Hubert von Goisern
DE
EN
 

IWASIG

IWASIG >> Reviews: 1 2

Fast schon schmerzhaft schön

Würzburg Volksblatt 16. September 2002

Hubert von Goisern: Iwasig. Der Titel (Betonung auf dem i) bedeutet so viel wie oberhalb, drüber - und bei allen Alpengipfeln: Des Goiserers neues Album ist drüber, ist oberhalb von allem, was er bisher schon an Wunderbarem, Wunderlichem fertig gebracht hat. Die Texte von genialer Schlichtheit, die Songs von schlichter Raffinesse, packt er die Traditionen seiner Heimat in den Rucksack und schwingt sich endgültig zu einem weltmusikalischen Freigeist auf, einem alpenländischen Ry Cooder, ohne Grenzen, ohne Scheren im Kopf. Heilige adaptiert Funk, Aus is rockt den Jodler, Poika beordert New Orleans auf den Tanzboden, Afrika ist federleichter Afro-Austro-Pop, durch I bin ån spukt Dr. John, das chillige Schön war's hat den Blues, Dunkelblau und Neuer Tag sind in ihrer stillen Wehmut fast schon schmerzhaft schön: *****

Kreativer Remix der musikalischen Traditionen

Aargauer Zeitung 15. Oktober 2002 | Text: Nathanael Galler

Hubert von Goisern mischt auf seinem bisher stärksten Album die unterschiedlichsten Genres

Der österreichische Ethno-Barde Hubert von Goisern überrascht mit einem facettenreichen Album, das zwischen allen musikalischen Richtungen pendelt.

Das Leben des musikalischen Abenteurers, der einst der Enge des Salzkammerguts entfloh, ist von grossen Schwankungen geprägt: Ende der Achtzigerjahre schuf er den Folklore-Rock und ebnete damit den Weg für individualistische Musikkauze wie Florian Ast. Nach dem Erfolg mit der Alpinkatzen-Band, der unter anderem der Hiatamadl-Hit entsprang, sprengte er das Quartett überraschenderweise wieder, um sich der Filmmusik zuzuwenden. Offizielle Begründung: Er müsse seine innere Stimme wiederfinden.

Nach Jahren der Sinn- und Tonsuche kehrte der eigenwillige Musiker mit einer jeweils afrikanisch und tibetisch geprägten Platte an die Öffentlichkeit zurück, die von seinen ausgiebigen Weltreisen zeugte. Seiner Hitgemeinde in Österreich gefiel das gar nicht: Statt krachender Jodler bekamen sie nun auf einmal subtilen Ethno-Sound in die Ohren.

Vor zwei Jahren überraschte der Goiserer erneut - mit dem Comeback Fön, das, eher in Austropop-Format, an alte Zeiten anschloss. Kurz darauf veröffentlichte er Trad, eine Sammlung traditioneller Volksweisen aus seiner Heimat, die er auf pure und schonende Art für unsere Zeit aufbereitete. Eine kulturhistorische Glanztat. Die anschliessende Doppeltournee brachte ihm einen Triumph und den Langzeit-Verschollenen wieder unters Publikum.

Goiserns bisher reifstes Werk

Das nun vorliegende Album Iwasig (Dialekt für oberhalb, drüber) stellt wohl sein reifstes und bestes Werk dar. Auf spontane und gelöste Art versammelt es alle seine Stärken: die rockige Frechheit, den traditionellen Tiefgang, das ethnische Bewusstsein. Vor allem aber präsentiert sich der Oberösterreicher als musikalischer Tausendsassa, der souverän mit den verschiedenen musikalischen Zutaten jongliert.

Das Album beginnt zwar in bester Blues-Manier, beklagt falsche Heilige und die allgemeine Misere des Lebens - doch schon bei Aus is folgt die erste Überraschung: Der simple Sprechgesang, unterlegt von einer Funk- Gitarre und einer ausgeflippten Maultrommel, entwickelt sich zu einem endlosen Jodler samt überkippendem Gesang. So geht es dann weiter. Volxjammer ist ein wunderschönes folkloristisches Lied - die Ziehharmonika spielt allein -, das sich allmählich in ein rockiges Orgel-Inferno auflöst. Und I bi an ist Funk pur, in dem sich Hubert nicht nur als österreichischer James Brown geriert, sondern auch rappt wie einst Falco. Auch dieser Song mündet schlussendlich in einen Gospel: "I sieg des Licht" zu kreischenden Frauenstimmen - einfach herrlich!

