Hubert von Goisern
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TRAD II TOUR 2004

TRAD II TOUR 2004 >> Interviews: 1 2 3 4 5

"Wann i mi selber verzaubern kann, passt's"

www.donau.de April 2004 | Text: Mechtild Angerer

Lockeres Gespräch bei Würstl und Bier am "Donaustrand"

Hubert von GoisernAm 1. April war Hubert von Goisern zu Gast im Audimax und brachte das Publikum zum Kochen. Mit der Rundschau sprach der Künstler vor dem Konzert bei Würschtl und Bier in der Regensburger Wurstkuchl über seine Musik und das Programm, mit dem er am 8. August auch in Schwandorf Station macht - unser Tipp: rechtzeitig Karten sichern!

Herr von Goisern, wann haben Sie beschlossen, dass Sie Musiker werden - gab es da ein musikalisches "Erweckungserlebnis" in Ihrer Kindheit?

Nein, Musik war für mich immer etwas völlig Selbstverständliches. Ich hab mich schon als Kind gern beim Musikhören in Gefühlen gebadet, in den schönen Klängen, auch aus dem Radio. Und zu Hause in Goisern hab ich damals das Gefühl gehabt, jeder spielt mindestens zwei Instrumente - muss wohl so ähnlich gewesen sein, schließlich gab's in meiner Heimat sieben Blaskapellen! Nach einem Konzert einer dieser Kapellen stand für mich fest, dass ich Musiker werden will - damals war ich fünf Jahre alt.

Und dann ging"s los mit der systematischen musikalischen Ausbildung? Immerhin spielen Sie etliche Instrumente - beim aktuellen Programm neben der Steirischen auch noch Trompete, Gitarre, Flügelhorn...

So systematisch war das gar nicht: Ich hab mir das meiste selber beigebracht, bis auf ein paar Jahre Trompeten-, Gitarren- und Klarinettenunterricht; und natürlich hab ich in der örtlichen Kapelle mitgespielt.

Das erklärt den starken Heimatbezug in Ihrer Musik - aber woher kommt die Lust am Klangexperiment?

Damit hab ich mich bei einem Studium der Elektroakustik und experimenteller Musik beschäftigt - die Begegnung mit der Avantgarde war sehr faszinierend. Aber nach einem Semester war Schluss - die Einstellung der Leute dort hat mir nicht gefallen, das war alles zu engstirnig. Für mich ist Musik etwas Offenes, kein begrenztes Terrain.

Grenzüberschreitungen zeigen sich auch in Ihrem neuesten Programm Trad II, das an die CD Trad I anknüpft, sehr deutlich. Volksmusik in rockigem Gewand - ruft das nicht so manche Mahner und Bewahrer des Guten und Wahren auf den Plan?

Natürlich gibt es Viele, die bei Volksmusik mit E-Gitarre und Schlagzeug die Nase rümpfen. Aber ich seh das nicht tragisch - vor einem Jahrhundert gab's die selbe Diskussion, als die Ziehharmonika als neues Instrument in die Volksmusik Einzug gehalten hat. Letztlich ist doch entscheidend, dass man die Melodien so spielt, dass sie zum Herzen gehen - und nicht, auf welchen Instrumenten sie gespielt werden und ob das auch alles astrein aus ein und demselben Bergdorf stammt.

Wieviel ist bei dem Programm eigentlich von Hubert von Goisern - die Melodien stehen doch fest?

Bei dem Programm hab ich mich als Komponist ziemlich zurück gezogen. Ich habe versucht, die Volksweisen auf einfache, behutsame Art zu arrangieren. Ich wollte da keine verpunkten Rockstücke draus machen, keine schrillen Kostüme überstülpen, sondern ihnen die musikalische Essenz, wie ich sie spüre, entlocken.

Was ist Ihnen beim Musikmachen das Wichtigste?

Ich versuche, mit meiner Musik zu zaubern. Wenn ich es schaffe, mich selbst zu verzaubern, dann passt's. Musik gibt mir das Gefühl der Weite, wenn ich spiele, und ist es gut, werde ich wie ein Medium eins mit etwas Größerem, ich erreiche einen anderen Bewusstseinszustand.

