Hubert von Goisern
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Der Bergklang läßt ihn nicht los

Tiroler Tageszeitung 19. September 1997 | Text & Foto: Thomas Böhm

Hubert von Goisern über seine Musikprojekte mit Tibetern und die Volksmusikübersättigung

Hubert von GoisernSt. Anton. "Wenn ich Volksmusik höre, geht es mir schlecht", sagt jener Hubert von Goisern heute, der mit verrockter Volksmusik und seiner Band Alpinkatzen sensationell erfolgreich war - biszu deren Auflösung.

"Es herrscht totale Übersättigung an Volksmusik - dabei vermisse ich inhaltlichen Tiefgang", bekümmert Goisern, daß andere auf den Erfolgszug Alpenrock aufgesprungen sind, "sogar die Werbung. Ich habe da eine Lawine losgetreten..." Goisern hat seinen Schlußstrich gezogen unter jodelnden Hardrock, Kuhrufe, furiose Akkordeonshow mit Gletscherbrille und Hiatamadl.

Auch seine neuen musikalischen Wege führen durch her-be Höhenluft - begleitet von Menschen, deren Leben und Musik von den Extremen der Berge geprägt ist. Zünftigen Alpenklängen folgt der Sound des Himalajastaates Tibet.

Dies erzählte Goisern der TT während des Bergfilmfe-stes in St. Anton, wo er Ehren-gast war und nach langem wieder (Wia die Zeit vergeht, lautet der Titel des dort präsentierten Konzertfilms mit den Alpinkatzen...) in Sachen Musik mit Ziehorgel auf der Bühne stand. Mit den Sängerinnen Passang und Sherab sowie den Sängern Jamyang und Sonam, Mitglieder des TIPA (Tibetan Institute of Performing Arts) im indischen Exil in Dharamsala.

"Mit ihnen nehme ich derzeit auf, vor allem als Produzent, ich spiele und singe aber auch." Basis sind die (in Tibet selber verbotene) Folklore und die 500 Jahre alte Operntradition der Tibeter. "Ich möchte meinen Freunden helfen, diese Musik aus der Tradition herauszuholen, mit zeitgenössischem Sound und Inhalten zu verbinden." Die bittere Unterdrückung des tibetischen Volkes soll auch in Musik gefaßt werden, "darüber zu debattieren habe ich satt. Das ist die Sache von Politikern, ich bin Musiker!"

Die Hörbeispiele: Zu scheuem Zirpen aus Goiserns Ziehharmonika klingt die unglaublich klare Kopfstimme Passangs. Zirkulationsatmung hat im Himalaja höchste Perfektion erreicht - kaum enden wollend schweben Melodien in schwindelnden Höhen. Das klingt sehr herb für den westlichen Normalverbraucher. Ob da This land is my land, this land is your land - berühmt durch Woody Guthrie; in St. Anton vierstimmig tibetisch - vor allem eine "goldene Brücke" in westliche Ohren war?

Opernsänger bei Goisern

Salzburger Nachrichten 30. August 1997

Es wird hart gearbeitet. Zwei Herren und zwei Damen aus Tibet (allesamt ausgebildete Sänger ihrer heimischen Oper), Hubert von Goisern, Alpinkatzen-Keyboarder Stefan Engel und Tontechniker Wolfgang Spannberger werken an einem einzigartigen Projekt: Klassische tibetische Musik erhält mit viel Gefühl ein neues Outfit. Aufgenommen wird seit 14 Tagen in Goiserers Studio, er ist Produzent der CD, die vier Tibeter sind bei ihm zu Gast.

Sonam Phuntsok ist einer davon. Allesamt sind Mitglieder des "Tibetan Institute of Performing Arts" in Nordindien. Dort wird sorgfältig bewahrt, was China im Heimatland unterdrückt - die uralte Kunst der Oper. Allerdings gibt es ein auch hierzulande bekanntes Problem. "Die Jungen hören immer weniger traditionelle Musik", sagt Sonam. Der Kontakt mit dem Goiserer und das Wissen um seinen Erfolg schien anregend: "Auch wir wollen die alte Musik wieder für die Jugend hörbar machen." PS: Wir haben kurz hineingehört: Das tibetischalpine Projekt läuft prachtvoll.