Komödiantischer Höhepunkt des facettenreichen, in Jazz-Manier eingespielten Albums ist das gemütliche und verschlafene Nix tuan: Der Goiserer korrespondiert fünf Minuten lang mit seinem Anrufbeantworter und mokiert sich dabei über die Leute, die meinen, er sei so gestresst. Im Hintergrund ein Klangbild von Tom Waitsscher Subtilität. Schad, eine weitere tanzbare Nummer, beginnt im Bossa- Nova-Rhythmus und geniert sich nicht, zum beseelten Gesang eine Ziehharmonika hinzuzugesellen (die sich dann langsam - und ganz unorthodox - auf diesen Rhythmus einschwingt).

Nach einem instrumentellen, melancholischen Gemälde à la Dave Douglas endet das Album mit Neuer Tag, einem weiteren stimmungsvollen Song, in dem neben einem Hoffnungs-Jodler und einem "Schubidu" der Background-Sängerinnen unvermutet eine Dire-Straits-Gitarre auftaucht.

Yodelling für a bessere Wöd

Planet Music November 2002 | Text: manfred@planet.tt

Amadeus Award-Winner in der Sparte Jazz, Folk und Blues Hubert von Goisern, der auch als Eröffnungsmusikant zum diesjährigen Jazzfest Wien diente, veröffentlicht nach Fön und Trad mit Iwasig einen weiteren Schachzug, mit dem er unsere eine Welt mit in aller Korrektheit musikalischer Übersicht darstellt. Verpackt in Rhythmen und exotische Ansätze behandeln seine Texte die Weltenlage aus Religion (Heilige) und Politik mit klassischen Formeln wie "Wieviel leben auf dera Welt/ganz ohne Geld ganz ohne Geld/und wieviel haben so viel/dass gar nit wissen wohin" (Afrika), sowie Beziehungserinnerungen (Schön war's, Schad). Hubert von Goisern gilt für viele als der Impulsgeber der Neuen Volxmusik (die natürlich längst nicht mehr neu ist), andere hingegen neiden ihm seinen langjährigen Erfolg (was, aus österreichischer Sicht, zutiefst österreichisch ist) und werfen ihm seine politische Korrektheit vor (obwohl selbst um politische Korrektheit bemüht) - und das wird auch, was Iwasig betrifft, vermutlich so bleiben. Dabei gehört das Dutzend Songs sicherlich zum besten künstlerischen Output von HvG. Seine Kompositionen wurden reifer, die Arrangements abwechslungsreicher und vielschichtiger, sein Ausdruck unverkennbar, sein Yodelling für eine bessere Welt noch kerniger, seine Kreativität ist also ungebrochen. Kurzum: er weiß, was er tut - oder doch nicht? HvG im Poika-O-Ton: "Toan ma so wia wenn ma wissen was ma tätn/weil dann moanan alle dass ma wissen was ma toan/und sagn ma denen die was moanen mir solln anders toan/i tua so wie i will und des geht di gar nix an".

Hubert von Goisern - Iwasig

WOM Journal 9. Oktober 2002 | Text: Stefan Krulle

Der Hubert von Goisern schaut immer so aus, als sollte ihm lieber niemand harte Fragen stellen, weil man nicht weiß, ob das Herz mitspielt. Wie ein Mann, der noch weinen kann, wenn's passt. Manchmal, oder Quatsch, ziemlich oft hat der Hubert in den letzten Jahren dennoch Musik gemacht, die man mit sensiblen Geistern gar nicht in Verbindung bringt. Doch immer, wenn er alpines Volksgut mit Punk und Rock und Pop gemischt hatte, saßen am Ende beide Seiten mild gestimmt auf der Biergartenbank.

Jetzt hatte der Hubert offenbar die Faxen dicke und nahm ein Album auf, welches er sich nach Aussagen seines Umfeldes schon lange gewünscht hat. Weshalb nun also der Funk (wir sprechen das in diesem Fall mal englisch aus) Einzug hält in den Tälern Austrias und dort, ganz anders als von nicht eben wenigen erwartet, gar nicht wie ein Fremdkörper wirkt.
Lediglich für seine normalerweise stets laut umjubelten Live-Konzerte muß von Goisern möglicherweise in sich gehen - oder einfach mutig bleiben. Als er kürzlich zum 20. Geburtstag seiner Company in München vor 10.000 Peter Gabriel Fans die musikalische Kurskorrektur erstmals vorstellte, vermissten manche den alten Folkloristen.

