Hubert von Goisern
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FILMMUSIK

Filmmusik der Soundtrack zu Österreich: Oben und Unten

25. September 2014

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Österreich: Oben und Unten
Ein Film von Joseph Vilsmaier mit Filmmusik von Hubert von Goisern

Österreich: Oben und UntenAm 30. Jänner 2015 kommt Österreich: Oben und Unten, der neue Film des bekannten Regisseurs Joseph Vilsmaier, in die Kinos.

Österreich in seiner unendlichen Vielfalt. Joseph Vilsmaier präsentiert uns die Alpenrepublik von oben ein gewaltiges Naturschauspiel ein wunderschöner Teil der Schöpfung. Und er zeigt uns Österreich von unten, steigt ab in die Täler und entdeckt die Details. Ein dynamisches, modernes Land, das sich beständig entwickelt. Mit seinem erfahrenen Helikopter Piloten, Hans Ostler, gelingt es ihm imposante Bilder zu komponieren – aus einer Perspektive aus der man Österreich noch nicht gesehen hat. Doch Vilsmaier begnügt sich nicht mit der Kraft der Flugaufnahmen, er rückt näher, schafft Intimität: Beim Almabtrieb, beim Erzbergrodeo, beim Funkenabbrennen, beim Pop Fest Karlsplatz, dem Beachvolleyball Grand Slam am Wörthersee, den Salzburger Festspielen oder am Sonnwendfeuer in der malerischen Kulturlandschaft der Wachau. Das Nebeneinander von Landschaft, Tradition, technischer Innovation und pulsierendem Leben erschafft ein anderes, emotionales Österreich, ein Land wie neu geschaffen aus dem Blickwinkel des Künstlers.

Große Emotionen, Passion für seine Kunst und seine alpinen Wurzeln bringt der Weltmusiker Hubert von Goisern ein. Er konzertiert die zweite Stimme zu Vilsmaiers Bildkompositionen. Ein berührendes, mitreißendes, weit in die Vergangenheit reichendes, und in die Zukunft weisendes musikalisches Gegenstück zu den filmischen Erlebnissen.

Offizielle Homepage: www.oesterreich-oben-unten.at

FILMMUSIK von Hubert von Goisern

Österreich: Oben und Unten ist eine bebilderte Reise durch ganz Österreich. Man sieht die Besonderheiten und die Schönheit jedes der neun Bundesländer gefilmt vom Boden und aus der Luft. Hubert von Goisern hat den Soundtrack dazu gestaltet. Bilder zum Klingen bringen, musikalische Landschaften erschaffen: Hubert von Goisern agiert weit über die Grenzen des Bühnenschaffenden hinaus.

Auf Filmmusik wurden einige von Hubert von Goiserns populärsten Titeln der letzten 25 Jahre aufgegriffen und, gemeinsam mit früheren Filmkompositionen, als Remix neu arrangiert. Der österreichische Musiker, Komponist und Orchesterleiter Robert Opratko setzt dabei gemeinsam mit Hubert von Goisern orchestrale Begleitungen seiner Melodien um, die gereift klingen. Nahe am Original. Aber tragender, schwebender – als wären sie eigens neu erfunden worden. Man hört bekanntes, als höre man es zum ersten Mal. Die Filmmusik vollendet das Goisern-Oeuvre. Vorerst.

Hubert von Goisern verlässt dabei jede mögliche Genrezuordnung, jede Stilzuweisung oder musikalische Region. Kennzeichnend für seine Musik ist das Konzept, das er in sich selbst trägt: er macht, was ihm gefällt. Und trifft damit die Stimmung seiner Zuhörer, aus dem Bauch heraus, doch punktgenau.
Deswegen klingen die Bilder. Deswegen tragen die Lieder.

Hubert von Goisern - Filmmusik

24.10.14 | 88875021922 | Amazon

Filmmusik

  • 1. spät
  • 2. grass m
  • 3. ferlach-fanfare
  • 4. abend spät
  • 5. herz erzog johann
  • 6. grass a
  • 7. juchitzer
  • 8. eishöhle
  • 9. kuahmelcher
  • 10. grass y
  • 11. blue danube
  • 12. grass r
  • 13. l'amero
  • 14. kohler
  • 15. domglocken
  • 16. afrika overtüre & anreisejodler

Österreich: Oben und Unten auf DVD!

19. Juni 2015

Österreich - Oben und Unten DVD
VÖ: 10.07.15 | Amazon

Ein Film von Joseph Vilsmaier
Mit Musik von Hubert von Goisern

Österreich, das "Traumland". Joseph Vilsmaier zeichnet ein atemberaubend schönes Bild der Alpenrepublik. Aus der Luft sehen wir das gewaltige Naturschauspiel der Berge, überfliegen Täler, Seen, Flußläufe. Und "unten"? Wird Intimität geschaffen. Beim Almabtrieb, im Handwerk, bei Festen und Festspielen.

Das Nebeneinander von Landschaft, Tradition, technischer Innovation und pulsierendem Leben erschafft ein bisher nie gesehenes Bild Österreichs, das Hubert von Goisern voller Emotionen zum Klingen bringt. Großes Kino – für Augen und Ohren.

SPECIAL FEATURES:

- Untertitel in neun Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Russisch, Chinesisch, Japanisch, Arabisch
- Landkarte mit Sehenswürdigkeiten

BONUSMATERIAL:

- Hubert von Goisern und Robert Opratko im Interview: die Filmmusik mit dem Orchester Vereinigte Bühnen Wien
- Der Trailer zum Film


SOUNDTRACK: Auf dem Album Filmmusik sind 50 Minuten des 85 Minuten langen Soundtrack des Films zu hören. Wenn Sie etwas im Film hören, das Ihre Neugier weckt, können Sie hier Genaueres erfahren - sei es Musik von HvG bzw. anderen KünstlerInnen, oder ein vor Ort aufgenommener O-Ton:

Österreich - Oben und Unten: Komplette Diskografie

Filmmusik: Chart-Einstieg

13. Februar 2015

HvG zurück in den Charts! Das Album Filmmusik ist heute auf Platz 45 in den österreichischen Album-Charts eingestiegen. Die mitreißende Musik bildet den Soundtrack zum vor kurzem erschienenen Film Österreich - Oben und Unten, der schon von fast 25.000 Kinobesucher gesehen wurde.

Die Macht der Musik

Der Sonntag Februar 2015 | Text: Agathe Gansterer

Hubert von Goisern hat Joseph Vilsmaiers neuen Film "Österreich oben und unten" genial mit Musik untermalt.

Ein seltsamer Urschrei-artiger Jodler, der tief berührt, zugleich umkreist die Kamera Berggipfel und fährt an Bergschluchten entlang. Genial an Joseph Vilsmaiers Film Österreich oben und unten ist die Verbindung von bewegten Bildern und bewegender Musik. Hubert von Goisern hat gemeinsam mit Robert Opratko für die musikalische Untermalung gesorgt und ein eindrückliches Klangbild unseres Landes geschaffen, das die großen Komponisten unseres Landes miteinbezieht.