"Den Tibetern werden alle Rechte verweigert"

Kurier 4. Juli 1996 | Text: Walter Friedl

Hubert von Goisern plant "Band Aid" für Tibet

Eigentlich war es ein Kindheitstraum gewesen, doch entwickelte sich die Tibetreise des österreichischen Künstlers Hubert von Goisern zum Alptraum: "Die Menschen müssen unter Bedingungen leben, wie wir sie aus der Nazizeit kennen. Ihre Sprache, ihr Glaube und ihre Kultur werden unterdrückt." Daher will er nun auf österreichischer Ebene ein "Band Aid"-Konzert nach dem Vorbild von Bob Geldof organisieren. Wie zur Bestätigung seiner Aussagen veröffentlichten die chinesischen Behörden, die das Land schon 46 Jahre lang knechten, am Mittwoch eine Statistik, wonach in Tibet seit dem Beginn der Aktion "Harter Schlag" im Mai tausend Personen hingerichtet wurden. Niemand ist sicher. "Überall in der Hauptstadt Lhasa sind Überwachungskameras. Spricht man mit der Bevölkerung, ist sofort ein Polizist zur Stelle. Mönche werden verhaftet. Frauen zwangssterilisiert. Kinder eingesperrt", sagte Hubert von Goisern, nachdem er die Region mit der Exil-Tibeterin Tseten Zöchbauer bereist hatte. "Noch nie war die Widerstandsbereitschaft so groß wie derzeit", schildert Zöchbauer die Folgen der brutalen Herrschaft durch Peking. Wie Österreichs Regierung - nur um Wirtschaftsaufträge zu ergattern - mit dem Problem umgehe, sei ungeheuerlich, klagte das Duo. Erst kürzlich wurde ein Entschließungsantrag des Liberalen Forums, der von China die Achtung der Grundrechte in Tibet verlangt, von der Tagesordnung genommen. Hubert von Goisern: "Ich schäme mich für mein Land."

"Hirtermadel" in Tibet

Die Presse 4. Juli 1996

Hubert von Goisern reiste im Mai dieses Jahres durch Tibet und zeigt sich erschüttert.

WIEN (u. l.). Bekannt ist Hubert von Goisern als Alpenfreund und humoriger Populärmusiker ("A Hirtermadel mog i net") aus Österreich. Nach einer 40-Tage-Reise durch Tibet war ihm aber nicht mehr nach Scherzen zumute. Die Schilderung seiner Erfahrungen mit der tibetanischen Bevölkerung und deren Lebensumständen mußte er am Mittwoch in Wien unter Tränen unterbrechen. Derzeit leben in der Hauptstadt Lhasa zweimal so viele Chinesen wie Tibeter. Die Ausübung ihrer Religion gleich ihrer Kultur wird den Tibetern untersagt. Ausbildungsmöglichkeiten stehen quasi nicht zur Verfügung, Kinder, die eine Schule in Indien besuchen, werden in ihrem Heimatland dafür bestraft, berichtete der Reisende. In ihrem eigenen Land benötigen Tibeter Passierscheine, um einen Ortswechsel vorzunehmen. Angesichts der Tatsache, daß China 1950 in den damals weitgehend autonomen Staat seine Truppen entsandt und Herrschaftsansprüche geltend gemacht hatte, die heute mit einer starken Besatzungsmacht unterstrichen werden, wurden in vielen Ländern Hilfsorganisationen für Tibet gegründet. "Save Tibet" ist eine dieser Organisationen, für die Hubert von Goisern mit Tsetsen Zöchbauer - Präsidentin von "Save Tibet" - in dem Gebirgsland unterwegs war. Auffallend dort: das Vertrauen, das die tibetische Bevölkerung in den Westen und in Exiltibeter lege, und die Hoffnung auf Hilfe.