Was natürlich arrogant, mindestens aber ignorant war. Ein schöneres Album als das neue gibt's vom Hubert kaum zu kaufen, und keiner solle sagen, er habe mit Überraschungen überall, aber nicht auf Huberts Platten gerechnet. Backkatalog kaufen, zuhören. Man hätte es nicht nur wissen können, sondern wissen müssen.

Gut gemacht Hubert!

Ägypten-Afrika-Alpen-Ansichten

Concerto 05/02 | Text: Manfred Ergott

Nach ausgedehnten Reisen mit umjubelten Konzerten in Ägypten, Senegal und Burkina Faso überrascht der umtriebige Musikant mit dem neuen Album "Iwasig", das einen Hubert von Goisern in opulenter Stilvielfalt zeigt.

Die Rückkehr des Hubert von Goisern auf die heimischen Konzertbühnen vor rund zwei Jahren und sein beiden Alben Fön (2000) und Trad (2001) - all das hätte Teil eines ausgeklügelten Marketingplanes sein können, so perfekt war das Timing. Zuerst eine ausgeklügelte poppige CD, dann die sorgsam ausgewählten traditionellen Lieder seiner Heimat - das mobilisierte zahlreiche Zuhörer und brachte positive Kritiken im In- und Ausland.

Was wird der Hubert nun als nächstes bringen? - Diese Frage haben sich viele gestellt. Mit der neuen CD Iwasig zieht sich er sich geschickt aus der Zwickmühle der Erwartungen, die die Vertreter verschiedener musikalischer Lager, die sein Schaffen stets mit kritischem Blick beobachten, in ihn setzen. Weder Pop- noch Volksmusik dominieren diese neue Produktion. Es ist vielmehr ein gelungenes Konglomerat verschiedenster Stilrichtungen, ein multikulturelles Erlebnis, um diesen strapazierten Begriff noch einmal zu gebrauchen, das seinen Vergleich durchaus bei internationalen Veröffentlichungen sogenannter World-Music-Stars suchen kann.

Ferne. Wenn Hubert von Goisern Elemente afrikanischer oder asiatischer Kulturen in seine Musik einfließen läßt, dann passiert dies nicht auf vordergründig-plumpe Art und Weise. Dies mag daran liegen, dass er in seinen zahlreichen Reisen die intensiven Begegnungen gesucht, gefunden und dann, zurück in seiner alpenländischen Heimat, nach und nach aufgearbeitet hat. So geschehen auch im Frühjahr 2002, als er gemeinsam mit seiner neu formierten Band ins Land der Pharaonen flog, um dort den ägyptischen Popstar Mohamed Mounir zu treffen. Ausgerechnet in Assuit, einer Stadt, die lange Zeit als Hochburg der Fundamentalisten galt, gleichzeitig mit rund 60.000 Studenten einen Ort der Begegnung darstellt, sollten die beiden ein gemeinsames Konzert geben. Es wurde zu einem Riesenspektakel, bei dem an die 15.000 Menschen den Platz vor der Bühne stürmten. Für Hubert von Goisern war es aber auch ein Treffen mit einem Seelenverwandten, den er in Mounir schon beim gemeinsamen "Warming Up" im Hotelzimmer erkannte.

Hubert Achleitners Affinität zur afrikanischen Kultur war bereits bei seiner 1998 erschienen CD Gombe zu hören. Auch 2002 zog es ihn wieder auf den schwarzen Kontinent - die kapverdische Hauptstadt Praia, Dakar und Burkina Faso waren die Reiseziele. Er traf unter anderen Tété Alhinto von der Gruppe Simentera und Youssou Ndour sowie den senegalesischen Musiker Falung Dieng. Auftritte im Fußballstadion von Praia, im legendären Theatro Sorano in Dakar, aber auch in den Slums dieser Musikmetropole lieferten Eindrücke, die alle beteiligten Musiker nachhaltig prägten.