Joseph Vilsmaiers Film zeichnet ein buntes "Rundum-Porträt" des Landes, zeigt u. a. wie sehr Kirchen, Stifte und Klöster Österreich geprägt haben. Michael Niaravani gibt die Erzählstimme, die einen informativ-unterhaltsamen Text von Georg Mayrhofer über Österreich kund tut.

Österreich oben und unten: Eine Liebeserklärung

NEWS 4. Februar 2015

Mit Österreich oben und unten läuft derzeit ein Film über das schöne Österreich in unseren Kinos. Der bayerische Regisseur Joseph Vilsmaier hat sich darin seinem "Traumland Österreich" gewidmet, jegliche Kritik an diversen Missständen wurde ausgespart. NEWS.AT traf den Regisseur sowie Musiker Hubert von Goisern, der die passenden Klänge zu den schönen Aufnahmen beigesteuert hat, zum Gespräch über das Land Österreich, die Österreicher und die Rückkehr zu Tracht und Heimatliebe.

[...]

Hubert von Goisern hat den Soundtrack zu den eindrucksvollen Bildern geschaffen. Wie wichtig ist die Musik in dem Film?

Joseph Vilsmaier: Die Musik macht einen wesentlich großen Punkt aus, da die Bilder alleine nicht wirken. Und der Hubert hat eine ganz tolle Arbeit gemacht. Jemand sagte mir nach dem Kinobesuch, ihm seien gerade bei den Passagen, wo nicht gesprochen wurde, die Tränen gekommen. Und das ist toll.

Wie ist es zur Zusammenarbeit gekommen?

Joseph Vilsmaier: Es war mein erster Wunsch von Anfang des Projektes an, dass Hubert die Musik macht.

Und er war auch gleich dabei?

Joseph Vilsmaier: Nein, war er nicht. Er hat drei Mal "Nein" gesagt, doch dann war er begeistert von den ersten Mustern.

Herr von Goisern, haben Sie wirklich drei Mal "Nein" gesagt, bevor es zur Zusammenarbeit kam?

Ja, so ist es. Es hat mich zuerst einfach nicht gereizt, die Musik für einen Dokumentarfilm über Österreich zu machen. Aber die Anfrage ist immer wieder wiederholt worden und irgendwann hieß es "Schau dir wenigstens einmal den Rohschnitt an" und dann war ich so begeistert von den Bildern. Die Schönheit des eigenen Landes hat mich so gefangen genommen, dass ich gar nicht mehr ablehnen konnte, sondern mich gefreut habe, dass ich den Soundtrack zu diesen Bildern abliefern darf.

Im Film verwenden Sie Lieder (orchestral von Professor Robert Opratko und dem Orchester der Vereinigten Bühnen Wien arrangiert) aus Ihren letzten 25 Jahren. Wie schwer war es, die richtige Musikauswahl zu treffen? Oder haben Sie die Bilder gesehen und sofort die passende Musik im Kopf gehabt?

Ja, das war immer ganz klar. Ich hatte aber eine Zeit lang Bedenken, dass es zu viel Musik ist, aber du kannst nicht zum Beispiel nach einer Stunde sagen, jetzt wäre einmal eine Pause gut und da sind wir zufällig in Niederösterreich, also gibt es in Niederösterreich nur Vogelgezwitscher. Ich hatte wirklich Bedenken: Zu intensive schöne Bilder, zu intensive, schöne Musik und auf die Dauer ist man einfach Erschlagen von zu viel Schönheit.

Gab es Bundesländer wo die Auswahl schwerer oder leichter gefallen ist?

Nein. Aber ganz klar, je alpiner es ist, desto näher ist es meinem Lebensgefühl und der Musik, die ich mache. In Wien, Burgenland und Niederösterreich, da herrscht ein anderes Lebensgefühl und eine andere Musik, da habe ich auf Musiker und Ensembles, die in der Gegend angesiedelt sind, zurückgegriffen.

Neue Lieder haben Sie für den Film nicht komponiert?

Nein, ich fand das nicht notwendig. Ich habe aus erster Linie aus dem Fundus geschöpft, auch aus den Volksliedern, die es bei uns gibt, weil ich mir denke, es gibt eine Musik, die in diesem Land entstanden ist, die so etwas zeitloses hat. Und da jetzt das Rad neu zu erfinden, auf die Idee wäre ich nicht gekommen. Etwas Neues hätte hier fast abgelenkt.

Herr Vilsmaier spricht vom "Traumland Österreich". Auch viele Menschen sehen dies so, zurzeit herrscht eine Rückbesinnung auf Werte wie Heimatliebe; Tradition und auch Tracht werden wieder wichtig. Wie sehen Sie diesen "Hype"?

Mir gefällt Tracht, ich mag diese traditionellen Attribute, ob in Norwegen bei den Samen oder in der Wüste bei den Tuareg. Nichtsdestotrotz sind solche Sachen, die eine ganz klare Identität vorgeben, etwas Einengendes. Da darf man sich nicht in die Tasche lügen. Das hat immer etwas Ausschließendes und das kann ich nicht bedingungslos befürworten. Man sollte sich nicht hinter der Tracht oder unter dem Steirerhut verstecken und sagen "Ich bin so wie ich bin, weil ich ein Steirer bin." Wenn das Wiener Granteln etwas ist, hinter dem man sich zurückzieht, wo man sagt "Das ist halt da so", dann denke ich mir: "Ja…Trottel! Sei so wie du bist und nicht so wie du glaubst, hier sein zu müssen, um diesem Bild gerecht zu werden." Diese Selbstentmündigung durch zuviel Identitätsgeschwafel und Tracht, die geht mir ein bisschen auf den Geist.

[...]

Der Film Brenna tuat's schon lang zeigt Sie und Ihre Karriere als Musiker und kommt im April ins Kino. Was erwartet die Fans?

Da bin ich befangen. Ich habe mich zwar zur Verfügung gestellt, aber immer gesagt, ich mag mit dem Schnitt nichts zu tun haben, ich mag mit dem Aussuchen des Archivmaterials nichts zu tun haben, das muss jemand von außen machen. Ich habe den Film nicht gesehen und will ihn auch nicht sehen, bis er fertig ist - weil sonst bestehe ich vielleicht darauf, dass er umgearbeitet wird (lacht) . Aber es ist ein Film über mein Leben und meine musikalische Laufbahn, die Stationen als Musiker, die mich geprägt haben.

Haben Sie sich den Film gewunschen?

Nein. Die Leute kamen auf mich zu und sagten, sie möchten das machen. Ich habe gesagt: "Ja, in Gott's Namen, aber fragt's mich nicht". (lacht)

Wie geht es bei Ihnen weiter?