Klingt fast so, als wäre das Publikum Ihnen gar nicht so wichtig?

Stimmt so nicht - wie ein Konzert wird, daran hat das Publikum zu fünfzig Prozent seinen Anteil. Trotzdem: Ich spiele jedes Konzert vor allem für mich.

Wollen Sie irgendetwas bewirken mit Ihrer Musik?

Ja. Ich will bewirken, dass es mir gut geht. Dass ich mit meinen Texten irgend jemanden aufrütteln will, kann ich bei dem reinen Volksmusikprogramm nicht ernsthaft behaupten - bei früheren Programmen sah das zugegebenermaßen anders aus. Wichtig ist, dass ich mich mit dem, was ich mache, identifizieren kann.

Haben Sie musikalische Vorbilder?

Jede Menge! An Miles Davis fasziniert mich die ständige Suche nach Neuem, bei Puccini und seinen Opern liebe ich den romantischen, fast kitschigen Klangrausch; Verdi als Opern-Hitkomponist wächst mir immer mehr ans Herz, bei Steve Reich nimmt mich der Klangzauber und die Innovation gefangen. Und dann gibt es noch Mozart, Beethoven, die Wiener Sträuße und Richard Strauss, Bob Marley, Wycliff Jean.....

Sie haben sich neben Ihrer Volksmusik ja schon ausgiebig mit außereuropäischer Musik beschäftigt. Wissen Sie schon, in welche Richtung es nach der Trad II Tournee weitergeht - heimatverbunden, innovativ, grenzüberschreitend?

Die Tournee ist am 11. September zu Ende, und dann mach ich erst mal zwei Jahre Bühnenpause. Ich werd mich zurückziehen, komponieren, aber was dann wirklich passiert bzw. in welche Richtung es gehen wird, weiß ich noch nicht.

Die Erotik des Jodlers

Süddeutsche Zeitung 25. März 2004 | Text: Stephan Handel | Foto: © Elli Christl

Monika Drasch spielt bei Hubert von Goisern nicht nur Geige und pflegt den Groove des Landlers

Monika Drasch und Hubert von GoisernGanz rot sind die Hände, aber das liegt sicher nicht daran, dass die Geigerin sich wundgeübt hat vor der Tournee. Vielmehr ist es so, dass Monika Drasch noch schnell eine Ladung Farbe in die Haare geschüttet hat. Das ist eines ihr drei Markenzeichen, wenn man so will: feuerrote Haare. Das zweite ist ihre Geige, die sie in einem Anflug von Anarchie mal grün angepinselt hat. Das dritte ist ihr Beruf: Volksmusikantin. Aber was für eine.

Monika Drasch sitzt in einem Café, knabbert mit roten Fingern den Keks, der neben dem Cappuccino lag, und sagt nach ein bisschen Nachdenken: "Das ist schon unglaublich, diese Intensität und Kraft, die von der Band ausgeht, wenn sie losgeht." Monika war länger als zehn Jahre ein Drittle des Bairisch-Diatonischen Jodelwahnsinns, aber der hat sich ja aufgelöst vor zwei Jahren. Eineinhalb Jahre hat sie sich eine Pause gegönnt; jetzt kommt etwas ganz neues für sie - mit Hubert von Goisern geht sie auf Tournee, 70 Konzerte bis in den Herbst, heute Abend spielen sie in der Philharmonie. Und während es beim Jodelwahnsinn nicht nur diatonisch, sondern vor allem kleinkünstlerisch-kabarrettistisch abging, steht sie jetzt mit einer richtigen Band auf der Buuhne. Sie spielt Geige, Dudelsack und singt, dazu gibt's Gitarre, Percussion, Bass und natürlich Hubert von Goisern, an der Steirischen hauptsächlich und am Gesang.