Nähe. Und so ist es eigentlich wenig verwunderlich, dass Iwasig dermaßen variantenreich aus den Boxen plätschert. Oberflächlich betrachtet ist natürlich der Stilmix aus Funk, Soul, Jazz, Blues, Reggae, Rock und Volksmusik dafür verantwortlich. Und wenn Hubert von Goisern ein Stilmittel zitiert, dann ordentlich. Wenn beispielsweise Funk angesagt ist, dann groovt es tatsächlich gehörig. Dafür sind bei dieser Produktion nicht zuletzt der Keyboarder Burkhard Frauenlob und der Bassist Antonio Porto verantwortlich, aber auch die Rhythmiker Wolfgang Maier, Bernhard Wimmer (drums) und Bernd Bechtloff (perc) tragen das ihre dazu bei. Ein alter Bekannter aus der Alpinkatzen-Zeit ist Reinhard Stranzinger, der neben Gerhard Überbacher für die Gitarrentracks verantwortlich zeichnet. In Marlene Schuen hat Hubert von Goisern eine Sängerin gefunden, die seine eigene Vokalakrobatik optimal ergänzt. Als Koproduzent hat Wolfgang Spannberger dann und wann gefühlvoll Samples und Loops beigesteuert, die sehr dezent das Klangbild verfeinern.

Und wenn es dazwischen etwas ruhiger zugeht, dann spielt Hubert von Goisern sein Gespür für die richtigen Blue Notes perfekt aus - und dann greift er auch schon mal zum Flügelhorn oder geht dem Blues im Jodler auf die Spur.

Iwasig ist die erste CD Huberts von Goisern, bei der die einzelnen Lieder im Live-Betrieb "getestet" wurden, bevor man sich ins Studio begab. Noch dazu in einer völlig neuen Umgebung bei den Konzertreisen in Ägypten und Westafrika. Vielleicht ist auch das ausschlaggebend dafür, dass man dieses Album getrost als richtungsweisend bezeichnen kann.

Hubert von Goisern "iwasig"

Folkworld Nr. 23 | Text: Walkin'T :-)M

Iwasig, da versagt sogar mein Deutsch-Östereichisch-Wörterbuch, bedeutet etwa so viel wie drüber, oberhalb im Dachsteingebiet. Steht Hubert von Goisern jetzt über den Dingen? Im Gegenteil, er ist fest verwurzelt wie nie zuvor. Aber diese Wurzeln liegen nicht nur im heimischen Salzkammergut, sondern überall in der Welt, wo leidenschaftlich musiziert wird. iwasig setzt Stil und Experimente des Vorgängerwerks Fön fort. Zwischendurch hat Hubert noch das traditionelle Album Trad und eine Tournee durch den Orient eingeschoben. Der Österreicher hat sich längst vom Volks- zum Weltmusiker entwickelt. Die Neukompositionen sind verschmitzt kokett: Steh auf, kimm her und verkauf mir dei Seel. Hey, was kann dir schon passiern, ausser dass a wenig schwitzt, dass d' mit uns singst. Laß di eini jodlei jodlou toan ma miteinander. Nachdenklich: Wie oft muaß die Sun aufgehn, bis ma verstehn, bis ma verstehn, oder muaß erst untergehn? Kritisch: Jeden Tag wird wer verraten und mir schaun beim Kreuzigen zu. Aber jeder Heilige is gfährlich, wann schon oana moant er kann mit Beten uns vor de Deppen retten. Hubert spürt selbst, dass die Reise erst begonnen hat: Wo kimmt des her, wo geht des hin? Was er über den ägyptischen Musiker Mohamed Mounir sagt, gilt nicht zuletzt ihm selbst: Er bekennt sich zu seinen regionalen Wurzeln, ist aber in seiner Umsetzung international. Im November auf einer kleinen Clubtournee auch im Norden Deutschlands nachzuprüfen.