Mein neues Album ist heute fertig geworden. Es kommt am 8. Mai heraus dann gehen wir bald auf Tournee.

"Österreich - Oben und unten": Schönheit, aus Nebeln gerissen

Salzburger Nachrichten 27. Januar 2015 | Text: Bernhard Flieher | Foto: Lisa Film
Österreich - Oben und Unten

Joseph Vilsmaier und Hubert von Goisern entwerfen mit Bild und Musik ein betörendes Österreich-Bild.

So schön sei alles. "So herrlich und wunderbar", sagt Joseph Vilsmaier. Und der bayerische Filmemacher mag sich gar nicht beruhigen, wenn er schwärmend daran denkt, "wie schön das alles ist".

"Diese Landschaft!", sagt Vilsmaier und denkt dabei an Österreich. Das Land ist relativ weit entfernt, wenn er an einem grau-regnerischen Wintertag in seinem Münchner Büro sitzt. In den vergangenen Jahren kam der 76-Jährige dem Nachbarland aber näher, als er es durch Besuche oder Dreharbeiten ohnehin schon war. Er hat das Land überflogen. Er stellte die Kamera bei Kulturereignissen und an glitzernden Seen auf. Daraus wurde der Film Österreich - Oben und unten.

Als das Projekt fertig war, endete es mit 40 zu 60 Prozent für unten. Dennoch sind es die Luftaufnahmen, die den Film prägen, ihm eine fesselnde Struktur geben. Beeindruckend stoßen unberührte Natur und menschliche Eingriffe aufeinander. Almlandschaften treffen auf urbane Verdichtung, bläuliche Gletscher begegnen dem Dreckbraun des steirischen Erzbergs. "Überall gibt es Müllhalden, Dreck und Probleme. Aber darum geht es nicht", sagt Vilsmaier. Es geht um Schönheit, "in der wir uns aufgehoben fühlen können". Das gelte für Österreich, so, wie es auch für seine Heimat Bayern gelte. "Ich begreife Österreich als Traumland", sagt er.

Vilsmaier folgt daher auch bei Österreich - Oben und unten jenem Prinzip, das er schon vor drei Jahren in Bavaria - Traumreise durch Bayern umsetzte. Nach dem Kinoerfolg wurde auch die DVD bisher 200.000 Mal verkauft. "Das ist ja auch eine Werbung. Der Tourismus ist da wie dort ein wichtiger Faktor", sagt Vilsmaier. Der Erfolg von Bavaria ließ beim Filmproduzenten Karl Spiehs die Idee entstehen, über Österreich ein ähnliches Projekt zu drehen. Joseph Vilsmaier war "sofort dabei".

Ein bisserl Glück sei "freilich schon auch dabei", wenn etwa am Drehtag im Advent im Salzkammergut "die dicksten Flocken vom Himmel fallen". Da wird der Streifen durchaus kitschig. Vilsmaier hat kein Problem. "Mir geht das Herz richtig auf, wenn ich an diese Bilder denke." Und auch wenn er die Musik hört, kommt er ins Schwärmen.

Hubert von Goisern kreierte die Filmmusik

Hubert von Goisern hat er für den Sound engagiert. "Er war der Einzige, der infrage kam", sagt Vilsmaier. Die beiden greifen damit eine Zusammenarbeit auf, die schon vor gut 20 Jahren begonnen hatte. Vilsmaier hatte im Herbst 1994 das letzte Konzert von Hubert von Goisern und den Alpinkatzen im Circus Krone dokumentiert. Daraus wurde der Film Wia die Zeit vergeht.... Danach war Hubert von Goisern auch an der Filmmusik bei Vilsmaiers erfolgreicher Verfilmung von Schlafes Bruder, einem Roman von Robert Schneider, beteiligt.

Für Hubert von Goisern bot die Mitarbeit an Österreich - Oben und unten die Gelegenheit, mit dem Komponisten Robert Opratko zusammenzuarbeiten und sich so quasi einen Traum zu erfüllen. Gelungen war das nur, weil sich die Fertigstellung des Films verzögerte. Zunächst hatte Opratko aus Zeitgründen abgesagt. Dass er doch noch an Bord kam, erweist sich als Glücksfall. Mit dem Orchester der Vereinigten Bühnen Wien unter der Leitung des 82-Jährigen wurden orchestrale Flächen gestaltet und auch alte Goiserer-Songs in breiten Sound gebettet. Der Soundtrack lässt - mehr noch, als wenn man sich die einzelnen Songs anhört - innere Landschaften wachsen. Und es scheint bisweilen so zu sein, dass die mächtig poetischen Bilder erst zur Musik entstanden wären.

Die Musik des Goiserers wurzelt tief in dem Land, das da überflogen und herangezoomt wird. Sie begnügt sich aber nicht mit diesem Land, sie streift weit hinaus. "Es ist eine Filmmusik. Und als solches wird der Blick breit und weit und geht auf den Horizont gerichtet, sowie auch das Hören", sagt Hubert von Goisern. Ein Drehbuch für dieses Österreich-Bild habe es am Beginn nicht gegeben. Klar sei allerdings gewesen, dass "alle Bundesländer gleich stark vorkommen müssen".

Aus etwa 30 Stunden Flugaufnahmen konnte Joseph Vilsmaier auswählen. Und es war ihm wichtig, dass man den Dingen, die aus der Luft besehen werden, näher kommen kann. "Der Blick aus der Vogelperspektive ist gigantisch", sagt Vilsmaier. Doch wo er näher kommt, wo er am Boden Tradition, etwa beim Almabtrieb, oder Innovationen, das Erzbergrodeo oder manches Industriedenkmal, filmt, entstehen Gegensätze, die schlussendlich dazu dienen, das ganze Bild eines Landes zu vermitteln.

Film: Österreich - Oben und unten, ab 30. Jänner in den österreichischen Kinos.

Kritik: Österreich: Oben und Unten

Spielfilm 15. Januar 2015 | Text: Bianka Piringer

[...] Beim Rundflug über das Steinerne Meer, den Großglockner und die idyllisch von Wald gesäumten Badeseen kann man verstehen, warum der Alpenbarde Hubert von Goisern vom ersten Rohschnitt des Films so begeistert war, dass er beschloss, die Musik beizusteuern. So besteht der Soundtrack hauptsächlich aus bekannten Goisern-Liedern, die von Robert Opratko ein neues orchestrales Arrangement verpasst bekommen. Unaufdringlich, aber dennoch von hypnotischer Ausdruckskraft, fügen sie dem Film akustisch eine Qualität hinzu, die der seiner Schauwerte entspricht.