Obwohl Monika und Hubert sich schon seit mehr als zehn Jahren kennen, arbeiteten sie erstmals bei den Aufnahmen zur CD Trad II zusammen - von einen kurzen Auftritt auf der CD Fön mal abgesehen. In die Band einsteigen wollte sie zu diesem Zeitpunkt nicht: Der Jodelwahnsinn hatte selbst noch jede Menge Konzerte, und untreu werden wollte sie ihren beiden Mitmusikern nicht. "Gerade dem Otto habe ich viel zu verdanken," sagt Monika. "Das war eine Befreiung, als der zum ersten Mal sagte: Es ist nicht wichtig, ob alles richtig ist, was Du spielst. Aber leben muss es."

Monika Drasch kommt aus einem Dorf in der Nähe von Deggendorf, und vielleicht wäre sie versackt in der staubigen Welt der traditionellen Volksmusik, die anscheinend für so schwach erachtet wird, dass sie gepflegt werden muss: in Konzertsälen, in Originalkostümen, in akademischer Erstarrung. Vielleicht wäre sie versackt, wenn da nicht dieser Rebellenkopf wäre, dieses Unbändige und Ungebändigte, das den Zuhörer staunen lässt: wie diese zarte, leise und nachdenkliche Person die Sau freilässt, wie sie eine Stimme aus ihrem Brustkorb holt, die so kraftvoll ist, so derb-natürlich, ein Jodeln, das fast schon ordinär klingen würde, wenn es nicht so ... erotisch wäre.

Erotisches Jodeln. Wenn es zwei Menschen gibt, die diese beiden Wörter zusammenbringen, dann sind das Monika Drasch und Hubert von Goisern, und so ist es vielleicht ganz folgerichtig, dass sie nun zusammen auf der Bühne stehen. Monika gibt zu, dass das alles noch ein bisschen ungewohnt für sie ist, am Anfang hatte sie auch Angst, es könnte ihr zu laut werden, aber jetzt geht's schon. Insgesamt, findet sie, ist's eigentlich weniger Stress als beim Jodelwahnsinn, weil sie jetzt nur eine Nebenfigur auf der Bühne ist und Hubert von Goisern die Last des Frontmanns fast alleine tragen muss. Diese Ohrstöpsel fand sie am Anfang komisch, über die sie zwar ihre Mitspieler hört, aber wenig vom Publikum mitbekommt. Und ob sie das mögen würde, mit dem Nightliner von einer Stadt in die nächste, das hat ihr Sorgen gemacht. Doch erstaunlich: Sie schläft wunderbar im Bus. Und von den Städten sieht sie jetzt auch mal was. Mit dem Jodelwahnsinn sind sie ja nach den Auftritten meistens noch nach Hause gefahren.

Wurde das schuon erwähnt? Hubert von Goisern, Monika Drasch und die anderen Musiker spielen bei diesen Konzerten Volksmusik, originale Salzburger Lieder, Landler, Jodler. Sie spielen das allerdings im Stil einer Rockband, sie legen manchmal elektronische Grooves drunter, Und sie jodeln, dass wohl jeder Heimatpfleger den Blues, bekommen würde. Und auch das hat Monika festgestellt: Obwohl Hubert von Goisern ein akribischer Arbeiter ist, hochkomplexe Arrangements schreibt, ist live dann doch jeder Abend neu. "Wär' ja auch ein Gräuel, wenn bei 70 Konzerten alles gleich bleiben würde," sagt Monika. Ihre Haare, zum Beispiel, sind ja auch roter als sonst. Die Haare sind rot, die Geige ist grün, die Farbe von den Fingern wird bald abgewaschen sein. Es kann losgehen.

Danke Elli

"Die Schweiz ist sehr weit weg"

Berner Zeitung 28. Februar 2004 | Text: Tina Uhlmann | Foto: Keystone
Hubert von Goisern

Hubert von Goisern ist mit traditionellem Liedgut auf Tour. Als erster Rockmusiker hat er schon vor 15 Jahren mit alpiner Musik experimentiert - eine Standortbestimmung vor dem Konzert in Bern

Wo haben Sie jodeln gelernt?