Erfolgreich zurückgekehrt

as | Tip der Woche 30. September 2002 | Text: jz

Hubert von Goisern ist wieder zurück. Eigentlich war er nie richtig in der Versenkung verschwunden, seine Reisen nach Tibet und Afrika haben seinen Musikstil beeinflusst, ihn aber nicht in Vergessenheit geraten lassen. Nach der glanzvollen und erfolgreichen Alpinkatzen-Zeit begab sich der Österreicher diesen Sommer auf Tournee. Wer dort dabei war, kennt schon das ein or andere Lied seiner neuen CD Iwasig. Iwasig bedeutet so viel wie drüber oder oberhalb. Zu den besten Tracks zählt Poika, das im Sommer schon als Single veröffentlicht wurde. Mindestens genauso gut gefällt Aus is mit eingängigen Jodler-Passagen. Dem Lied Afrika merkt man die Einflüsse Hubert von Goiserns Reisen in den schwarzen Kontinent an. Ihm gelingt es wie kaum einem, zwei so verschiedene Volksmusikstile harmonisch zu kombinieren. Hat sich auch sein Stil leicht verändert, einem ist Hubert von Goisern treu geblieben. Er forscht weiterhin nach Grenzen, versucht diese aufzubrechen und eine Harmonie herzustellen. Iwasig darf dem "HvG"-Fan nicht fehlen, auch oder vielleicht gerade weil sich seine Art zu musizieren fortentwickelt hat. Gemixt wurde das Album in Österrech während der Jahrhundertflut.

Danke Mary

Hubert von Goisern - Iwasig

www.viva.de | Text: Milena G. Klipingat

Rockig-energisch und zugleich melancholisch präsentiert sich der längst vom Alpenrocker zum alpenländischen Weltmusiker mutierte Hubert von Goisern auf seinem neuen Album Iwasig. Kaum einer der zwölf Titel gleicht dem anderen. Nein, festlegen lässt sich der "Goiserer" schon lange nicht mehr. Auch diesmal bietet er eine weit gespannte Bandbreite von musikalischen Stilen an. Und Antworten auf die Fragen: was ist wichtig, und was ist richtig?

Der Opener Heilige bringt den nachdenklich-rockigen Einstieg in die musikalischen Gedanken von Hubert von Goisern, der mit seiner Band zu den Weltreisenden der Musik gehört. Der Titel Afrika ist von den Rhythmen des schwarzen Kontinents inspiriert, wo von Goisern unlängst unvergessliche Konzerterlebnisse und Begegnungen hatte. Natürlich findet so etwas seinen Niederschlag in einem neuen Album. Anklang an Spirituelles und Gospels sind bei i bi an zu hören. Sehr entspannend geht es beim hörspielartigen Titel nix tuan zu. Dafür ist Poika ein mitreißende Nummer, die sich bereits bei Liveprogrammen bewährt hat. Dieses Mal hat von Goisern seltener zur seiner charakteristischen Ziehharmonika gegriffen. Rein instrumental präsentiert er sich nur bei Volxjammer, mit Ziehharmonika, und bei Dunkelblau mit Horn. Gitarre, Harfe oder Mandoline, und natürlich der Gesang sind es, denen sich der Musiker auf Iwasig zugewandt hat. Nach den konzeptionellen Werken Fön und Trad ist das neue Album eher ein kunterbuntes Allerlei verschiedener Ideen. Der frühere Rebell der Volksmusik bietet auf Iwasig verschiedene Stimmungen mit schwer verständlichen Texten. Doch wenn Iwasig im Munde der Goisern-Fans sein wird, sollte der Sprecher die Betonung auf das erste "I" legen. Das komme von "über-sig, drüber, oberhalb", so von Goiserns Anleitung zum Gebrauch seines Albumtitels ...

Hubert von Goisern - Iwasig

Dolomiten-Magazin 28. September 2002

Als Vorreiter und Pionier in Sachen neue Volksmusik ist Hubert von Goisern bereits in die Geschichte eingegangen. Dass er mittlerweile in die Sparte Worldmusic eingeordnet werden muss, hat er mit den letzten Alben Fön und auch Trad unterstrichen.

Das neue Album, das in der vergangenen Woche erschienen ist, scheint irgendwie die beiden Seelen des Hubert von Goisern zu vereinen. Iwasig hat der Sänger sein neues Album getauft und der Titel sagt's auch schon: übermutig, fast sich überschlagend frisch kommen die neuen Songs daher. Rhythmischer als die Vorgänger ist das Album und mehr Alpinmusik ist wieder dabei. Klar hörbar ist auch eine neue positive Energie, die einmal von Liveaktivität des "Chefs" bzw. von den vielen neuen und jungen Musikern stamen könnte. Einflüsse aus seinen letzten Erfahrungen, etw in Afrika, fehlen natürlich auch nicht. Ja, es gibt zwölf wunderbare Songs zu hören, die ersten fast rebellisch frisch, funkig und rockig, die letzten eher entspannend, einfühlsam, jazzig und balladenhaft.