Kritik in Kürze: Filmmusik

WAZ 5. Januar 2015 | Text: Susanne Schramm

Das knistert. Das prickelt. Das macht Gänsehautgefühl. Hubert von Goisern, der ansonsten eher derb gestrickte Steirer mit der Mission, die Volksmusik für alle Welt tauglich zu machen (und in entsprechende Gewänder zu hüllen), hat ein neues Projekt in Angriff genommen. Und mit Filmmusik seine größten Hits als Remix frisch arrangiert. Also nicht nur eine Best- Of-Kombi zum schnellen Geldverdienen, sondern Variationen. Zusammen mit dem österreichischen Musiker, Komponisten und Orchesterleiter Robert Opratko kommen dabei Bilder, die nachwirken, zustande – in orchestraler Begleitung ganz anders zum Klingen gebracht. Domglocken, der Abend spät oder Höhlenjodler hören sich so atmosphärisch dicht an, als seien es Soundtracks für einen Film von Hitchcock. Dem mag man gerne lauschen. Auch ein paar Male öfter. Eine gelungene Überraschung. *****

Zum Runterkommen, zum Abheben

Neues Deutschland 3. Januar 2015 | Text: Marion Pietrzok

Kurz vor Steilklänge ist Filmmusik erschienen. Sie entstand nach der Musik für den Dokumentarfilm Österreich von oben und unten, der im Januar in Österreich ins Kino kommt. Ähnlich wie in seiner filmischen Liebeserklärung an Bayern 2012 hat Joseph Vilsmaier die Alpenrepublik überflogen, war auch am Boden überall nah dran, wo sich schöne Aufnahmen machen lassen, ein Puzzle von Naturerlebnis und typischer Gegenwart in allen österreichischen Bundesländern. Ein Wohlfühlfilm, wo manche unerfreuliche Wahrheit ausgeblendet bleibt. Und der alpenländische Mundartrocker hat für den Score einige seiner bekanntesten Musikstücke und einige frühere Filmkompositionen neu aufgenommen, und zwar mit dem Orchester der Vereinigten Bühnen Wien unter der Leitung des Musikers und Komponisten Robert Opratko. Einige wenige Titel davon gaben KK Strings, der Salzburger Volksliedchor und die Mozartband dazu.

50 Minuten der 85 Minuten langen Filmmusik wurden für die CD übernommen. Das Ergebnis ist phänomenal. Es braucht nicht den Film, man sieht schon, indem man hört. Das Sinfonieorchester gibt allen Stücken von Goiserns einen im wahrsten Sinne unerhörten Klang, eine Breite, ein Schweben, das ist eine völlig neue Qualität. Kein Kitsch, sondern Kunst. Voller Hingabe, Feierlichkeit und Getragenheit, dass es, neben dem ästhetischen Erlebnis, ein Seelenschmeichler ist. Musik zum Runterkommen.

Der Höhepunkt des musikalischen Genusses ist eindeutig der Juchitzer, eine Version, die die ehemalige Begleitsängerin von Goiserns, Sabine Kapfinger, mit ihrer unglaublich glockenhellen Stimme singt. Das ist Innigkeit, ist Seelenruf voller Lebenskraft, dem Hörer erfüllt's das Herz, gibt ihm brausende Luft unter die Flügel – zum Abheben!

Wie ein Film ohne Bilder

Medientheke 6. Dezember 2014 | Text: Markus Birner

Im Jahr 2012 hat der bayerische Regisseur Joseph Vilsmaier eine filmische Liebeserklärung an seine Heimat Bayern verfasst. In Bavaria – Traumreise durch Bayern zeigte er den Freistaat meist aus der Luft und manchmal auch vom Boden aus. Es war eine leicht kitschige Reise durch ein Land zwischen Tradition und Moderne, die der in München geborene Filmemacher dem Kinopublikum präsentierte und die nicht nur eingefleischte bayerische Traditionalisten zu begeistern vermochte. Die Musik zu einem Film über Bayern konnte nur eine Handvoll Künstler beisteuern, insofern man um Authentizität bemüht war. Vilsmaier bewies Geschmack und Instinkt, indem er Haindling für die klangliche Untermalung seiner atemberaubenden Luftaufnahmen engagierte. Am 30. Januar 2015 legt Vilsmaier nach: Mit Österreich – Oben und unten präsentiert der Filmemacher gewissermaßen eine Fortsetzung.

Dieses Mal jedoch (wie der Name schon verrät) flog der Regisseur über unser Nachbarland hinweg und wenn man dem Trailer nach urteilen möchte, ist es ihm gelungen, nicht minder beeindruckende Filmaufnahmen auf Celluloid zu bannen. Wie es sich bei einer solchen alpenländischen Heimat-Hymne gehört, hat sich Vilsmaier ein passendes Pendant zum bayerischen Haindling in Österreich gesucht und auch gefunden: Hubert von Goisern. Eigentlich heißt dieser ja Hubert Achleitner, nachdem er aber in Goisern, Oberösterreich geboren wurde, hat er den Namen seines Heimatortes gleich mal in seinen Künstlernamen integriert. Nach der Alpen-Revoluzzer-Hymne Brenna tuats guat hat der Jodel-Barde in den letzten Jahren eher wenige in der Masse erfolgreiche Klänge veröffentlicht, die Filmmusik für Österreich – Oben und unten ist für ihn daher ein neuer Meilenstein und ein zielstrebiger Schritt vor großes Kinopublikum. Bemerkenswert ist dabei, dass Hubert von Goisern die Musik zum Film schon ein gutes Stück vor der eigentlichen Kinopremiere auf den Markt wirft. Bereits seit Ende Oktober ist die Scheibe unter dem Titel Filmmusik erhältlich und liefert einen akustischen Vorgeschmack auf die epischen Luftaufnahmen der Alpenrepublik.

Da jeder der insgesamt 16 Tracks zu einem Abschnitt des Films gehört, den außer dem Filmteam noch kein Mensch zu sehen bekam, ist es etwas schwierig für mich, die Qualität des isolierten Audio-Werkes zu beurteilen. Auch eine Einzelbewertung der Titel ist kaum möglich. Es handelt sich bei Filmmusik um eine Jodel-Melange mit Orchesterklang und Elektro-Sequenzen. Es gibt zudem nur wenige Passagen mit Text. Meist jauchzt Hubert von Goisern schrill und energetisch über die imaginären Berggipfel der österreichischen Alpen hinweg. Es gibt aber auch stille und besinnliche Abschnitte, sowie eine kreativ abgemischte Version von An der schönen blauen Donau, die unter dem Titel Blue Danube firmiert. Kurz vor Schluss hört man im Song Domglocken noch den schweren Glockenschlag der "Pummerin", einer der größten Glocken Europas, die vom Turm des Wiener Stephansdoms erklingt. Alles in allem ist Filmmusik für mich ein seltsames Erlebnis. Es ist eine musikalische Reise, ein Film ohne Bilder, eine atmosphärisch dichte und spannende Mischung, die einerseits voll und ganz nach Hubert von Goisern klingt, andererseits aber auch so anders ist als das, was man von ihm zu kennen glaubt. Nach diesem akustischen Probehappen bin ich gespannt auf den Film und das Zusammenspiel von Klang- und Bildgewalt auf der Leinwand.