Das Jodeln kann man gar nicht lernen. Dafür ist man geboren oder eben nicht. Ich persönlich habs mir von einer Kassette runterghört - die wurde mir zugesteckt, und da drauf war eine Jodlerin zu hören, die mich sehr beeindruckt hat. Ich habe dann Ton für Ton und Silbe für Silbe alles rausgeschrieben und auf meine Tonlage runtertranskribiert. Ja, und dann bin ich an einen entlegenen Ort gegangen, wo mich niemand hören kann, und habe geübt.

Warum sollte Sie niemand hören?

Na, weil es doch immer eine Zumutung ist, wenn jemand übt. Für die betreffende Person sicher nicht, aber für alle anderen schon. Auch mit Instrumenten ist das so. Meine Tochter zumBeispiel, die spielt Geige...

... und Sie jodeln. Wie fühlt sich das an? Ähnlich wie Singen?

Ja, es ist einfach eine von vielen Möglichkeiten, dieStimme musikalisch einzusetzen. Aber Jodeln kann man nur sehr schwer leise, man muss immer vollen Druck geben, deshalb braucht es fürs Jodeln etwas mehr Mut als fürs Singen. Jodeln ist etwas sehr Solistisches. Man muss sich bewusst dafür entscheiden, sich so wichtig zu machen, wie man das eben tut, wenn man jodelt.

Sie waren Ende achtziger Jahre einer der ersten Rockmusiker, die sich mit der alpinen Musik zu beschäftigen begannen. Wo steht dieses Genre heute?

An einem ganz anderen Ort als noch vor 15 Jahren. Damals war das ein richtiger Dammbruch, zumindest in Österreich - da hatte sich etwas angestaut. Es gab viele Gruppen, die sich plötzlich für die eigene Volksmusik interessierten und sie wieder in Fluss brachten. Heute fliesst das. Man bricht kein Tabu mehr, wenn man jodelt.

Auch in der Schweiz sind immer mehr Leute ausdem Jazz-, Rock- und Pop-Bereich auf denSpuren der alpinen Musik. Gibt es da Kontakte über die Landesgrenzen hinweg?

Nur sehr wenige. In Wien gibt es einige tolle Schweizer Musiker. Und zur Zeit ist der Schweizer Gitarrist Max Lässer bei mir und wir proben für die bevorstehende Tournee mit dem Trad II-Programm. Von solchen Kontakten würde ich mir mehr wünschen. Aber der freie Musikanten- und Musikerverkehr ist bei uns sehr viel kleiner als etwa im angelsächsischen Kulturraum. Für mich ist die Schweiz sehr weit weg. Auch geografisch.

Geografisch?

Ja. Man meint, man sei schnell dort, aber wenn man ein Ziel in den Bergen hat, fährt man unter Umständen stundenlang komplizierte Wege für ein sehr kurzes Stück Luftlinie.

Das liegt in der Natur dieser Gegenden. Bei uns variieren die musikalischen Stile vonTal zu Tal teilweise extrem - eben weil die Täler trotz kurzer Luftlinie lange Zeit kaum mit Verkehrswegen verbunden waren. Ist das in Österreich auch so?

Durchaus. Von Goisern nach Ischl sind es 30 Kilometer und doch klingts an dem einen Ort ganz anders als am anderen. Für Auswärtige sind diese Unterschiede allerdings kaum hörbar. Ich habe das auch erlebt, als ich mit tibetischen Musikern zusammen arbeitete. Ich hatte über ein Jahr lang das Gefühl, immer dasselbe zu hören, bis ich die Nuancen wahr nahm. Doch zurück nach Österreich: Allmählich verwischen sich die Unterschiede da auch. Ich würde sagen: Gottseidank!

Warum Gottseidank?

Weil es nicht gut ist, wenn man die Dinge stur konservieren will. So, wie das etwa die Leute tun, die meine Musik kritisieren, schon immer kritisiert haben.

Sie nennen sie "die 200prozentigen". Ist deren Widerstand ein Problem für Sie?

Nein, ein Problem war das nie, im Gegenteil. Ich habe mich immer gefreut über diese Diskussionen - sie haben etwas in Bewegung gebracht. Ich war diesen Leuten immer im Weg. Das hat mich bestärkt - wie sagt man doch: Viel Feind, viel Ehr.