Danke Elli

Hubert von Goisern - Iwasig

www.sound.de 23. September 2002 | Text: Rainer Molz

Er ist wieder ohne Alpinkatzen auf Kurs - Hubert von Goisern. Nach ausgiebiger Tour durch Ägypten und Westafrika, auf verwegenen Spuren durch musikalisches Neuland, präsentiert sich HvG nun mit Iwasig, wie könnte es auch anders sein, musikalisch weiterentwickelt. Afrika hat seine Spuren hinterlassen. Deutlich hörbar haben es Hubert von Goisern die unzähligen Klänge aus fernen Landen angetan. Mal orientalisch angehaucht, mal Latin - über allem schwebt jedoch der markante Dialekt Goiserns.

"Drüber" - so könnte die aktuelle CD HvG auch lauten, wenn man Iwasig übersetzt, hat jedoch nichts von drüber - stehen oder so. Abgesehen davon, dass man diverse Klischees außen vorlässt, über denen man selbstredend stehen darf. Iwasig ist eine Reise durch die Welt der Musik, der unterschiedlichen Stile und Kulturen. Ein Dialog zwischen der gebürtigen Umgangssprache Hubert von Goisern mit weltlichen Musikformen. Percussion, mehrstimmiger Gesang, Balafon-Sounds und vieles mehr. Ein Hauch von Süden schwebt durchs Zimmer. Man lässt sich fallen, denkt nach und bettet sich ruhig. Doch Hubert kann auch fetzig. Mit seiner Steirischen mal bluesig Volxjammer, mal Polkalike Poika.

Iwasig - immer wieder gern gehört. Anspruchsvolle, bewegende Texte und viele, mal gewohnt, mal ungewohnte, tolle Melodien.

Hubert von Goisern - Iwasig

www.bold.de 23. September 2002 | Text: Jörg Fischer

Die meisten Songs auf Hubert von Goiserns neuer CD werden seine Fans bereits kennen: Er testete die Stücke schon während der diesjährigen Tournee - und wurde für sie ausgiebig gefeiert. Kein Wunder: Wieder mischen der österreichische Sänger und seine exzellente Band Rock, Funk und Soul mit Ethno-Pop. Dass dabei Stilzitate aus Afrika im Vordergrund stehen, kann nicht überraschen: Vor ein paar Monaten trat von Goisern gemeinsam mit dem Ägypter Mohamed Mounir im oberägyptischen Assiut auf - rund 15.000 Zuschauer waren völlig aus dem Häuschen.

Goiserns innere Stimme

Kurier 19. September 2002

Das Album - Es heißt Iwasig (darüber - gemeint ist die "innere Stimme"). Geboten wird packender Ethno-Rock, die Einflüsse reichen von Bad Goisern bis Ägypten. Der Künstler - Längst dem Hiatamadl entwachsen, ist Hubert Achleitner einer der wichtigsten Popkünstler des Landes.

Hubert von Goisern: Iwasig

Kurier 15. September 2002

(Volx-Weltmusik) **** Und schon wieder ein neues Album von Hubert von Goisern. Diesmal führt er alles zusammen, was ihn intereessiert: Volksmusik, Pop, Rock, Reggae, Weltmusik. Beeindruckend, wie viel Kreativität in diesem Künstler steckt. Eine starke Platte, die stellenweise sehr an die Alpinkatzen erinnert, aber keine Grenzen kennt.

Iwasig

www.laut.de 20. September 2002 | Text: Joachim Gauger

Eine erneute Reise durch halb Afrika im ersten Halbjahr 2002 macht Hubert von Goisern auf eine neue Weise zum musikalischen Weltenbürger. Denn es sind weniger direkte Einflüsse der afrikanischen Musik, die sich auf Iwasig bemerkbar machen, sondern vielmehr ein deutlicher Stimmungsumschwung von Moll nach Dur: der Österreicher lässt das Granteln sein und gibt die Frohnatur.