Filmmusik

Abenteuer Ruhrpott 16th November 2014

Hubert von Goisern ist nicht nur im Alpenraum ein bekannter Musiker. Als er den Anfrage erhielt, für den Film Österreich Oben und Unten die Musik zu schreiben, sagte er gerne zu. Seine Arrangements sind nun zu hören auf dem Album Filmmusik.

Roberto Opratko hat es geschafft von Goiserns Kompositionen gemeinsam mit der Mozartband, dem Salzburger Volksliedchor, den KK Strings und dem Orchester der Vereinigten Bühnen Wien ganz neu zu arrangieren. Es sind populärste Titel der der 25 Jahre wie Spät, Herz Erzog Johann, Juchitzer, Höhlenjodler, Blue Danube, L'Amero, oder Kohler und am Ende noch die Afrika Overtüre mit dem Anreisejodler. Die orchestralen Begleitungen klingen tragend und schwebend, aber nahe am Original. Man hat die Landschaft vor Augen, Jodeln, Kirchenund Domgeläut. Vogelgezwitscher, ein rauschender Bach oder das Echo. Alles sehr entspannt. Auch ohne den Film zu kennen kann man die Musik gut verorten, gut arrangiertes Kopfkino.

Top 5: Filmmusik

CD Tipps 16. November 2014 | Text: big

Jodeln kennen wir von Leuten wie den Hellwigs. Zahngrinsen bis zu den Ohren und dann drauflos bis zum Koller. Aber Jodeln geht auch ohne Grausen beim Rezipienten. Der 1952 geborene Hubert von Goisern zeigt auf Filmmusik (Capriola) Jodeln und Volksmusik völlig anders, magisch, verführerisch, verwunschen. Stücke aus Goiserns wunderbarem Gesamtwerk werden durch die Orchestrierungen von Robert Opratko schwebend und kontemplativ. Das Ergebnis hat die Majestät einer Mittsiebziger-Pink-Floyd-Platte, die Intimität eines abgehangenen Americana-Albums, die tönende Landschaft eines Morricone-Soundtracks und sättigt den Hörer zugleich mit einer wunderbaren inneren Ruhe. Der Novize wird’s nach dieser stilistisch offenen Schönheit nicht erwarten können, sich dem Vorwerk Goiserns und auch seinen Bezügen (nachzuhören auf dem neuen Sammelwerk Steilklänge – ebenfalls auf Capriola) zu widmen, Fans dagegen erleben das ihnen Vertraute auf eine völlig neue, frei schwebende Weise. Filmmusik ist denn auch tatsächlich eine Filmmusik – zu Joseph Vilsmaiers im Januar startender Doku Österreich: oben und unten.

Kopfkino

Plattenladentipps November 2014 | Text: Helmut Blecher

Bebilderte Musik oder vertonte Bilder? Für Hubert von Goiserns Score für den Film Österreich von oben und unten trifft beides zu. Seine Filmmusik bringt Bilder zum Klingen, erschafft zu der realen Topografie faszinierende musikalische Landschaften, die weit über die Grenzen seines bisherigen Bühnenschaffens hinausgehen. Einige seiner populärsten Titel der vergangenen 25 Jahre hat Hubert von Goisern aufgegriffen und sie zusammen mit brandneuen Kompositionen zu einem Soundtrack gestaltet, der mit großem Orchesterklang grandioses Kopfkino bietet. Der österreichische Musiker, Komponist und Orchesterleiter Robert Opratko setzt dabei mit Hubert von Goisern Melodien um, die wundersam gereift klingen. Tragender, schwebender und metaphorischer als die Originale, fühlt man sich in Fantasiewelten versetzt, in denen alles im Fluss ist. Man hört Bekanntes und erlebt es dennoch ganz neu und anders. Ein Album, das nicht an Berghängen und in tiefen Tälern hängen bleibt, sondern grenzenlose Weltmusik ist. Kennzeichnend für seine Musik ist das Konzept, das er in sich trägt: Er macht, was ihm gefällt.

Hubert von Goisern – Filmmusik

Alternativmusik 7. November 2014 | Text: Dennis

Wieder mal ein Soundtack des Hubert von Goisern, den man neben seinen Titeln wie den bekannten Koa Hiatamadl, Oben und unten oder Brenna tuats gut auch als Pionier der Weltmusik und als hervorragenden Komponisten von Filmmusiken her kennt. Das hat dazu geführt, dass sich auch der bekannte Regisseur Joseph Vilsmaier (Herbstmilch, Die Geschichte vom Brandner Kasper) bei seinem neuen Projekt Österreich: Oben und Unten, einer Dokumentation über Österreich, an seinen Freund von Goisern gewandt hat, mit dem er bereits Schlafes Bruder inszeniert hat und ihn beauftragte, einige seiner bekanntesten Titel mit einem Symphonie-Orchester unter der Leitung von Robert Opratko und einigen weiteren Musikern, wie der ehemaligen Sängerin der Alpinkatzen (von Goiserns Begleitband der ersten Phase) Sabine Kapfinger neu aufzunehmen.

Austropop-Elemente treffen auf Weltmusik und verschmelzen zu einem Hörgenuss, bei dem man sich genauestens vorstellen kann, welche Alpenpanoramen oder auch andere filmische Szenen uns Vilsmaier präsentieren wird. Wie heißt es im Infotext zum Album so schön und richtig? "Deswegen klingen die Bilder, deswegen tragen die Lieder." So ist es wohl.

Hubert von Goisern: Filmmusik

Dreamoutloudmagazin 30. Oktober 2014 | Text: Torsten Schlimbach

Jeder Film braucht einen Soundtrack. Manchmal ist der Film auch nur noch Staffage und die überragende Musik überstrahlt die visuelle Umsetzung und steht ganz eigenständig da. Bestenfalls unterstützen sich beide Welten auf grandiose und spielerische Art und Weise. Im Herbst läuft mit Österreich: Oben und Unten ein Film an, der anhand des Titels das Thema ja schon vorgibt. Wer wäre für die musikalische Untermalung besser geeignet als Hubert von Goisern? Mit Filmmusik kommt der Soundtrack jetzt schon in den Handel und ist ein ganz besonderes Werk von ihm – mal wieder!

Zugegeben, mit Hubert von Goisern kann man keine Coolnesspunkte gewinnen. Warum eigentlich nicht? Alpenund Mundartrock bedient eben eine Nische, die es einem nicht so leicht macht. Hubert von Goisern hat aber eben schon immer sein eigenes Ding durchgezogen und immer wieder bewiesen, dass er eben auch ein junges Publikum begeistern kann. Dies wird ihm mit Filmmusik nun ganz sicher nicht so richtig gelingen, dafür wird hiermit wieder eine ganz neue Klientel angesprochen.