In der Schweiz gibt es schriftliche Reglemente, die festlegen, wie man zum Beispiel jodeln darf. Ist das in Österreich auch so?

Nein, so krass ist das bei uns nicht. Zum Glück.

Vor der folkloristischen TV-Formatierung der Volksmusik gabs ja noch eine "echte", archaische Volksmusik im Alpenraum. In der Schweiz war zum Beispiel Rees Gwerder einer ihrer letzten Vertreter. Gibt es in Österreich auch solche "Meister" für Sie?

Ja - im Salzkammergut zum Beispiel. Der Toifel Fritz ist so ein Fels in der Szene. Er hat sich nie vereinnahmen lassen. Es interessiert mich, was solche Leute machen, aber ich habe meinen eigenen Weg suchen müssen.

Auf diesem Weg sind sie nun schon bei der zweiten Trad-Platte mit traditionellen Stücken angelangt. Woher kennen sie diese Lieder - mit der Muttermilch eingesogen?

Nein, wir haben zuhause kaum gesungen. Ich bin Laufe meiner Musikerjahre darauf hingewiesen worden und die wirklich gu-ten Melodien, die bleiben einem halt einfach. Drängen sich irgendwann in den Vordergrund. Und dann ist es auch eine Art Exorzismus, wenn man sie laut werden lässt, ihnen die eigene Stimme leiht.

Sie haben Trad II auf einem Berg, dem Krippenstein aufgenommen. Wie sind Sie auf diesen Ort gekommen?

Mein Vater hat mich drauf gebracht. Ich besuchte ihn und er erzählte mir, dass das Hotel auf dem Krippenstein zugesperrt worden sei und nun leer stehe. Als Kind war ich oft dort gewesen. Mein Vater war einst am Seilbahnbau beteiligt und ich habe einen Winter lang bei dieser Seilbahn gearbeitet. Wir kennen den Berg. Ich wollte da hoch, um die Platte aufzunehmen, aber als wir nach einigen Diskussionen die Erlaubnis bekamen, unser Studio in dem Hotel einzurichten, war ich trotzdem der Skeptischste von allen Beteiligten.

Warum?

Ich konnte nicht wissen, wie sich die Klausur-Situation auf die Musik auswirken würde - im Winter, auf 2100 Meter. Ich habe den Musikern gesagt, es sei ein Experiment, und wenn wir eine gute Zeit hätten und im Frühling mit nichts als einer Erfahrung wieder runterkämen, sei es auch okay. Aber dann ist das nur so geflutscht dort oben - es war eine besondere Stimmung. Die Leute kamen aus Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz hoch, haben einmal rundum geschaut, über die Weitsicht gestaunt und - ja, waren dabei.

War dies die erste solche Erfahrung für Sie?

Ich habe schon einmal am Berg aufgenommen, in Höhlen, als ich für ein bestimmtes Stück ein Naturecho wollte.

Trad II klingt trotz Elektroloops undSlidegitarre sehr "original". Haben Sie nie daran gedacht, auch originale Instrumente einzubauen - Hackbrett, Hexenscheit...?

Hackbretter mag ich nicht und Alphörner überlasse ich den Schweizern. Wir haben die Maultrommel dabei - ein Instrument, das in Oberösterreich eine lebendige Tradition hat. Ich habe mich vielmehr an Personen orientiert. Wenn ich jemanden wie Max Lässer kennenlerne, den ich mag, dessen Art, Musik zu machen ich mag, dann ist er dabei - und mit ihm die Slidegitarre.

Lässer sagt, seine Versuche mit der alpinen Musik seien eng mit einer ganz bestimmten Landschaft verbunden. Ist das für Sie auch so?

Unbedingt.

Leiden Sie darunter, dass die Landschaft verschwindet?

Sie meinen, dass sei verbaut wird? Das ist halt einfach so. Es gab eine Zeit, da habe ich sympathisiert mit den radikalen Naturschützern. Doch inzwischen habe ich begriffen, dass so etwas nicht ohne elitären Anspruch geht. Ich finde, die Berge sollen für alle zugänglich sein.