"Schäme mich für unsere Politiker"

OÖN 28. Juni 1996 | Text: beli

Heute in "Land der Berge" - Hubert von Goisern im Interview nach seiner Tibet-Reise

Weit, weit weg war er, der Hubert von Goisern. Er ist selbst in den Bergen aufgewachsen, hat Heinrich Harrers Sieben Jahre in Tibet verschlungen. Mit Tseten Zöchbauer, Obfrau von Save Tibet, reiste der Alpinrocker im vorübergehenden Ruhestand sechs Wochen durch das von China besetzte Land. Im Exklusiv-Interview mit dem Team von Land der Berge beurteilte der Goiserer die Lage mit Tränen in den Augen: "Fürchterlich, fürchterlich."

Tseten Zöchbauer, in Tibet geboren, im Westen aufgewachsen, hat ihre Heimat erstmals seit 35 Jahren betreten - obwohl sie auf der schwarzen Liste der chinesischen Besatzer steht. Gemeinsam mit Hubert von Goisern hatte sie im Frühjahr die Österreich-Tournee der exil-tibetanischen Tanz- und Musikgruppe T.I.P.A. moderiert.

In dem ORF-Gespräch, das den OÖN vorab zur Verfügung gestellt wurde, zeigte sich der Oberösterreicher nach seiner Rückkehr vor zwei Wochen fasziniert von der Landschaft und entsetzt über die politischen Zustände: "Es ist so ein schönes Land, die Leute sind so gut drauf. Die Freude, die Ekstase, die Tränen liegen so eng beieinander. Es ist unverständlich, wie die westliche Welt auf diese Zustände reagiert, daß sie total ignoriert, daß hier ein Volk seit 50 Jahren unterdrückt wird. Ich schäme mich für unsere Politiker, die mit einem Regime, das lügt, betrügt, mordet und foltert, Geschäfte machen." Hubert von Goisern spielt damit darauf an, daß Österreich zwar dem Besuch des Dalai-Lama Hindernisse in den Weg gelegt, aber eine chinesische Handelsdelegation in der Hoffnung auf Milliardenaufträge ungeachtet der Menschenrechtsverletzungen hofiert hatte.

Hat Tibet noch eine Chance, frei zu werden? "Ein Volk, das gewaltlos für seine Freiheit eintritt, muß einfach siegen", so Goisern, der auch eine Audienz beim Dalai-Lama in dessen indischem Exil hatte: "Er ist ein ganz großartiger Mann, der eine Ruhe und Zuversicht ausstrahlt."

Zum chinesischen Regime: "Man darf dem System nicht glauben. In meinem Herzen bin ich immer ein bißchen ein Kommunist, ein Marxist gewesen. Davon ist nichts mehr übriggeblieben. Der Kommunismus, das hab' ich dort gesehen, macht die Leute zu Marionetten. Sie hören auf zu denken und zu leben."

Über die Berge: "Die Stille dort läßt uns spüren, wie wunderbar die Welt ist und wie winzig und unbedeutend wir in dieser Welt sind."

Hubert von Goisern und der TIPA, 1996

www.tibet-restaurant.at 9. Oktober 2002
HvG
Hubert von Goisern and Tseten Zöchbauer

Diese Fotos wurden 1996 aufgenommen, als Hubert von Goisern eine Reihe von Konzerten des Tibetan Institute of Performing Arts (TIPA) in Österreich mit Tseten Zöchbauer präsentierte.

Hubert von Goisern: Im Moment ist Tibet dran

Mandala Mai Nr. 4 1996

Hubert von Goisern ist Kennern der österreichischen Musikszene als Crossover Genie bekannt. Mit den CDs Aufgeigen statt niederschiassen und Omunduntn hat er auf sich aufmerksam gemacht - er kombiniert Volkstümliches mit Rockigem und hat damit einen neuen Musikstil "erfunden", der inzwischen gerne kopiert wird. Zuordnungen wie Volksmusik oder Popmusik läßt er nicht gelten, da es diese nach seinen persönlichen, menschlichen und musikalischen Erfahrungen in dieser Form auch gar nicht gibt. Aber nicht nur auf dem "konventionellen" Musikparkett konnte er bisher sein Können zeigen, seine letzte Arbeit machte auch auf sich aufmerksam: Er komponierte die Filmmusik zu Filzmeiers Kinoerfolg Schlafes Bruder, der Film wurde prompt für den Auslandsoskar nominiert. Eigentlich hat er sich aus dem Musikbusiness zurückgezogen, um wie er sagt "wieder einmal was Neues zu machen".