Auf Filmmusik finden sich zwar einige von Hubert von Goiserns populärste Songs der letzten 25(!) Jahre wieder, aber auch einige frühere Filmkompositionen. Dies alles wurde nun als Remix neu arrangiert. Der österreichische Musiker, Komponist und Orchesterleiter Robert Opratko hat dies zusammen mit Hubert Von Goisern realisiert. Die Melodien mögen gleich sein und doch kommen dabei ganz neue Songs heraus. Was heißt in diesem Kontext überhaupt schon Songs? Scores sind das und zwar vom Feinsten. Man kann sich schon ungefähr vorstellen, wie das mit bewegten Bildern wirken wird. Österreich wird so zum Leben erweckt – egal ob von oben oder unten. Da gibt es ein Alpenhorn, erklingen die Kirchenglocken und wird mitunter gejodelt. Dies alles geschieht aber auf eine sehr angenehme Art und ist nie penetrant.

Die ganze Filmmusik funktioniert aber auch wunderbar ohne, dass man die Hintergründe dazu kennt. Das Album hat auf seine Weise ein Mantra und wirkt und entfaltet eine sehr schöne beruhigende Wirkung. Künstlerisch ist das höchst anspruchsvoll und sehr schön in Szene gesetzt worden. Von Goisern selbst setzt dabei immer wieder kleine und nette Farbtupfer. Filmmusik nimmt einen tatsächlich auf eine Reise mit. Hier kann jeder sein eigenes Kopfkino anwerfen!

Fazit: Filmmusik von Hubert von Goisern mag zwar ein Soundtrack sein, hat aufgrund der Umsetzung aber schon therapeutischen Charakter für alle gestressten Großstadtseelen. Man kann sich herrlich in diese beruhigende Musik fallen lassen. Entschleunigung ist das Zauberwort. Der Alltag bleibt vor der Türe und für die Zeit, wo dieser Soundtrack läuft, kann man sich in eine andere Welt träumen – auch nach Österreich!

Hubert von Goisern Filmmusik

Deutsche Mugge 30. Oktober 2014 | Text: Gerd Müller

Hubert von Goisern (Hubert Achleitner aus "von" Bad Goisern, Österreich) brauchte nach 101 Terminen für seine äußerst erfolgreiche Brenna Tuats Tour 2012 verständlicher Weise eine Auszeit. Weit gefehlt, wenn man glaubt, die hätte er ungenutzt gelassen. So kommt im Herbst ein Dokumentarfilm des bekannten Spielfilmund Dokumentarfilm-Regisseurs Joseph Vilsmaier über Österreich Oben und unten in die Kinos, quasi eine bebilderte Reise mit gefilmten Luftund Bodenaufnahmen durch alle neun Bundesländer. Goisern und Vilsmaier kennen sich, weil Hubert von Goisern für den Vilsmaier-Film Schlafes Bruder bereits Kompositionen beisteuerte. Vilsmaier brachte ein ähnliches Projekt mit dem Titel Bavaria Traumreise durch Bayern vor geraumer Zeit in die Kinos. Daher bot sich wieder eine Zusammenarbeit für den Soundtrack an. Zu bewegten Bildern die passende Musik zu finden, die Bilder mit Musik anzureichern und damit eine visuelle und akustische Symbiose zu kreieren, ist reizvoll, aber auch ein schwieriges Unterfangen. Ohne den Film gesehen zu haben, ist das gerade erschienene Album Filmmusik ein gutes Beispiel dafür, dass bereits beim Anhören der "eigene" Film vor dem geistigen Auge ablaufen kann, wenn man ein bisschen Fantasie mitbringt und die Musik der Alpenregion ein wenig kennt.

Hubert von Goisern suchte für das Projekt einige seiner populärsten Titel der letzten 25 Jahre aus. Dazu frühere Filmkompositionen und ließ sie zusammen mit dem österreichischen Musiker, Komponisten und Orchesterleiter Robert Opratko mit orchestraler Begleitung als Remix neu auferstehen. So klingt alles fast eigenständig, feierlicher, obwohl es bekannte Songs sind. Das Ergebnis ist faszinierend. Dazu gleich im Einzelnen mehr.

Der akustische Überflug beginnt mit Spåt, einem wie ich es ausdrücken möchte langsam gesungenen "Edeljodler" mit fast sakralem Charakter und Orchesterbegleitung. Also nicht das, was man aus sogenannten Volksmusiksendungen zu kennen glaubt. Goisern gestaltet den Jodelgesang als eine eigene Kunstform. Mit einer Hingabe, einer Andacht gesungen, dass man fast in eine andere Zeitebene eintaucht und alles um sich herum vergessen kann. Nach einer kurzen Instrumentalpassage folgt die ebenso kurze Ferlach-Fanfare mit einer Fanfaren-Bläsergruppe. Abend Spåt ist eine fast achtminütige Komposition mit längerem abwechslungsreichen Instrumentalteil, bis Goiserns unverwechselbarer Gesang einsetzt.

Der Titel Herz Erzog Johann machte mich neugierig. Es ist natürlich eine abgewandelte Version des Erzherzog Johann-Themas, wird nicht gejodelt, sondern als instrumentale Kammermusik-Version reizvoll umgesetzt.

Was aber beim Juchitzer abgeht, von Huberts ehemaliger Begleitsängerin Sabine Kapfinger in einer atemberaubenden Version gesungen, ist unbeschreiblich. Diese durchdringende, glasklare Stimme vergisst man nie mehr. Sie wird auf einer sich permanent steigernden Keyboardund Percussionwolke getragen. Einfach phänomenal, hier fehlen adäquate Worte. Ich bin gespannt, welche Bilder Vilsmaier bei dieser Passage im Film unterlegt hat.

Glockengeläute mündet direkt in den Höhlenjodler mit schönem Gesang durch den Salzburger Volksliedchor. Man kann unmöglich im Rahmen einer Plattenbesprechung auf jeden Titel eingehen, aber die Blue Danube, die wohl gerade überflogen wird, gehört unbedingt hierher. Damit ist die Schöne blaue Donau mit der Grundmelodie von Johann Strauss II (dem Sohn) gemeint. Aber die Blue Danube fließt nicht berechenbar, gemächlich, sondern in "modern" gestaltetem Flussbett, kurzweilig und nicht unbedingt im Walzerrythmus angelegt.

Nach dem italienisch gesungenen Titel L'amero läuten die beeindruckenden Glocken des Wiener Stephansdomes zur Afrika Overtüre und dem Anreise Jodler die Landung nach einem wunderbaren Bilderbuch-Überflug über eine herrliche Kulturlandschaft ein.

Viel zu schnell vergehen die 50 Minuten Laufzeit. Es gibt nicht viele Soundtracks, die für sich alleine bestehen können. Von Goisern hat es geschafft, diesem Unterfangen gerecht zu werden und sich unmerklich in die Gehörgänge einzuschleichen. Weihnachten ist nicht mehr allzu weit kleiner dezenter Hinweis ...

