai Lama, Wiedergeburt von CHENRESIG, dem Buddha des Mitgefühls.

TASHI DELEK, Glück und Segen - Allen und Allem - für das Jahr 2134, im Zeichen des Gold-Feuerschweins."

Hubert von Goisern

Losar Fest

Plädoyer wider das Buckeln

Kleine Zeitung 22. Mai 2005 | Text: Annelies Pichler | Foto: Sommer

Zu seinem 70. Geburtstag im Juli hätte der Dalai Lama mit einer "personalisierten Briefmarke" der österreichischen Post geehrt werden sollen. Dass es nicht so kommt, stößt dem Musiker Hubert von Goisern bitter auf. Ein Interview.

Hubert von Goisern

Ohne Gründe angeben zu wollen, erklärte Michael Homola, der Sprecher der österreichischen Post, dass die so genannte "personalisierte Marke", mit der Tibets Dalai Lama zu seinem 70. Geburtstag am 6. Juli geehrt werden sollte, nicht gedruckt wird. Die chinesische Botschaft habe massiv interveniert, erklärte Bürgerrechtsaktivist Heinz Stoff, der die Marke in Auftrag geben hatte. Eine Erklärung, die Hubert von Goisern derart inakzeptabel findet, dass er sich entschloss, zum Sprecher für die Marke zu werden.

Ihren Ärger über Österreichs Post noch im Hinterkopf, möchte ich einleitend gerne wissen: Was können Sie über China sagen?

Ich war noch nie in China. Wenn ich an das Land denke, fallen mir als Erstes Philosophen ein: Konfuzius, Mencius, Lao Tse. Ein Land großer Denker. Auch der Ursprung der Harmonika, sagt man, läge dort. Aber wie jede Nation, man könnte auch sagen wie jedes Volk, hat auch China seine unrühmlichen Kapitel. Wie die Ära Mao Tse-tungs, in der auch die Kulturrevolution wütete, während der zehn Millionen Menschen starben, manche schätzen die Zahl sogar auf 20 bis 30 Millionen. In diesen dunklen Zeitraum fällt die gewaltsame Annexion Tibets (1949/50) und die darauf folgende Zerstörung der tibetischen Kultur.

Die bis heute andauert ...

Dass China nicht gerne an die Situation in Tibet erinnert wird, ist nachvollziehbar. Auch uns ist manches Kapitel der Vergangenheit unangenehm. Ist man doch auch hierzulande einst dem Charisma eines Diktators erlegen und es ist fraglich, ob wir ohne Druck von außen heute bereit sein könnten, in den Spiegel zu schauen. So gesehen verstehe ich die Bemühungen der chinesischen Botschaft, die Herausgabe einer Briefmarke mit dem Dalai Lama zu verhindern. Würden ihre Beamten das nicht machen, käme postwendend eine Rüge aus Peking. Was ich nicht verstehe, ist der Gehorsam der Postdirektion, dass man diesem Wunsch entspricht. Dieser Kleinmut schadet ganz Österreich.

China hat aber doch wohl auch seine Möglichkeiten, sich zu revanchieren?

Auch den Besuchen des Dalai Lama in Bad Ischl und ebenso denen in Graz gingen Interventionen der Chinesen voran. Der damalige Bürgermeister von Graz, Alfred Stingl, hatte mit massiven Interventionen der Chinesen zu kämpfen. Stingl drohte man unter anderem mit dem Entzug eines millionenschweren Auftrags an die Simmering Graz Pauker AG. Er blieb standhaft. Eine Haltung, die bei Politikern sehr selten geworden ist, gerade wenn wirtschaftliche Aspekte ins Spiel kommen. Simmering Graz Pauker bekam damals den Auftrag dann doch, obwohl die Stadt den Dalai Lama empfangen hat. Ich bin überzeugt: Respekt, gerade von einem so stolzen Volk wie den Chinesen, gewinnt man nicht durch Buckeln.

Die stolze Haltung der Tibeter scheint deren Beherrscher aber nicht sehr zu beeindrucken.

Ich weiß nicht, wie man die Situation in Tibet zu einer Lösung führen kann, die für alle Beteiligten wohlgefällig ist. Ich bin nicht in allem einer Meinung mit den Aktionisten von "Save Tibet" und hatte auch so manchen handfesten Streit mit Repräsentanten der Exilregierung. Doch ich weiß, dass das Volk der Tibeter wie auch das Land Tibet entsetzlich unter der Knechtschaft Chinas leidet. Ich weiß, dass China mit seiner starrköpfigen Haltung seinem eigenen Ansehen enormen Schaden zufügt. Und ich weiß auch, dass es der Dalai Lama nicht verdient, dämonisiert zu werden.

Wofür steht er für Sie?

Er ist das Oberhaupt eines Volkes, das mit dem Rücken zur Wand steht und das seit 50 Jahren. Ein Volk, dessen Kultur, Musik, dessen Sprache und dessen Lebensart zu verschwinden drohen - ja, das Volk als Ganzes schwindet. Dazu kommt, dass sein Land ausgebeutet und zerstört wird. Auf so eine Situation antworten andere Gesellschaften mit Waffen, Bomben, Gewalt. Nicht so die Tibeter. Sie sind trotz allem die friedliebendsten Menschen, die ich auf meinen vielen Reisen kennen gelernt habe. Und der Dalai Lama trägt wesentlich dazu bei. Dieser vorbildliche Mensch und sein Volk verdienen unsere Hochachtung, Solidarität und Unterstützung. Wenn nicht, geben wir Lenin recht, der sagte: Ein Volk, das nicht bereit ist mit Waffen für seine Freiheit zu kämpfen, verdient die Sklaverei.