War Fön noch eine Reaktion auf die Regierungsbeteiligung der Haider-Partei und somit von eher düsterer Stimmung, besticht das aktuelle Album Iwasig mit seinem unbekümmerten Wesen, reichlich rockiger Energie und vielen Kontrasten. Slide-, Rhythmus- und Solo-Gitarre bilden in Aus Is ein mit Keyboardflächen und Chören ausgemaltes Gerüst, während ein markanter, druckvoll treibender Bass und von Goiserns Jodelwahnsinn um die rhythmische Vorherrschaft streiten.
Weitere Höhepunkte sind die Poika, die ihren Namen wahrlich verdient, und Volxjammer, das den Ziehharmonika-Spieler Goisern ausgiebig featured. Ein großer Spaß ist Nix Tuan, weniger gelungen I Bin An. Wenn ein Österreicher im Sprechgesang dilettiert, während es im Background gospelt und soult, packt den Hörer vielmehr das Grausen: hier funktioniert der ansonsten spannende Mix zwischen Provinzialität und Weltläufigkeit ausnahmsweise nicht.

Hubert von Goisern - iwasig

www.bloom.de 16. September 2002 | Text: Kai Schmidt

Hubert von Goisern scheint uns mit jedem seiner Alben immer eine leicht abgewandelte Seite von sich zu zeigen. Das waren 2000 auf Fön die Spielerei mit verschiedensten Stilrichtungen, dann im vergangenen Jahr Trad mit der Wiederbelebung alter Volksliedlegenden und nun gibt es schon wieder ein neues Album. Iwasig baut ganz klar auf seinen alten Stil aus den Grundlagen der traditionellen Alpenmusik auf. Klar im Vordergrund steht wie immer die selbstgespielte Ziehharmonika oder Gitarre, dazu gesellen sich Schlagzeug, E-Gitarren, Bass und Keyboard. So entstehen oft rockige oder popige Songs.

Es gibt aber auch Stücke in denen wieder weltmusikalische Einflüsse verarbeitet werden. So hat er sicher den einen oder anderen Eindruck aus seinen Abenteuern im schwarzen Kontinent in das Stück Afrika eingebaut. Sanfte Einflüsse lassen sich jedenfalls ganz klar im Arrangement dieses Stücks erkennen. Ein wahres Wirrwarr aus Geräuschen, ein Sprechgesang und eine Anrufbeantworterstimme überraschen im sehr ungewöhnlich anmutenden Song Nix tuan. Und auch jedes der anderen insgesamt zwölf Stücke hat irgendwo seine kleine oder auch große Besonderheit: sei es ein Horn oder eine Ukulele, die Hubert von Goisern natürlich auch selbst gespielt wird. Das Ganze ist also auf jeden Fall abwechslungsreich und wer seine Musik generell mag, wird dieses Album gewiss akustisch verschlingen.

Extrem vielschichtiges Album des Goiserers

www.pop-info.at 17. September 2002

Nach seinem Comeback im Jahre 2000 mit Fön, dem tradionellen Trad und einer extrem ausgedehnten und überaus erfolgreichen Tournee, mit gigantischem Erfolg in Deutschland bis Berlin, legt er sein neues Meisterwerk vor. Es ist ein extrem buntes Album geworden. Er mischt die neue Volksmusik mit Pop, Rock, Funk, Weltmusik und vielem mehr, wobei die Ziehharmonika seltener zu hören ist, als es auf dem Cover den Anschein macht. Musik und Text stammt fast ausschließlich aus seiner Feder. Streckenweise ist der Geist der Alpinkatzen-Zeit zu hören, besonders bei den lauteren Titeln der ersten Hälfte. Und siehe da, bei genauerem Studium entdeckt man bei einigen Titeln die Namen Wolfgang Maier und Reinhard Stranzinger, seine alten Gefährten. Schön, dass er nun wieder Verknüpfungspunkte zu dieser wunderbaren Zeit findet. Das großartige Artwork stammt einmal mehr vom Atelier Michilangelo aus Gmunden. Ein absolutes Pflichtalbum für jeden Musikfreund.

Was die innere Stimme sagt

Abendzeitung 14./15. September 2002 | Text: Arno Frank Eser | Foto: Monika Löff

Iwasig, das neue Album von Hubert von Goisern

Hubert von Goisern - iwasigEs zieht ihn immer wieder in die Ferne, nach Tibet und nach Afrika, und doch ist und bleibt Hubert Achleitner ein Kind der Berge, ganz einfach der Hubert von Goisern. Mit Iwasig, seinem neuen Album (Virgin Schallplatten 07243 813376 2 2), zeigt der Volksmusiker von einst, dass er schon lange zum Weltmusiker herangereift ist. Dass er aber dennoch wie kein anderer seinen Wurzeln stets treu bleibt. Der Mann aus dem österreichischen Bad Goisern setzt neue Maßstäbe. Wieder mal.