Alpenrock vs. Filmmusik

Deutschlandradio Kultur 30. Oktober 2014 | Text: Wolfgang Meyering | Foto: picture alliance / dpa
Hubert von Goisern

Der Musiker aus Österreich über die Orchesterarbeit für einen Dokumentarfilm von Joseph Vilsmaier

Hubert von Goisern ist einer der erfolgreichsten Musiker Österreichs. Da liegt es nahe, ihn den Film Österreich – Oben und Unten musikalisch begleiten zu lassen. Dabei war es nicht leicht, "Neue Volksmusik" und orchestrale Filmmusik zu verbinden.

"Ich war so begeistert von den Bildern, die ich gesehen habe, und so begeistert von dem Land, das unseres ist und das ich da gesehen habe, dass ich sehr froh war, zugesagt zu haben, das mit meiner Musik zu hinterlegen."

Österreich – Oben und Unten heißt der Film von Joseph Vilsmaier zu dem Hubert von Goisern die Musik geschrieben hat. Dieses Filmmusik-Projekt über seine Heimat hat ihn so in Anspruch genommen, das sogar seine eigene neue Studio CD deswegen nach hinten geschoben werden musste. Aber es war für ihn auch eine Chance und Hubert von Goisern war sich schnell im Klaren wie er dieses Projekt klanglich anlegen will.

"...ich hab, das muss ich noch dazu sagen, ich habe zugesagt unter der Prämisse, dass ich orchestral arbeiten darf. Denn das habe ich noch nie gemacht, oder schon ewig nicht mehr."

Ein schwieriges Unterfangen

Es dürfte wohl nicht wenige Musiker geben die davon träumen mit einem Orchester als Klangkörper zu arbeiten. Und dies bei einer Filmmusikproduktion zu tun ist ja auch durchaus naheliegend, ist der Orchesterklang doch so etwas wie der "Prototyp" der Filmmusik. Aber diese beiden Welten der "Neuen Volksmusik" von Hubert von Goisern und den Klang des Orchesters zusammen zu bringen erwies sich als gar nicht so einfach.

"Da waren einfach musikalisch – jetzt weniger harmonisch, aber vom Vortrag, von der Taktierung – unglaubliche...Probleme nicht, aber einfach Aufgaben, die zu lösen waren, weil viele, nicht alle, aber viele, frei musiziert waren."

Für die Umsetzung der Musik mit dem Klangkörper eines Orchesters hat sich von Goisern mit dem Komponisten und Dirigenten Robert Opratko zusammengetan der die oft sehr frei musizierten Titel für das Orchester spielbar machen musste. Eine Aufgabe die der Musiker und Hochschulprofessor gekonnt löst.

Auch der Donauwalzer taucht auf

Auf der neuen CD Filmmusik finden sich aber nicht nur bekannte Melodien von Hubert von Goisern aus den letzten 25 Jahren die von Robert Opratko für das Orchester bearbeitet wurden, sondern auch andere Kompostitionen und Bearbeitungen zum Beispiel von Wolfgang Staribacher und der Mozartband oder auch eine interessante Bearbeitung des Donauwalzers von Johann Strauss.

Das hat schon eine Lebendigkeit, aber eben auch eine Breite, das evoziert noch mehr als die Titel es schon vorher getan haben eine innere Landschaft, eine – es ist eine Filmmusik. Und als solches wird der Blick breit und weit und geht auf den Horizont gerichtet, und das Hören auch.

Die Musik von Hubert von Goisern bekommt durch den Klang des Orchesters tatsächlich noch einmal eine ganz neue Qualität. Und wenn man die CD in ihrer Gesamtheit hört und auf sich wirken lässt dann tauchen nicht nur die gerade schon erwähnten "inneren Landschaften" im Kopf auf sondern die einzelnen Teile von Goisern Liedern, über das Glockengeläut oder das Streichquartett ergeben ein wirklich erstaunlich stimmiges Ganzes das man nach dem kurzen Anspielen der Einzeltitel so nicht erwarten würde. Die CD Filmmusik ist weit mehr als eine "Überbrückung" bis zum nächsten Studioalbum. Dieser Filmscore funktioniert in seiner Zusammenstellung tatsächlich auch ohne die Österreichbilder des Films als eigenständige CD, obwohl Hubert von Goisern sie tatsächlich gerne noch etwas länger gemacht hätte.

"Am liebsten hätt ich alles draufgegeben, aber der Film ist 90 Minuten lang und hat so gut wie 85 Minuten Musik. Einschränkung ist etwas, was ich nicht mag, aber was immer wieder mal notwendig ist."

Neu auf CD

Nürnberger Zeitung 29. Oktober 2014 | Text: müc

Sich einen Reim auf Österreich zu machen, kann eine Herausforderung sein. Hubert von Goisern hat da Großes geleistet: Als Traditionsvermittler, als Weltenmusiker, als akustischer Alpencineast. Mit dem Album Filmmusik untermalt er nicht nur Joseph Vilsmaiers Doku Österreich: Oben und unten, die Aufnahmen sind auch ein erneuter Gipfelsturm auf ein paar seiner besten Songs, nun mit dem Orchester arrangiert. Jodelfroh und bilderstark.

Hubert von Goisern kann nicht stillsitzen: Filmmusik

hr2 30. Oktober 2014 | Text: Gregor Praml
Hubert von Goisern

[...] Und dann ist da auch noch das Projekt Filmmusik. Hubert von Goisern bekam von Regisseur Joseph Vilsmaier die Anfrage, ob er zu dem Dokumentarfilm Österreich von oben und unten die Musik beisteuern würde. Auch diese Arbeit hat ihn derart gereizt, dass er nicht nein sagen konnte. Was von Goisern aber auch nicht konnte, war einfach in seinen CD-Kisten zu kramen und Stücke auszuwählen, die er bereits veröffentlicht hat, um so den Film zu untermalen. Es musste etwas neues entstehen, für den Film.

Hubert von Goisern hat einen Chor und das K&K Streichquartett engagiert, hat seinen Musikerkollegen Wolfgang Staribacher gebeten, ihm Musik von dessen Mozartband zur Verfügung zu stellen und er ist zum ersten Mal auf die Idee gekommen, mit einem orchestralen Arrangeur und Komponisten zusammen zu arbeiten: Professor Robert Opratko, vom Wiener Konservatorium. Ein Connaisseur der Popmusik und des Schlagers, der schon für Udo Jürgens, Freddy Quinn und vielfach für den Grand Prix de la Chanson – dem heutigen Eurovision Song Contest – gearbeitet hat.

Einmal überredet, hat Opratko die von von Goisern komponierte Musik orchestriert und dann mit einem Orchester zu den bereits fertigen Bandaufnahmen eingespielt. Nicht so einfach, wenn es sich um einen frei gesungenen Jodler handelt, der nicht in irgendeinem festgelegten Metrum eingespielt wurde.