Derzeit tritt er als Moderator für eine Reihe von Veranstaltungen im Rahmen des tibetischen Neujahrs auf. Veranstalter dieser Tournee, die in ganz Österreich über eine Woche lang in einigen Städten zu sehen war, ist der Verein Save Tibet. Den Ehrenschutz für diese Veranstaltung übernehmen unter anderem Francesca und Karl von Habsburg und Heinrich Harrer.

Sabine Januschke hat Hubert von Goisern anlässlich seiner Aktivitäten in Bezug auf Tibet am 29.02.96 einige Fragen gestellt:

Können wir unter Umständen damit rechnen, daß Österreich auch einen Richard Gere bekommen hat?

Es kommt immer auf das Medieninteresse an - ist es groß, kann man etwas bewirken, interessieren sich die Medien aber nicht, kann man auch nicht wie das Rumpelstilzchen herumhüpfen, da würden sie nicht auf dich aufmerksam werden und ernst nehmen würden sie dich auch nicht. Ich beginne gerade, mich zu interessieren.

Sonam, HvG und JamjangWie sind sie gerade auf Tibet gekommen, wie gestaltet sich Ihre Beziehung zum Dharma?

Für mich war der Buddhismus immer schon interessant, die Geisteshaltung, die die Leute haben - ich meditiere schon seit einigen Jahren. Außerdem bin ich ein Bergler, das heißt, daß ich über die Berge zu Tibet gekommen bin. Die haben mich immer schon interessiert und eine gewisse Faszination auf mich ausgewirkt. Schon als Kind war ich sehr beeindruckt von den Erzählungen von Heinrich Harrer über das Land. Über Harrer bin ich weitergekommen zum Dalai Lama. Ich meine, ich bin ein Kind des Westens, ich will kein Tibeter werden. Aber was mich immer erstaunt hat und was irgendwie auch ausschlaggebend war, war dieser Ansatz der Fröhlichkeit. Die Leute sind immer so fröhlich. Du wirst nie jemanden finden, der sich über sein Schicksal beschwert, oder jammert, sowie das im Westen der Fall ist. Da haben die Leute alles und in der Früh haben sie keinen Grund, warum sie aufstehen sollen und jammern nur, wie schlecht es ihnen geht. Ich war in Dharamsala und habe Straßenkinder gesehen - die haben ja wirklich nichts, die leben vom Verkauf von Zigaretten, oder Ähnlichem, aber die sind immer gut drauf und immer fröhlich. Ich lache lieber gut, als daß ich bös drauf bin. Das habe ich mit den Tibetern gemeinsam. Jetzt habe ich mich informiert und einiges kennengelernt und gesehen und möchte jetzt natürlich wieder etwas zurückgeben.

Stichwort "zurückgeben" - Dieses Zurückgeben - wie schaut das aus, wie wird das ausschauen; haben Sie schon eine Vorstellung, wie Sie wem was zurückgeben wollen?

Konkret kann ich das noch nicht sagen - ich weiß noch nicht. Auf jeden Fall möchte ich die Leute aufmerksam machen auf die Dinge, die in Tibet passieren. Ich meine, Tibet ist ein Stück unserer Welt und man muß dafür etwas tun - wenn's das Land nicht mehr gäbe, dann wäre die Welt ein Stückchen ärmer. Ich bewundere die Tibeter, die sind immer so arbeitsam, wie die Ameisen. Die Chinesen aber auch. Ja die Chinesen. Eigentlich sind das ja auch arme Hunde, die werden von ein paar senilen Alten regiert, die den Kontakt zu den Leuten, den Jungen längst verloren haben. Ich meine ich habe großen Respekt vor den alten Leuten, aber wenn eine Regierung, ein Land nur von alten Leuten geführt wird, dann kann das nur schiefgehen, dann ist das eine verknöcherte Gesellschaft.