Recht funky geht's los, das neue Werk, groovy und tanzbar, irgendwie amerikanisch. Und irgendwie doch nicht. Eigentlich international. Kaum greifbar und jenseits üblicher Kritiker-Klischees wird der Zuhörer in eine neue Welt entführt, nämlich in die Welt der Völkerverständigung.
Niemand fragt mehr nach Genres oder gar Nationalitäten; und Bongos passen zur diatonischen Ziehharmonika genau so gut wie Spaghetti-Sugo zu Knödeln. Man muss es nur probieren, sich herantrauen, schon öffnen sich neue Pforten.

Hubert von Goisern traut sich. Stellvertretend für so viele, die zwar gern ein bisschen mit Ethno-Elementen spielen, weil's so schön exotisch klingt, die aber den Sinn der Übung aus den Augen verloren haben.

Ganz weit drüberstehen

Iwasig, die Betonung liegt auf dein ersten i, heißt nichts anderes als darüber oder oberhalb. Ganz weit drüberstehen über alten Mustern, über Denk- und Hörgewohnheiten, einfach nur das machen, was einem die innere Stimme sagt.

Bevor es zu dieser Platte kam, bekam der Mann aus Goisern die Chance zu multinationalen Konzerten. Das wichtigste war heuer das in Kairo, zusammen mit dem Ägypter Mohamed Mounir, veranstaltet vom Goethe-Institut. Kein leichtes Unterfangen in diesen spannungsreichen Tagen zwischen der westlichen und der islamischen Welt, aber es war ein voller Erfolg.

"Wir haben einen Samen gesät", sagt Hubert von Goisern. Und sein Kollege Mounir: "Gemeinsames Musizieren ist stärker als Blut und Krieg." 15.000 Fans waren dabei, als Österreich und Ägypten musikalisch zusammenschmolzen, als die Mauern im Kopf fielen.

Hubert von Goiserns Fazit: "Ich will Freunde finden, den musikalischen Austausch suchen und zeigen, welche Musik wir machen." Und: Bevor Iwasig entstand, konnte ich all die neuen Songs live überprüfen. Wir sind diesmal also den umgekehrten Weg gegangen. Erst die Songs live vorstellen, und dann aufs Album heben."

So entstand eine dynamische Mischung aus Power und Nachdenklichkeit, Internationalität und alpinen Wurzeln. Doch die Hiatamadl-Fans von einst bleiben auf der Strecke. "Das, was ich damals gemacht habe, kommt mir heute so fremd vor - ich kann es kaum in Worte fassen.

Danke Elli

Hubert von Goisern - Iwasig

Amazon 14. September | Text: Daniela Lochner

Iwasig bedeutet in Hubert von Goiserns Dialekt "oberhalb" oder "drüber". Aber über was steht er "drüber"? Vielleicht über den Klischees oder der strengen Einteilung von Musikstilen. Denn nach seiner ausgedehnten Tournee durch Ägypten und Westafrika betritt Hubert von Goisern wieder musikalisches Neuland.

Keine CD gleicht der anderen: So hat er auf In Exil mit tibetischen Klängen experimentiert, kehrte mit Trad ganz zu den volksmusikalischen Wurzeln zurück und zelebrierte bei Fön einen gelungenen Ausflug ins Jazz-Fach. Auf Iwasig nun sind die afrikanischen Einflüsse kaum zu überhören. Ausgefeilte Percussion, Balafon-Klänge und viel dichter, mehrstimmiger Gesang erinnern gleich an Musik aus Mali -- aber eben im Goisern-Dialekt. Der Erfolg der Afrika-Tournee bestätigte diese gelungene Symbiose und hat Goiserns Bandbreite auch um orientalische Anklänge und Latin-Rhythmen erweitert. Bei aller Neuheit gibt es aber auch gewohnten Sound: Der Volxjammer, ein wunderschön bluesiges Stück auf der Steirischen, oder die fetzige Poika zeigen Goisern von seiner besten Seite: Eine CD zum Immer-wieder-hören!