Hubert von Goisern: "Ich hab mir schon gedacht, ich bin neugierig, wie das gehen soll. Und wir haben uns eigentlich gedacht, vielleicht muss ich das alles nochmal neu einsingen, und mit dem Orchester zusammen, weil das gar nicht geht, dass die was im Kopfhörer haben, das vollkommen unberechenbar auf sie einströmt. Aber er hat das mit seinem Taktstock mit unglaublicher Disziplin und Ruhe, ohne Aufregung, diese zwei Tage geschafft."

Und wirklich, diese Aufnahmen mit der Mischung aus von Goiserns Gesang, seiner Band und dem Orchester passen sehr gut zusammen. Wer die Arbeit des Österreichers kennt, der wird das ein oder andere Stück wiedererkennen, denn Hubert von Goisern hat sich für die Filmmusik natürlich auch in seinem bereits existierenden Repertoire bedient. Die Arrangements mit Streichern und Bläsern fügen sich in die Musik sehr subtil ein. Sie heben sie auf die Ebene der Filmmusik.

Filmmusik von Hubert von Goisern

CD Tests 27. Oktober 2014

Hubert von Goisern hat über seine gesamte Karriere hinweg immer wieder Musik für Soundtracks beigesteuert. Kein Wunder, dass sein jüngste CD schlicht und einfach Filmmusik heißt.

Musik fremder Völker und Kulturen hat es dabei Hubert von Goisern genau so angetan wie der kreative Umgang mit eigenen musikalischen Wurzeln, die den Musiker immer wieder inspirierten und für Herausforderungen sorgten. Ob mit seinen Alpinkatzen oder allein – von Goisern weiß, was er tut. Die Filmmusik auf seiner jüngsten CD schrieb von Goisern teilweise für den Erfolgregisseur Joseph Vilsmaier, der in einem Dokumentarfilm für das Kino auf Reisen durch Österreich ging, um aus der Luft und aus der Bodenperspektive die Besonderheiten von Land und Leuten einzufangen.

Da hat Hubert von Goisern die einzigartige Gelegenheit, den Bildern Musik zuzufügen, die perfekt die optischen Genüsse des Regisseurs ergänzen. So entstand Musik aus Österreich, die Tradition und Moderne kongenial miteinander vereint. Gemeinsam mit hier zu findenden älteren Film-Kompositionen sind die Tracks dieser CD absolut hitverdächtig!

Unser Fazit: Hubert von Goisern hat mit seiner neuen CD Filmmusik eine der interessantesten Arbeiten seiner schillernden Karriere vorgelegt. Feine Weltmusik mit Pop-Anspruch!

Take 5 : CD-Empfehlungen

MDR Figaro 27. Oktober 2014 | Text: Johannes Paetzold

Hubert von Goisern als vielseitigen Künstler zu bezeichnen, ist eine Untertreibung. Von traditioneller Folkmusik zu Rock und Pop, vom Weltreisenden zum Designer für Mode, zum Schauspieler, Dokumentarfilmer ein Ausnahmetalent. Mit der Filmmusik kehrt er zu seiner Volksmusik zurück und setzt seine Jodler auf das Klangvolumen eines Orchesters. Goisern-Fans kennen die Lieder bereits aus seinem reichen Repertoire. Den anderen, nicht vertraut mit dem Genre-sprengenden "Volksmusiker", sei zuerst das Stück Abend Spat empfohlen, wo in der neuen Inszenierung Jazz-Bass und Gitarre mit Kuhglocken verschmelzen, bis Goisern seine Stimme als Erzähler darauf setzt. Wer offenen Ohres ist, der steht hier mit Weitsicht neben Goisern auf den Bergen, aber nie im Musikantenstadl. Diese Stücke hat Hubert von Goisern mit Orchesterleiter Robert Opratko aufgenommen, der schon für André Heller komponiert hat. Die Lieder sind für Joseph Vilsmaiers neuen Film über die österreichischen Landschaften gedacht. Und schon bevor der Film in die Kinos kommt, kann man die Täler, Berge und Flüsse Österreichs beim Hören sehen. Ein musikalisches Panorama, Jodler legen sich auf Violinbögen, die Streicher erinnern an Cinema Paradiso von Ennio Morricone, oben auf dem Berg trifft alles harmonisch zusammen. Mit Opratko hat Goisern den Arrangeur gefunden, der das Ganze mit Eleganz und Spannung inszeniert, ohne dass es je kitschig wäre.

Hubert von Goisern: Filmmusik Weit, weit weg

Teleschau der mediendienst 28. Oktober 2014 | Text: Matthias Bieber

Heiliger Bimbam! Das könnte eine Reaktion auf das neue Album von Hubert von Goisern sein und keine unberechtigte. Denn auf Filmmusik nimmt der Volksmusik-Erneuerer sich alte eigene Songs, aber auch klassische Stücke von Mozart bis Johann Strauß vor und streut gerne mal Kirchturm-Glocken-Zwischenspiele ein. Und warum macht der österreichische Tausendsassa das? Weil Filmmusik der Soundtrack zu einem Dokumentarfilm von Joseph Vilsmaier ist, der Österreich von "Oben und Unten" zeigt.

Mit Bavaria Traumreise durch Bayern hatte der Regisseur schon dem Freistaat eine ähnliche Hommage gewidmet. Goisern packt die Songs gemeinsam mit seinem Landsmann, dem Musiker, Komponisten und Orchesterleiter Robert Opratko, in ein geschmeidiges Gewand, das Lust auf Fliegen, Reisen, Schwelgen und Träumen macht. Nun gut, seine Version der Schönen blauen Donau von Walzerkönig Strauß braucht der Klassik-Liebhaber vielleicht nicht unbedingt. Insgesamt aber gilt: Filmmusik ist äußerst ansprechend arrangiert, Bläser und Streicher, Volksmusik-Instrumente und elektronische Elemente gehen eine spannende Kombination ein.

Höhepunkte sind etwa Goiserns Abend spat mit feinen nahöstlichen Melodien-Einsprengseln oder der sinnlich-melancholische Juchitzer, der nicht mehr viel von urwüchsiger Lebensfreude hat. Kein Wunder, Goisern legt ja auch zum Teil dunkel-dräuende Moll-Akkorde darunter. Nach den Domglocken, dem vorletzten Stück, dann das flirrende Finale namens Afrika Overtüre + Anreisejodler: Hier komprimiert der Oberösterreicher nochmals hinund mitreißend unterschiedliche rhythmische, melodische und klangliche Einflüsse zu einem stets einfühlsamen Musik-verbindet-Gefühl. Und wenn Vilsmaiers Film nur annähernd so atmosphärisch dicht wird wie diese Filmmusik, dann dürfte die Seele auch im Kino ganz ordentlich ins Schwelgen und Fliegen kommen.

Bewertung: ausgezeichnet