Der chinesischen Bevölkerung geht's ja auch nicht so sehr viel besser wie der tibetischen - abgesehen davon, daß sie z. B. nicht zur Atommüllhalde eines anderen Landes wurden. Die Chinesen sind religiös total entwurzelt, das macht, denke ich, die meisten Probleme.

Ja, die Chinesen - die sind allerdings entwurzelt. Die haben den Kommunismus zur Religion erhoben. Das mußt du dir einmal vorstellen: die haben den Mao zu ihrem Götzen gemacht und beten die Bilder von dem an wie einen Gott. Nicht einmal die Tibeter machen das mit dem Dalai Lama, was die Chinesen mit dem Mao aufführen.

Ich habe jetzt eine relativ intime Frage - wie schaut's aus mit Lehrern, haben sie vielleicht einen Lehrer? Ich stelle diese Frage, weil wir von einem Medium sind, das naturgemäß Interesse für derartige Angelegenheiten hegt.

Ich habe sieben Jahre in Wien gelebt und im Laufe dieser Zeit viele buddhistische Lehrer kennen und schätzen gelernt. Ich war auf der Suche nach einem Guru. Da ist für mich der Dalai Lama ausschlaggebend - der hat gesagt, er ist kein Guru, er hat nur eine Aufgabe, die er erfüllt, ein Karma, das er auf sich genommen hat. Hut ab vor seiner Art, damit umzugehen. Ich bin eine Person, die auch immer wieder in der Öffentlichkeit steht, und ich kann nur sagen, daß es echt schwierig ist, das zu mangagen. Toll, wie er das macht.

Ich selbst habe immer nur für kurze Zeit Lehrer gehabt - auch in der Musik- da habe ich mir geholt, soviel ich eben verarbeiten konnte, wenn's mir zuviel war, bin ich zum nächsten Lehrer marschiert. Ich wollte nie werden wie meine Lehrer, auch hinsichtlich der Spiritualität. Ich meine ich bin eine Person, die in der Öffentlichkeit steht, das heißt, manche Leute machen mich immer wieder zum Idol - ich kann mit dem Idol-Sein nicht umgehen und manchmal bin ich da auch ein bißchen schroff.

Wird man Sie in Zukunft eher wie gewohnt als Einzelkämpfer für Tibet und seine Menschen beobachten können, oder eher gemeinsam mit Organisationen, wie z. B. Save Tibet?

Ich bin in vielerlei Hinsicht engagiert - ich habe Projekte in Afrika, aber auch in Österreich laufen. Die Kinder sind für mich am wichtigsten. Ansonsten springe ich überhaupt ein, wenn ich sehe, daß Not am Mann ist. Im Moment ist halt Tibet am wichtigsten - ich will gegen die Ungerechtigkeit kämpfen. Ausbeuten bringt nichts! Weil Machtmißbrauch auch kein Glück bringt. Lieber arm und gut darauf, als reich und keine Perspektiven. Das ist die Erkenntnis.

Ihr weiteres Engagement ..?

... wird sicher nur im Rahmen der Kunst möglich sein. Ich habe zwar gesagt, ich kehre nicht mehr auf die Bühne zurück, aber wenn's wichtig ist, wie hier, dann tue ich es einfach. Ich stelle keine sturen Regeln auf. Ich bin z. B. Vegetarier, aber wenn ich wo hinkomme, wo ich eben nur Fleisch bekomme, wie zuhause, da gibts dann Schnitzeln, dann esse sich das einfach und lehne mich nicht entsetzt zurück und verkünde: Ich bin Vegetarier ich esse das nicht!

Letzte Frage: Werden Sie in Brüssel bei der europaweiten Demonstration anläßlich des 1. Aufstandes der Tibeter gegen die chinesische Besetzung mit von der Partie sein?

Nein, da sind wir gerade in St. Pölten auf Tournee. Aber in Wien gibts ja auch eine Demo - Hauptsache man geht überhaupt hin und tut was und wer weiß, vielleicht bringe ich den Bürgermeister von Goisern dazu, die tibetische Flagge am 10. März aufzuhängen.

Das wäre ein guter Anfang; danke für das Gespräch!